Mi., 09.08.2017

Diebstahl und Schmierereien in der Kirche Ein sehr schlechter Scherz

Die Kirchentür soll auch in Zukunft aufbleiben. Das erklärte jetzt Pater Joy. Die Verantwortlichen wollen sich von den Vandalen nicht abschrecken lassen.

Die Kirchentür soll auch in Zukunft aufbleiben. Das erklärte jetzt Pater Joy. Die Verantwortlichen wollen sich von den Vandalen nicht abschrecken lassen. Foto: Meike Kühlkamp

Nienborg - 

Als Pater Joy am Dienstagmorgen noch einmal durch die Kirche St. Peter-und-Paul auf der Burg läuft, versucht er sich zu erklären, wer verantwortlich für das Chaos in der Kirche sein kann. Bisher steht nur fest: Am Sonntag müssen irgendwann zur Nachmittagszeit Unbekannte Gegenstände in der Kirche beschmutzt und entwendet haben.

Von Meike Kühlkamp

„Als ich am Sonntagmorgen in der Kirche war, ist mir nichts aufgefallen. Erst als ich abends um 18.15 Uhr abschloss, kam mir einiges komisch vor“, erzählt Küsterin Birgit Hericks. Komisch sei zum Beispiel gewesen, dass das Stabkreuz am Altar nicht gerade zu den Sitzbänken ausgerichtet war, wie Birgit Hericks es sonst immer hinterlasse. Oder dass die Schellen der Messdiener nicht an ihrem Platz lagen, genauso wie das kleine Glaskreuz auf dem Altar.

„Da haben vielleicht Kinder getobt“, dachte Birgit Hericks. Am Montagmorgen fiel es aber auf: Während der Schützenmesse warteten die Kirchgänger vergeblich auf das Läuten zum Einmarsch der Messdiener. „Die Glocke wurde samt Strang entwendet“, so die Küsterin, „und im Gästebuch hat jemand auf die letzten Seiten Schmierereien gekritzelt, Hakenkreuze und Beleidigungen.“

Betrunkene, die sich einen schlechten Scherz erlaubt haben – das vermutet zumindest Pater Joy: „Es war eine unüberlegte Tat. In der Gemeinde herrscht kein Hass oder Streit, der Grund dafür sein könnte.“ Konsequenzen werde man aus dem Vorfall nicht ziehen. „Ich weiß, dass es in anderen Gemeinden aufgrund von Diebstählen und Vandalismus nur bestimmte Zeiten gibt, zu denen die Kirche geöffnet ist. Das wollen wir aber nicht“, so Birgit Hericks.

Sie wisse, dass viele Gläubige in Nienborg auch außerhalb der Messezeiten die Kirche aufsuchen – und denen soll die Tür auch weiter zu jeder Tageszeit offenstehen.

Die Nienborger Schützen zeigten sich nach der Messe erbost. „Viele sagten, sie seien enttäuscht, dass so etwas in ihrer Gemeinde passiert“, berichtet Pater Joy. Er ist nicht wütend. „Es ist zum Glück nur ein kleiner Vorfall und auch der erste in 13 Jahren, in denen ich hier bin.“

Die Tür der St.-Peter-und-Paul-Kirche bleibt also offen. Für die Gläubigen und auch für die Täter, die sich vielleicht doch noch dazu entschließen, die gestohlene Glocke zurückzubringen.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

immomarkt.ms Anzeigen

Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5067276?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F27962%2F