Do., 29.05.2014

Zwei Schüler der Fridtjof-Nansen-Realschule beziehen Stellung „Wie blöd kann man denn sein?“

Madleen Armett und Marlon Buss sind in die WN-Redaktion gekommen um klarzustellen, dass die Fridtjof-Nansen-Realschule keine Probleme mit einer rechtsextremen Schülerschaft hat.

Madleen Armett und Marlon Buss sind in die WN-Redaktion gekommen um klarzustellen, dass die Fridtjof-Nansen-Realschule keine Probleme mit einer rechtsextremen Schülerschaft hat. Foto: Frank Zimmermann

Gronau - 

Sie sind nur zu zweit, aber sie sprechen für eine Dreiviertelmehrheit ihrer Jahrgangsstufe, ihre Lehrer und viele jüngere Schüler: Madleen Armett und Marlon Buss. Die beiden sind am Mittwoch in die WN-Redaktion gekommen, weil sie etwas klarstellen möchten: „Liebe WN-Leser, wir, als Zehner der Fridtjof-Nansen-Realschule, sind von dem Ergebnis der Juniorwahl, bei der 25 Prozent der Schüler die NPD gewählt haben, genauso schockiert wie Sie“, heißt es in einem Brief der Schüler.

Von Frank Zimmermann

Der Ausgang dieser Juniorwahl hatte für große Betroffenheit im Lehrerkollegium geführt. Und zu einer teilweise befremdlichen Diskussion bei Facebook. Unter anderem ist da von unterdrückter Meinungsfreiheit die Rede. Die Lehrer werden als unfähig diffamiert und die Schulleiterin wird beleidigt. Diese Diskussion finden Buss und Armett ähnlich schlimm wie den vermeintlichen Spaß ihrer Mitschüler, bei der NPD ihr Kreuzchen zu machen. „An der Fridtjof-Nansen-Realschule lernt man ab der fünften Klasse, dass Menschen aus verschiedenen Kulturen friedlich zusammenleben sollten“, sagt Marlon Buss. Und Schülersprecherin Madleen Armett ergänzt: „Die Lehrer hängen sich echt rein, damit diese Botschaft bei den Schülern ankommt.“

Den beiden fällt es schwer, zu erklären, warum rund 20 ihrer Mitschüler trotzdem meinten, sich mit der Wahl einer rechtsextremen Partei einen Scherz erlauben zu können. „Ich glaube, die wollten provozieren“, sagt Madleen Armett. Womit diese Provokation begründet sein könnte, weiß sie aber auch nicht. „Einige der Schüler, die die NPD gewählt haben, sind sogar selbst Mi­granten“, sagt Marlon Buss und fragt rhetorisch: „Wie blöd kann man denn sein?“

Im Laufe des Gesprächs beschreiben die beiden Schüler, dass die Stimmung an der Schule wegen dieses Vorfalls ziemlich gedrückt sei. Gerade die Mehrheit der Zehntklässler, die sich an diesem schlechten Scherz nicht beteiligt hat, werde von einer kleinen Gruppe der Mitschüler in die Sache reingerissen. Einerseits haben die Lehrer aufgrund des Vorfalls ihr „freiwilliges Angebot“ zurückgezogen, mit den Schülern einen Tag in einem Freizeitpark zu verbringen. Andererseits möchten die Zehntklässler in der nächsten Woche ihre Mottotage feiern. Da könnte der Eklat mit der Juniorwahl natürlich auf die Stimmung drücken.

Allerdings betonen Armett und Buss ausdrücklich, dass sie nicht die Öffentlichkeit suchen, um die Wogen an der Schule zu glätten. Vielmehr wollen sie klarstellen, dass es an der Fridtjof-Nansen-Realschule keine Probleme mit Rechtsradikalismus gibt und dass sich im Gegenteil die Lehrer für ein tolerantes Miteinander stark machen, das ausdrücklich auch die Meinungsfreiheit der Schüler einbezieht.

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