Staatsschutz ermittelt
Schweinekopf vor Moschee

Gronau -

Unbekannte haben am Sonntagabend einen Schweinekopf vor der Fatih-Moschee an der Burgstraße abgelegt. Der Staatsschutz in Münster hat Ermittlungen aufgenommen.

Dienstag, 20.03.2018, 15:03 Uhr

Auf dem Gehweg vor der Moschee wurde der Schweinekopf abgelegt.
Auf dem Gehweg vor der Moschee wurde der Schweinekopf abgelegt. Foto: privat

Der abgetrennte, tiefgefrorene Schweinekopf war vom Imam auf dem Gehweg vor dem Moscheegrundstück entdeckt worden. „Der Kopf muss zwischen 21 Uhr und 22.25 Uhr dort abgelegt worden sein. Hinweise auf den Täter gibt es nicht“, so ein Sprecher der Polizei gegenüber den WN. Die Polizei hofft auf Zeugenaussagen oder andere Hinweise, die auf die Spur des oder der Täter führen.

Ditib-Gemeinde reagiert betroffen

Schweine gelten im Islam als unrein. Daher kann davon ausgegangen, dass es sich bei der Aktion um einen vorsätzlichen islamfeindlichen Akt handelt. Der Vorsitzende der Ditib-Gemeinde, Abdulselam Gürbüz, zeigte sich im Gespräch mit den WN betroffen über den Vorfall. „Es ist schlimm, dass so etwas in Gronau passiert“, sagte er. „Wir sind sehr traurig, einige Gemeindemitglieder auch ängstlich.“

Ermittlungen abwarten

Zu möglichen Motiven der Täter wollte sich Gürbüz nicht äußern. „Das wäre spekulativ. Wir wollen jetzt erst einmal die Polizei und den Staatsschutz ihre Arbeit machen lassen.“ Auch auf Facebook wurden die Gemeindemitglieder gebeten, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und ruhig den Verlauf der Ermittlungen abzuwarten.

Diskussion um Moschee-Pläne

Erst kürzlich hatte es eine politische Diskussion um die Pläne der Ditib-Gemeinde gegeben, die Moschee zu erweitern. Die entsprechende Bebauungsplanänderung hatte der Rat mit knapper Mehrheit am 7. März beschlossen. Es soll aber auch Gespräche über eine mögliche Verlagerung der Moschee geben.

Gronau ist kein Einzelfall

Nach einer Reihe von Angriffen auf türkische Moscheen in Deutschland in den vergangenen Tagen wurden die Polizeieinheiten in Nordrhein-Westfalen in erhöhte Bereitschaft versetzt. Die Hintergründe sind unklar. Die Behörden halten aber einen Zusammenhang zur türkischen Militäroffensive gegen Kurden in Nordsyrien für möglich.

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