170 blumige Botschaften
Eper Messdiener sind Boten: Grüße im Namen der Rose

Epe -

Im Namen der Rose – Der Titel war Programm am Valentinstag bei den Eper Messdienern. 170 Eperaner hatten das Angebot der Jugendlichen und jungen Erwachsenen angenommen, einem lieben Menschen eine besonders blumige Botschaft zukommen zu lassen.

Donnerstag, 15.02.2018, 17:02 Uhr

170 rote Rosen haben Bürger zum Valentinstag bei den Eper Messdienern bestellt. Die Aktion, die jetzt zum dritten Mal durchgeführt wurde, erfreut sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebntheit.
170 rote Rosen haben Bürger zum Valentinstag bei den Eper Messdienern bestellt. Die Aktion, die jetzt zum dritten Mal durchgeführt wurde, erfreut sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebntheit. Foto: Susanne Menzel

Es ist 16 Uhr. Vor dem Pfarrhof von St. Agatha pfeift der Wind. Es ist schattig. Simon Tillmann und Anna Kottig stehen vor der verschlossenen Tür: „Gleich kommt jemand“, trösten sie die Wartenden: „Kann nicht mehr lange dauern.“ Und wenige Minuten später trudelt dann ein Leiter, eine Leiterin nach dem oder der nächsten ein. Mit einem Stapel adressierter Grußbroschüren im Gepäck, mit Listen, auf denen die Auslieferungsgebiete eingeteilt sind. Und mit Armen, vollgepackt mit dunkelroten Rosen.

Raphael Paganetty (18), Louisa Bügener (21) und Annika Hollekamp (19) machen sich ans Sortieren. „Ich find‘ die Straße einfach nicht“, stöhnt einer nach dem anderen aus der Runde. „Macht nix“, lächelt ein Mädchen, das mit ausliefern wird: „Es hat doch jeder ein Handy dabei. Kein Problem, googlen wir einfach.“ Nach einer guten Stunde ist es dann geschafft. Ordentlich stapeln sich die Papierhäufchen auf dem Tisch. Einige der Botschaften sind mit Gedichten, andere nur mit Namen versehen. Wieder andere sind liebevoll mit Zeichnungen verziert. Oder tragen Fotos der Absender.

Die Messdiener beim Sortieren.

Die Messdiener beim Sortieren. Foto: Susanne Menzel

„Diesmal gibt‘s nur wenige Anfragen aus Gronau“, freut sich Louisa Bügener: „Bis dahin zu fahren, können wir personell und zeitlich gar nicht leisten. Zumal die Nachfrage immer größer wird. Letztes Jahr waren es noch 130 Rosen, die wir in Epe verteilt haben. 40 mehr sind‘s dieses Jahr.“

Simon Tillmann und Anna Kottig laufen gemeinsam die Tour rund um die Agatha-Kirche. Gleich bei der ersten Adresse gibt‘s aber ein Problem. Zwei Rosen soll eine – vermutlich ältere – Dame erhalten. Ihr Name steht aber nicht auf dem Klingelschild an der Tür. Mobile Rückfrage bei der Basis im Pfarrhof: „Stimmt denn die Adresse?“ Ja, das tut sie. Anna und Simon entscheiden sich, in einem naheliegenden Geschäft nachzufragen. Glück gehabt: „Die Frau kenne ich“, sagt die Inhaberin. Und bietet sich an, Blumen samt Botschaften später zu überreichen.

Weiter geht der Weg. Nächste Station: das St.-Agatha-Stift. „Kennen Sie einen Herrn Harmeling?“ fragt sich Anna an der Rezeption durch, während Simon als Rosenträger schweigend hinter ihr steht. „Klar, das ist der Leiter hier“, sagt die angesprochene Frau freundlich und macht sich gleich auf die Suche. Ein wenig überrascht eilt Friedhelm Harmeling herbei. Sein Gesichtsausdruck wechselt ins Irritierte, als ihm Anna die Rose überreicht. Beim Lesen der angehängten Botschaft schleicht sich ein Lächeln auf das Gesicht des Einrichtungsleiters: „Das hätte ich ja gar nicht erwartet“, entfährt es aus seinem Mund. „Der Gruß kommt von einer Bewohnerin.“

Friedhelm Harmeling

Friedhelm Harmeling Foto: Susanne Menzel

Auch seine Kollegin Dorothee Freermann bekommt einen blumigen Gruß – und ist ebenso erstaunt. „Liebe hat verschiedene Facetten. Diese hier drückt auch Respekt und Anerkennung für die Arbeit und für das Engagement aus, das wir hier leisten. Und das macht diese Aufmerksamkeit zu etwas ganz Besonderem. Das ist das erste Mal, dass uns jemand auf diese Art und Weise beschenkt“, zeigen Harmeling und Freermann echte Freude. Selbst haben beide nichts zum Valentinstag verschenkt. Und auch sonst nichts bekommen. „Da rührt einen diese Rose natürlich doppelt“, gibt Friedhelm Harmeling zu: „Diese Art von Wertschätzung ist besser als jede Gehaltserhöhung. Ein Dankeschön im Namen der Rose.“

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