Freiwilligenzentrale und Familienbildungsstätte suchen Ehrenamtliche
Reparieren statt Wegwerfen

Gronau -

Das Stuhlbein ist angeknackst, der Wasserkocher verweigert seinen Dienst, und der schicke Wollpulli ist an den Stellen noch wunderbar – an denen die Motten kein Loch gefressen haben. Also weg mit dem alten Zeug auf den Müll! Oder? Es gibt eine Alternative: Reparatur. Sie ist nachhaltiger und günstiger, als sich ein neues Produkt zu kaufen.

Freitag, 25.05.2018, 10:31 Uhr

Defekte Geräte sollen im Reparaturtreff wiederhergestellt werden. Maria Leusing (vorne) sowie Andreas Veltmann, Gerd Büscher, Erhard Bürse-Hanning, Reinhold Leusing und Dieter Penner stellten das Konzept vor und warben um Freiwillige.
Defekte Geräte sollen im Reparaturtreff wiederhergestellt werden. Maria Leusing (vorne) sowie Andreas Veltmann, Gerd Büscher, Erhard Bürse-Hanning, Reinhold Leusing und Dieter Penner stellten das Konzept vor und warben um Freiwillige. Foto: Martin Borck

Die Freiwilligenzentrale (FWZ) und die Familienbildungsstätte (FBS) planen, einen Reparaturtreff oder ein Reparaturcafé zu gründen. Sie suchen Frauen und Männer, die auf ehrenamtlicher Basis bereit sind, kleinere Reparaturen durchzuführen. „Leute, die sich mit Elektronik auskennen, die Möbel reparieren können oder Fahrräder“, sagt Dieter Penner. Er ist schon lange in der Initiative „Anti-Rost“ tätig, die man für Kleinstreparaturen zu Hause anfordern kann. Auf diesem Gedanken der erweiterten Nachbarschaftshilfe soll auch der Reparaturtreff oder das Reparatur-Café aufbauen. „Und die Idee der Hilfe zur Selbsthilfe gehört auch dazu“, ergänzt Gerd Büscher, der Leiter der Familienbildungsstätte. Wer als Freiwilliger neben handwerklichen Fähigkeiten also auch noch Geduld und pädagogisches Geschick mitbringt, wird mit Kusshand genommen.

Mit genügend ehrenamtliche Mitarbeitern steht und fällt die Umsetzung der Idee, stellt Erhard Bürse-Hanning (Freiwilligenzentrale) klar. Ein paar Interessenten gibt es bereits. Wer zum Beispiel kaputte kleine Elektrogeräte, PC, Kleidung, Fahrräder und Spielzeug flicken kann und mitmachen will, kann sich bis zum 15. Juni bei der „Mach Mit“-Freiwilligenzentrale an der Konrad-Adenauer-Straße 45, melden, ✆  02562 992766, E-Mail fwz-gronau@gmx.de. Für die Reparaturen an Elektrogeräten ist aus Sicherheitsgründen eine Elektrofachkraft erforderlich. Wer über eine entsprechende Qualifikation verfügt, ist besonders gerne willkommen.

Falls die Idee realisiert wird, soll das Reparatur-Café ab Herbst einmal im Monat samstagvormittags in den Räumen der FBS öffnen. „Nach der Renovierung steht uns ein Kreativraum zur Verfügung, der sich dafür sehr gut eignet“, sagt Büscher. Ihm gefällt zusätzlich zum Aspekt der Nachhaltigkeit die Tatsache, dass solch ein Treff Begegnungen ermöglicht. Die Bürger setzen ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft, schonen Ressourcen, die Menschen teilen ihr Wissen über Technik und das Vorgehen bei Reparaturen, und sie geben Hilfe zur Selbsthilfe und regen zu einem bewussten Konsumverhalten an.

In Losser existiert ein Repair-Café, das an eine Schule angeschlossen ist und insofern andere Voraussetzungen mit sich bringt. „Dort herrscht eine schöne Atmosphäre, es gibt sofort eine Tasse Kaffee dabei“, sagt Maria Leusing (FWZ). Eine ähnliche Atmosphäre erhofft sie sich auch von dem Reparaturtreff – wenn er denn verwirklicht wird.

Die Leistungen sollen gegen eine Spende erfolgen. „Eine Gewährleistung geben wir aber nicht,“, sagt Penner. Und wenn wirklich nichts mehr zu machen ist – dann landet das kaputte Teil eben doch auf dem Wertstoffhof.  Denn: Wunder können auch Ehrenamtliche nicht verrichten . . .

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