Interessengemeinschaft Kavernenfeld gründet Verein
Schlagkraft soll erhöht werden

Epe -

Die Mitglieder der Bürger-Initiative Kavernenfeld Epe (BIK) haben am Montagabend ein neues Kapitel in ihrer Arbeit aufgeschlagen. Mit dem Wechsel von einem losen Interessenverband hin zu einem eingetragenen Verein wollen sie ihren Aktionsradius vergrößern und bei der Durchsetzung ihrer Interessen und Forderungen schlagkräftiger werden. Rund 70 Anlieger des Kavernenfeldes kamen am Montagabend zur Gründungsversammlung in das Alte Gasthaus Meyer.

Mittwoch, 21.02.2018, 07:02 Uhr

Reges Interesse an der Vereinsgründung: Rund 70 Anlieger des Kavernenfeldes kamen am Montagabend ins Alte Gasthaus Meyer. Dem neuen Vorstand gehören an (v.l.): Holger Perrevort (l.), Hans Joachim Wendland (3.v.l.), daneben Erwin Dahlhues, Michael Scherping und Helmut Wüpping. Ralf Elbers (2.v.l. eröffnete die Veranstaltung.
Reges Interesse an der Vereinsgründung: Rund 70 Anlieger des Kavernenfeldes kamen am Montagabend ins Alte Gasthaus Meyer. Dem neuen Vorstand gehören an (v.l.): Holger Perrevort (l.), Hans Joachim Wendland (3.v.l.), daneben Erwin Dahlhues, Michael Scherping und Helmut Wüpping. Ralf Elbers (2.v.l. eröffnete die Veranstaltung. Foto: Klaus Wiedau

„Wir haben als loser Verband bisher schon einiges erreicht“, so Ralf Elbers , der die Versammlung einleitete. Er verwies auf Stichworte wie Verbolzung von Häusern oder Schadensfeststellungen. BI-Mitglieder seien zudem zu Gesprächen im Landtag gewesen. Elbers: „Da hat man uns zwar munter zugehört, passiert ist aber nicht viel“. Das gelte auch für den Dialog mit der Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Bergbehörde. Elbers: „Und das ist eine Geschichte, die wir nicht mehr akzeptieren können, wollen und werden.“

Nach kurzer Vorstellung des Zwecks des neuen Vereins war die Versammlung bei der Vorstandswahl erstmalig gefordert. Einstimmig wurden Holger Perrevort (Vorsitzender), Hans-Joachim Wendland und Helmut Wüpping (stellvertretende Vorsitzende), Erwin Dahlhues (Kassierer) sowie Michael Scherping (Schriftführer) gewählt. Der Vorstand wird jetzt die weiteren Schritte für die Vereinsgründung und den Eintrag beim Gericht in die Wege leiten.

Holger Perrevort berichtete im zweiten Teil des Abends über das jüngste Gespräch, das BIK-Verantwortliche mit Vertretern der SGW sowie Bürgermeisterin Sonja Jürgens geführt hatten. Thema sei dabei unter anderem die Verbolzung von Häusern gewesen, die die SGW auf ihre Kosten durchführen lässt. Allerdings nur, wenn die Bodenabsenkungen größer als zehn Zentimeter seien.

Mit ironischem Gelächter nahm die Versammlung die Aussage auf, dass die Flächen statt nasser immer trockener würden, wie Perrevort die SGW-Vertreter zitierte. „Die Viecher stehen bis zum Bauch im Wasser“, so ein Versammlungsteilnehmer über seine gegenteiligen Beobachtungen: „Man kann die Kühe ohne Schwimmflossen nicht mehr nach draußen lassen!“

Perrevort berichtete auch von Hausschäden, die sich die SGW bei sechs betroffenen Anliegern angesehen habe, aber die Ansicht vertrete, dass es sich nicht um Bergschäden handle. Ein Bergschaden liege dann vor, wenn eine Schieflage von zwei Millimetern auf einen Meter zum Kavernenmittelpunkt auftrete. Die SGW lehne mit Blick darauf – Stand heute – auch die Teilnahme an einem Schiedsgericht ab, so Perrevort. Die Bürgermeisterin habe den Vorschlag unterbreitet, für einen Fall ein Gutachten (Kosten: 5000 Euro) erstellen zu lassen. Dieser Vorschlag werde im Vorstand diskutiert.

Noch in diesem Jahr will die SGW im Zuge eines Wassermanagements damit beginnen, Wassermengen und Fließgeschwindigkeiten in den Gräben des Kavernenfeldes durch den Einbau von technischem Gerät zu dokumentieren. Infos dazu sollen folgen.

Perrevort erinnerte daran, dass sich die BIK bereits im vergangenen Jahr dem Landesverband Bergbaubetroffener NRW (LVBB) angeschlossen habe. Mitglieder des Verbandes seien in Unterausschüssen des Landtages aktiv. Für 2018 seien verschiedene Aktionen geplant, die BIK-Mitglieder seien zur Teilnahme aufgerufen. Weitere Mitglieder seien im Übrigen in der BIK willkommen.

Aus der Versammlung heraus wurden anschließend weitere Themen und Fragen an den Vorstand herangetragen. So treibt Anlieger weiterhin die Frage um, ob eines Tages die Einlagerung anderer Stoffe als Öl oder Gas in den Kavernen drohen könnte. „Der schlimmste Fall wäre Sondermüll“, so Perrevort. Gestellt wurde auch die Frage, ob es nicht eine Art Bürgschaft der SGW für den Fall geben müsse, dass das Unternehmen insolvent werde und Spätfolgen aus dem Kavernenbetrieb nicht mehr zahlen könne. Der Vorstand sagte zu, diese Haftungsfrage anzusprechen, Ralf Elbers berichtete der Versammlung aber, dass das Bergrecht eine solche Regelung nicht vorsehe.

Klären soll der Vorstand auch, ob beim Prozess der Ein- und Auslagerung von Helium im Heliumspeicher giftige Stoffe zum Einsatz kommen. Unklar ist auch, welcher Mindestabstand zwischen Kavernen (Kavernenkopf) und der nächsten Wohnbebauung eingehalten werden muss. Belästigt fühlen sich Anlieger des Kavernenfeldes zudem weiter durch Brummgeräusche – auch hier will der Vorstand die Interessen bündeln.

Ein Mitglied rief dazu auf, bei der künftigen Arbeit der BIK den Fokus auf die Zusammenarbeit mit der Politik in Bund, Land und Kommune zu legen. Nur über diesen Weg lasse sich langfristig etwas bewegen.  

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