Erst war es zu nass, jetzt zu kalt
Winter sorgt für gesperrte Plätze: Kunstrasenplatz als Alternative?

Heek -

Blauer Himmel spannt sich über dem Grün des Sportplatzes. Der idyllische Anblick trügt: Erst vor Kurzem sind die Fußballer des SC Ahle nach Schöppingen gefahren, anstatt das geplante Spiel auf dem heimischen Platz auszutragen. Und die Nienborger setzen in der Wintervorbereitung gar keine Heimspiele mehr an.

Montag, 12.02.2018, 17:02 Uhr

Das Spielfeld 2 im Eichenstadion bereitet dem Verein seit Jahren Sorgen. Das Wasser fließt nicht richtig ab.
Das Spielfeld 2 im Eichenstadion bereitet dem Verein seit Jahren Sorgen. Das Wasser fließt nicht richtig ab. Foto: Martin Mensing/RWN

An der Vechte war der freundschaftliche Vergleich auf Kunstrasen möglich. Diese Verlegung in einen anderen Ort stellt derzeit keinen Einzelfall dar. Beim SV Heek wurden an dem gleichen Wochenende zwei Begegnungen abgesetzt, eine fiel aus und eine weitere wurde verlegt. Denn die Witterung macht den Fußballern einen Strich durch die Rechnung. Erst war es zu nass, jetzt ist es zu kalt: Die Rasenplätze in der Gemeinde Heek sind praktisch seit Wochen nicht zu nutzen.

Die Seniorentrainer des SC Rot-Weiß Nienborg haben sich in dieser Wintervorbereitung daher gezielt Gegner ausgesucht, die einen Kunstrasenplatz haben. „Wir setzen in der Wintervorbereitung gar keine Heimspiele mehr an“, sagt der Vereinsvorsitzende Martin Mensing auf Nachfrage. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit hätten gezeigt, dass das keinen Sinn macht. Ein Spiel gegen Union Wessum fand unlängst auf dem Kunstrasenplatz von Eintracht Ahaus statt.

Sind die Fußballvereine in Heek von den Auswirkungen des Winters in ganz besonderer Weise betroffen? Nachfrage bei Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff . „Besondere Probleme gibt es akut nicht mit den Sportstätten“, sagt er mit Blick auf die winterliche Witterung.

Franz-Josef Weilinghoff wirbt aber um Verständnis für die kurzfristigen Entscheidungen, Plätze zu sperren: „Die Flächen sind sehr durchnässt und durchgeweicht.“ Deshalb müsse es Priorität haben, Schäden an den Plätzen zu vermeiden.

Die Entscheidung fällt stets aktuell, ob in der Gemeinde ein Sportplatz gesperrt wird oder nicht. „Das geschieht vor Ort, wenn unser Bauhof die Situation aktuell bewertet.“ Die jeweiligen Vereine würden in diesen Prozess einbezogen.

Der Bürgermeister hebt die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Vereinen ausdrücklich hervor. Das gelte nicht zuletzt bei der Unterhaltung der Plätze: Die Vereine würden in Eigenleistung viel dafür tun, die Gemeinde steuere wichtige Leistungen bei wie zum Beispiel den Rasenschnitt. So hätten beiden Seiten ein gemeinsames Interesse an der Pflege und dem Erhalt der Sportstätten.

Was allerdings beim Blick auf das derzeitige sportliche Geschehen auffällt: Wenn für die Fußballer auch in diesen winterlichen Tagen noch etwas geht, dann auf Kunstrasen. Ein Thema, das inzwischen in vielen Städten und Gemeinden angekommen ist. Nicht wenige verfügen heute über einen derartigen Platz, der die Fußballer unabhängig vom Wetter machen kann.

Wäre das auch etwas für die Gemeinde Heek? „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass es in Zukunft auch einen großen Kunstrasenplatz bei uns gibt“, sagt Franz-Josef Weilinghoff. Der Bürgermeister weiß aber auch: Ein solches Projekt zu stemmen, geht nur im Schulterschluss von Kommune, Politik und Vereinen.

Er sieht darin ein lohnendes Ziel für die Zukunft: „Die Gemeinde wäre offen für eine Diskussion darüber.“ Klar ist, dass ein solcher Platz eine große Investition im sechsstelligen Bereich darstellen würde – und dass es dafür einen zentralen Standort bräuchte.“

Der SC Rot-Weiß Nienborg hatte schon 2009 einen Kunstrasenplatz beantragt, konkret ging es um die Einstellung von Mitteln in die Finanzplanung für 2014/2015. Der Verein hatte dabei mit Investitionen in Höhe von etwa 350 000 Euro kalkuliert. In einer entsprechenden Sportausschusssitzung hatte Walter Niemeyer (CDU) laut Protokoll hingegen bemerkt, im Internet gebe es Kalkulationen, die deutlich über dieser Summe lägen. Der Finanzausschuss hatte den Antrag seinerzeit jedoch abgelehnt.

In dem Zusammenhang hatte der damalige sachkundige Bürger Martin Mensing bereits darauf hingewiesen, dass der zweite Platz im Eichenstadion dringend saniert werden müsse.

2014 ist der Platz dann für rund 180 000 Euro renoviert worden, 70 Prozent der Kosten trug die Gemeinde, 30 Prozent der Sportverein. Dennoch ist das zweite Spielfeld bis heute das Sorgenkind des Vereins. Aktuell kann es kaum genutzt werden, da das Wasser nicht abläuft. Der Verein will nun abwarten, wie sich der Platz bis zum Frühling entwickelt. „Ein gemeinsamer Kunstrasenplatz war zwischen den Vereinen schon einmal Thema, wurde bislang aber von keiner Seite richtig forciert“, sagt Martin Mensing.

Aus Sicht des Bürgermeisters könnte der Weg zum Kunstrasenplatz für die Gemeinde durchaus erfolgreich beschritten werden. Denn eine wesentliche Voraussetzung dafür sei gegeben: „Unsere Vereine arbeiten sehr gut zusammen!“

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