Meisterpianistin in der Landesmusikakademie
Konstanze Eickhorst bot Temperament und Tempo

Nienborg -

Was für eine Brillanz! Was für eine Virtuosität! Und was für ein Tempo! Konstanze Eickhorst hat die von ihr präsentierte Literatur offenbar völlig verinnerlicht. Sie scheint eine Symbiose mit den Sonaten von Haydn und Beethoven, den Impromptus von Schubert einzugehen. Sie wirkt zeitweise entrückt, als sie am Freitag im Konzertsaal der Landesmusikakademie den Ideen der Komponisten Gestalt verleiht. Was auffällt, ist die Geschwindigkeit, mit der sie vorgeht.

Montag, 26.03.2018, 06:03 Uhr

Konstanze Eickhorst am Flügel.
Konstanze Eickhorst am Flügel. Foto: Martin Borck

Schon dem ersten Satz aus Haydns 60. Klaviersonate ist mehr molto als nur allegro. Das hatte eine aufwühlende Wirkung.

Doch sie nimmt sich in ihrem Spiel – gleich ob bei Haydn, Schubert oder Beethoven – auch Zeit für Sanftheit und Zartheit; dann verklärt sich ihr Blick, durchdringt die Wände des Saals, schweift in die Ferne. Ihr Temperament zeigt sich, wenn sie unwillkürlich mit dem Fuß aufstampft. Einzelne Akzente kommen wie Peitschenhiebe. Und dann wieder dieses Tempo, mit dem sie die Noten wie in einer Kaskade aus dem Corpus des Steinway purzeln lässt. Ab und zu in einer derart irrwitzig schnellen Abfolge, dass die einzelnen Töne schon fast zu verwischen drohen. Dann aber bricht sich wieder diese fast verschmitzte Nonchalance Bahn, mit der sie selbst in einer Viertelnote Akzentverschiebungen anbringt.

Auch wenn wie bei Schuberts Impromptus die Herkunft eindeutig ist, verleiht sie ihnen durch ihre Interpretation doch eine eigene Note. Das Stück in Es-Dur beginnt fast zu swingen . . .

Beethovens Sonate Pathétique mit ihren dynamischen Gegensätzen im ersten und dem träumerischen zweiten Satz spielte sie recht straff, als wolle sie dem Pathetischen nicht allzu viel Raum bieten.

Beethovens tiefgründige, klanglich dichte und dramatische Sonate in c-Moll bildete den Höhepunkt des Konzerts, das die Zuhörer mit großem Applaus bedachten.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5617732?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F27962%2F
Schwieriger Start ins Leben: Baby mit Atemproblemen schwebte in Lebensgefahr
Zeit zum Durchatmen: Klein-Ylvie und ihre Mutter Laura Trenkamp können bald nach Hause. Das Neonatologie-Team des UKM um Prof. Heymut Omran (3. v. l.) und Dr. Wiebke Beckmann (3. v. r.), freut sich, dass es dem kleinen Mädchen wieder gut geht.
Nachrichten-Ticker