Wohngruppe für psychisch erkrankte Menschen
Eine Heimat mitten in der Stadt

Gronau -

Im Jahr 1998 war der Begriff von der Inklusion noch nicht in aller Munde. Aber in den Köpfen der „Insel“-Mitarbeiter beziehungsweise der Vorgänger-Organisation sehr wohl. Sie realisierten eine Wohngruppe für psychisch erkrankte Menschen an der Geschwister-Scholl-Straße in Gronau, also mitten in der Stadt.

Samstag, 11.08.2018, 19:00 Uhr

Aktuelle Bewohner der beiden Insel-Wohngruppen an der Geschwister-Scholl-Straße sowie Mitarbeiterinnen, gerahmt von Gerhard Gehring (Regionalleiter für den Nordkreis) und Harald Albers (Teamleiter für Gronau und Ahaus).
Aktuelle Bewohner der beiden Insel-Wohngruppen an der Geschwister-Scholl-Straße sowie Mitarbeiterinnen, gerahmt von Gerhard Gehring (Regionalleiter für den Nordkreis) und Harald Albers (Teamleiter für Gronau und Ahaus). Foto: Frank Zimmermann

„Dabei wurden zu jener Zeit psychisch kranke Menschen eher in einer schönen Villa irgendwo im Wald gesteckt“, verdeutlicht Christine Wermbter die Vorreiterrolle der Wohngruppe. Wermbter ist Ergotherapeutin und gehört zum multiprofessionellen Team, das in der Wohngruppe arbeitet. Neben ihr kümmern sich im Tagdienst auch zwei Hauswirtschafterinnen, eine Sozialpädagogin, eine Erzieherin und eine Arzthelferin um die sechs Bewohner.

In der Wohngruppe werden die Bewohner rund um die Uhr in allen Bereichen des Lebens begleitet – von der Strukturierung des Alltags bis hin zur Heranführung an eine Arbeit in der Gruppe oder in einer Werkstatt. Die Mitarbeiterinnen leisten hierbei nicht zuletzt Beziehungsarbeit. Die sorgt auch dafür, dass die Bewohner sich in der Gruppe wohlfühlen, hier eine Heimat finden. „Unsere Menschen bekommen hier eine Menge Lebensqualität“, sagt Christine Wermbter. Ein Indikator für den Erfolg der Arbeit: Sie beugt häufig einer (erneuten) stationären Unterbringung in einer Psychiatrie vor.

Dass diese Arbeit durchaus mitten in der Gesellschaft stattfinden kann und sollte, hat sich in den vergangenen 20 Jahren gezeigt. In der Nachbarschaft seien die Wohngruppen – inzwischen sind es zwei – gut integriert. „Die Bewohner werden auch eingeladen, wenn in der Straße ein Fest ist“, erzählt Hauswirtschafterin Gudrun Lenfert. „Und ich kann mich nicht erinnern, dass es in den 20 Jahren mal Beschwerden aus der Nachbarschaft gegeben hätte“, ergänzt Harald Albers, Teamleiter Gronau/Ahaus.

Die Zukunft der Wohngruppe hängt nicht zuletzt von der Finanzierung ab. Entsprechende politische Prozesse sind aber noch im Gange, Stichwort „Bundesteilhabegesetz“.

► Die gGmbH für psychosoziale Dienste „Insel“ (Integration und Selbstständigkeit) hilft psychisch erkrankten Menschen und unterstützt deren Angehörige.

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