Fußfessel und Kaution
„Satudarah“-Mitgründer bald unter Auflagen frei

Enschede/Alstätte -

Der Mitgründer der niederländischen Rockergruppe „Satudarah“, Michel B., kommt unter Auflagen frei. Diese Entscheidung hat am Dienstag ein Gericht in Zwolle getroffen.

Mittwoch, 20.06.2018, 17:08 Uhr

Michel B. ist Mitbegründer des niederländischen Chapters von Satudarah. Die Gruppierung gibt es auch in Deutschland.
Michel B. ist Mitbegründer des niederländischen Chapters von Satudarah. Die Gruppierung gibt es auch in Deutschland. Foto: dpa

Der Mitgründer der niederländischen Rockergruppe „Satudarah“, Michel B., kommt unter Auflagen frei. Diese Entscheidung hat am Dienstag ein Gericht in Zwolle getroffen. B., der seinen Wohnsitz in Alstätte hat, muss sich demzufolge überwiegend in Enschede aufhalten, das wird mit einer elektronischen Fußfessel kontrolliert. Er darf die Niederlande nicht verlassen und muss zudem eine Kaution von 30 000 Euro hinterlegen.

Lange Liste an Straftaten

Die Gerichtsentscheidung bedeutet, dass B. Zuhause auf seinen Strafprozess warten darf. Die niederländische Staatsanwaltschaft wirft B. vor, an der Gründung und Leitung einer kriminellen Vereinigung beteiligt zu sein. Zudem steht der 53-Jährige gemeinsam mit anderen im Verdacht, mit Drogen gehandelt zu haben. Weitere Vorwürfe laufen auf Waffenbesitz, Geldwäsche, Erpressung und Misshandlung.

B. hatte sich – wie berichtet – einer Festnahme durch die niederländische Polizei entzogen und war im Februar diesen Jahres im österreichischen Wintersportort Ferlos festgenommen und in der Folge an die Niederlande ausgeliefert worden. Derzeit sitzt B. noch im Gefängnis in Zutphen, soll aber fünf Tage nach Eingang der Kautionssumme entlassen werden.

Warum soll ich flüchten?

Michel B.

Die Freilassung ist eine Art Hafterleichterung, auch wenn die Justiz weiter eine Fluchtgefahr als gegeben ansieht. Michel B. versteht das nicht: „Warum soll ich flüchten? Die 30 000 Euro borge ich von einem Freund und muss sie zurückzahlen. Wenn ich verschwinde, ist das Geld weg und meine Familie muss das Haus verkaufen, um die Schulden zu bezahlen.“ Die Rechtsanwältin von Michel B. betonte gegenüber dem Gericht, dass ihr Mandant seinen Wohnsitz in Enschede nehmen werde. Der Richter akzeptierte das: „Aber es reicht nicht, dort nur gemeldet zu sein. Er muss sich auch überwiegend an diesem Hauptwohnsitz aufhalten.“

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