Ausbildung zur Zahntechnikerin
Ersatzteile mit Biss

Gronau -

Als Zahntechnikerin ist Fingerspitzengefühl gefragt: Im Mund darf nichts stören, schon kleine Bläschen bei der Herstellung eines Gipsmodells können dafür sorgen, dass die entsprechende Prothese später nicht richtig sitzt. Doch eine ruhige Hand hat Tina Scherbenske ebenso wie ein ruhiges Gemüt. Auch deshalb entschied sich die Gronauerin nach ihrem Hauptschulabschluss für die Ausbildung zur Zahntechnikerin.

Donnerstag, 19.04.2018, 10:04 Uhr

Eine ruhige Hand ist in dem Beruf der Zahntechnikerin unerlässlich. Das weiß auch Tina Scherbenske, die derzeit mitten in der Ausbildung beim Dentallabor Klatt steckt.
Eine ruhige Hand ist in dem Beruf der Zahntechnikerin unerlässlich. Das weiß auch Tina Scherbenske, die derzeit mitten in der Ausbildung beim Dentallabor Klatt steckt. Foto: Mareike Meiring

Aktuell ist die 20-Jährige in ihrem zweiten Ausbildungsjahr im Betrieb von Frank Klatt im Dentallabor an der Gudszentstraße, mindestens einmal die Woche geht es zudem ans Berufskolleg nach Haltern am See. Dort lernt sie nicht nur viel über die Anatomie des Menschen, sondern auch einiges über die kleinen Helfer im Mund: Füllungen, Kronen, Brücken, Prothesen – Zahnersatz kann vielfältig sein. Und: „Alles in dem Beruf passiert mit den Händen“, sagt Tina Scherbenske.

Von alleine ist sie damals nicht auf ihren jetzigen Ausbildungsberuf gekommen. Die Jugendberufshilfe der Stadt Gronau hatte sie auf die Idee gebracht, doch mal ein Praktikum bei einem Zahntechniker zu machen. Das tat die Gronauerin – und machte noch ein zweites bei Frank Klatt hinterher. Im September 2016 dann startete sie dort mit der Ausbildung.

Nicht nur Zuhause bastelt Tina Scherbenske gerne. Auch an ihrem Arbeitsplatz ist Kreativität gefragt. Wichtige Utensilien in ihrem Ausbildungsberuf: Schleifer, Sägen, Fräsen, Messer, Scheren, Zangen, Gipsmesser – ohne die passende Ausrüstung gibt es keinen passenden Zahnersatz. „Das meiste ist noch richtiges Handwerk“, betont Kollege Sascha Bleker.

Besonders der Artikulator hilft den Zahntechnikern zu beurteilen, ob etwa die Brücke passt: Mit ihm lassen sich die Bewegungen des Kiefers simulieren, das Kauen, Beißen, das Mahlen der Zähne.

Zwar passiert in dem Beruf mittlerweile auch einiges am Computer. Doch Chef und Zahntechnikermeister Frank Klatt glaubt nicht daran, dass der Computer den Zahntechniker mal überflüssig macht. „Die Feinarbeit machen noch immer wir“, sagt er. Denn jeder Zahnersatz sei individuell an den Patienten angepasst, nicht nur mit Blick auf die Form, sondern auch mit Blick auf Farbe und Material.

Mit seinem Dentallabor feiert Frank Klatt in diesem Jahr bereits den 20. Geburtstag, eine Auszubildende oder ein Auszubildender gehört seitdem fast durchgehend zu seinem Team. „Wichtig ist die Spaß an der Technik. Man lernt viel über Materialen und hat Kontakt zu den Zahnärzten und Patienten. Es ist ein sehr vielfältiger Beruf“, ist der Meister überzeugt. Interessierten rät er immer, vor dem Beginn der Ausbildung ein Praktikum zu machen. Denn seine Erfahrung hat ihm gezeigt: „Reine Intelligenz reicht nicht. Man muss das Wissen dann auch in die Praxis umsetzen können.“

Tina Scherbenske

Tina Scherbenske Foto: Mareike Meiring

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