Theaterprojekt in Gronau
Premiere eines ambitionierten Projekts

Gronau -

Seit vielen Jahren überraschen Carolin Bürger und Kristin Hense, Lehrerinnen des Werner-von-Siemens-Ggymnasiums, das Gronauer Theaterpublikum mit ambitionierten Aufführungen, die sie mit ihren Literaturkursen inszenieren. In diesem Schuljahr hatten sie sich eine Aufführung des Schiller-Dramas „Die Räuber“ vorgenommen. Aber es kam anders.

Donnerstag, 21.06.2018, 09:15 Uhr

Szenenfoto des Theaterabends in der Aula des Werner-von-Siemens-Gymnasiums, wo die Schüler der Jahrgangsstufe 11 und die beteiligten Lehrer ein ambitioniertes Theaterprojekt präsentierten.
Szenenfoto des Theaterabends in der Aula des Werner-von-Siemens-Gymnasiums, wo die Schüler der Jahrgangsstufe 11 und die beteiligten Lehrer ein ambitioniertes Theaterprojekt präsentierten. Foto: Norbert Diekmann

Seit vielen Jahren überraschen Carolin Bürger und Kristin Hense, Lehrerinnen des Werner-von-Siemens-Ggymnasiums, das Gronauer Theaterpublikum mit ambitionierten Aufführungen, die sie mit ihren Literaturkursen inszenieren. In diesem Schuljahr hatten sie sich eine Aufführung des Schiller-Dramas „Die Räuber“ vorgenommen. Aber bereits im ersten Schulhalbjahr mussten sie sich wegen der „für sie glücklichen Umstände“, wie es der kommissarische Schulleiter Burkhard Kleinke ausdrückte, beurlauben lassen.

Glücklicherweise gelang es der Schule, Christin Kordt als Vertretungslehrerin zu gewinnen, so dass das Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden konnte. Lehrkräfte und Schüler aus der Jahrgangsstufe 11 haben sich glücklicherweise dafür entschieden, auf inszenatorischen Firlefanz zu verzichten. Auch das dezente Bühnenbild, das sich auf Andeutungen beschränkte, bot nicht die Gefahr der Ablenkung von dem Schillerschen Text, dessen auch heute noch aktuelle Aussage voll zur Geltung kam.

Gegensätzlicher können sie kaum sein, die Brüder Karl und Franz Mohr, Söhne eines alten fränkischen Grafen. Karl, „ein Jüngling voller Talente und Edelmut“ ist der Liebling des Vaters, dem er nachfolgen soll. Er gerät in Leipzig in schlechte Gesellschaft, muss nach Exzessen und Schulden fliehen. Der jüngere Franz zettelt derweil eine Intrige an, mit einem gefälschten Brief bringt er seinen Bruder beim Vater in Verruf. Karl wird enterbt, wird Hauptmann einer Räuberbande. Franz will seinen Vater vernichten und an dessen Stelle treten, sowie Amalia, die Braut Karls, für sich gewinnen. Das Unheil nimmt seinen Lauf. . .

Überzeugend war die Besetzung der Hauptrollen mit Ibrahim Malik als Karl und Merit Krönke als Franz Moor. Michelle Weichert verkörperte einfühlsam den „alten Moor“, während Tabita Ricking die Nöte der „Amalia“ glaubwürdig rüberbrachte. Luca Topp konnte in der Rolle des zwielichtigen „Spiegelberg“ einige Glanzlichter setzen. Auch die Nebenrollen waren gekonnt besetzt. Bühnenpräsenz in besonderer Weise strahlte Sönke van Loh als „Schweizer“ aus. Trotz der langen Dialoge kam keine Langeweile auf. Die Akteure verstanden es, den Spannungsbogen bis zum bösen Ende zu halten.

Die Aula des Gymnasiums hat in akustischer Hinsicht ihre Stärken eher bei musikalischen Aufführungen. Sprechtheater tut sich da eher schwer. Das Ensemble ist mit den Anforderungen gut zurechtgekommen. Dafür haben sie offensichtlich auch ihre sprachlichen Fähigkeiten gut trainiert. Abgesehen von kleineren „Rumplern“ wurde auch die große Textfülle sicher bewältigt. In seinen Dankesworten würdigte der kommissarische Schulleiter nicht nur die Verdienste der beteiligten drei Lehrkräfte und vor allem das Engagement von Christin Kordt, die bereit war, das angefangene Projekt zu einem erfolgreichen Ende zu bringen. Er dankte auch ganz besonders den Schülern, die nach der Beurlaubung von Carolin Bürger und Kristin Hense einige Wochen die Probenarbeit in Eigenregie bis zum Ende des ersten Schulhalbjahres fortgeführt haben.

Eine weitere Aufführung ist für den heutigen Donnerstag in der Aula des Gymnasiums vorgesehen, Beginn ist um 19 Uhr.

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