Krankenkassen geben Filialen in Gronau auf
Auch AOK und IKK schließen

Gronau -

Krankenkassenfilialen vor Ort – das war einmal. Nach den Geschäftsstellen der Barmer und der DAK (Deutsche Angestellten-Krankenkasse) schließen zu Ende März jetzt auch die der Allgemeinen Ortskrankenkasse AOK sowie die der IKK Classic.

Mittwoch, 21.02.2018, 09:02 Uhr

Ab April ist keine Krankenkasse mehr mit einer Filiale in Gronau vertreten.
Ab April ist keine Krankenkasse mehr mit einer Filiale in Gronau vertreten. Foto: dpa

„Wir haben uns im Zuge der allgemeinen Umstrukturierung sicherlich ausreichend Gedanken zur Erreichbarkeit gemacht“, erklärt Annette Jandaurik , zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der AOK . „Die Erfahrungswerte zeigen uns, dass der überwiegende Teil unserer Kundschaft telefonisch mit uns Kontakt aufnimmt. Zudem besteht die Möglichkeit, beispielsweise Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen auch online an uns zu übermitteln.“ Der Hinweis, dass speziell die älteren Versicherten nicht alle internetaffin sind, will Jandaurik so nicht gelten lassen: „Viele lassen sich dann von den Kindern oder Enkelkindern helfen.“

Zudem sei die AOK auch weiterhin in ihren Geschäftsstellen in Ahaus sowie in Steinfurt persönlich erreichbar. Annette Jandaurik: „Wer nicht mobil ist und dort nicht hingelangen kann, dem bieten wir eine 24-Stunden-Hotline an, die über den gesamten Zeitraum mit Fachleuten besetzt ist, die alle Fragen auch wirklich beantworten können. Und in Ausnahmefällen kann man einen Außendienstmitarbeiter in Anspruch nehmen, der – nach vorheriger Terminabsprache – zu den Versicherten nach Hause kommt.“

Im Zusammenhang mit der anstehenden Umstrukturierung betont die AOK-Mitarbeiterin, „dass wir immerhin unseren Beitragssatz um 0,2 Beitragssatzpunkte senken konnten. Wir freuen uns darüber hinaus über einen recht schönen Mitgliederzulauf. Wir wollen mit der Schließung in Gronau dem Kunden ja nicht schaden, sondern wir bündeln unsere Kräfte, um zukünftig Anfragen in kürzerer Zeit beantworten und erledigen zu können. Dazu werden jetzt spezielle Fachzentren eingerichtet, in denen wir die Qualität zusammenziehen.“

„Wir leben in einer Welt der Digitalisierung, und diese Welt wird immer mehr genutzt“, so auch die Aussage von Jörg Baly, Leiter der IKK Classic in Bocholt und von dort aus mitverantwortlich für die Geschäftsstelle in Gronau. „Der Kunde verändert sich, das ist der Grund, warum wir uns aus Aspekten der Wirtschaftlichkeit für die Schließung der Filiale in Gronau entschieden haben. Das ist aber die einzige im Kreis Borken. Zuständig für die Gronauer Versicherten ist ab 1. April unser Standort in Ahaus.“

Die Mehrzahl der Anfragen, so erklärte Jörg Baly, liefen schon jetzt vor allem über das Telefon. Viele nutzten darüber hinaus die Online-Filiale, für die bereits jetzt aktiv in der Telefonansage unter der IKK-Nummer geworben wird.

Die beiden Mitarbeiterinnen, die bisher in Gronau tätig waren, behalten ihre Arbeitsplätze – allerdings an anderen Orten. Eine wird demnächst als Kundenberaterin in Ahaus tätig sein, die andere wechselt an den Standort Rheine.

Jörg Baly: „Die Schließung in Gronau geht mit einer Ausweitung der Öffnungszeiten in Ahaus einher, so dass unsere Kunden dort auch in den Genuss einer Service-Ausweitung kommen. Zusätzlich bieten wir eine mobile Kundenberatung an. Soll heißen: Wer den Weg nach Ahaus nicht auf sich nehmen kann, setzt sich telefonisch mit uns in Verbindung und vereinbart einen mobilen Termin, der dann bei dem Versicherten im häuslichen Umfeld wahrgenommen wird.“

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