Di., 31.07.2012

„Westmünsterland Kubb Challenge“ Schwedischer Kult im Stadion

„Westmünsterland Kubb Challenge“ : Schwedischer Kult im Stadion

Das schwedische Sommerspiel sorgte im Vechtestadion für viel Spaß und Spannung. Ziel des Spiels ist es, die gegnerischen „Kubbs“ umzuwerfen. Foto: Rupert Joemann

Schöppingen - 

Die jungen Damen flehen die Herren im gesetzten Alter an. „Macht noch nicht Schluss, wir wollen noch ein bisschen mitspielen“, sagt eine der Frauen. Doch die Herren der Schöpfung lassen sich nicht einwickeln. Mit einem Volltreffer auf den König beendet einer von ihnen die Partie. Die Schöppinger „Wood­snipers“ veranstalteten am Sonntag zum zweiten Mal die „Westmünsterland Kubb Challenge“.

Von Rupert Joemann

Auch wenn es sportliche Verlierer gab, ihren Spaß hatten alle Mannschaften offensichtlich. Auf einem der acht Felder reißt eine Frau beide Arme hoch. „Das war mit Gefühl“, lobt sie sich selbst für einen geglückten Wurf. Sekunden zuvor sah die Welt noch anders aus, als sie nach einem missglückten Versuch in das runde Wurfholz biss. So nah liegen Freud und Leid beim Kubb, dem schwedischen Wurfspiel, beisammen.

Da ist volle Konzentration gefordert. Einer fokussiert sich wohl zu sehr auf seinen nächsten Wurf auf dem 16 mal fünf Meter großen Spielfeld. „Matthias, du trittst über“, ruft ihm ein Mitspieler zu. „Ich warte eben den Wind ab“, redet sich Matthias heraus und zieht den rechten Fuß etwas zurück. Der anschließende Wurf – mit Gegenwind – floppt.

Ganz im Gegensatz zu dem Auftritt eines reinen Männerteams. „Wir haben schon unser Tagesziel erfüllt, dass wir überhaupt ein Spiel gewonnen haben“, freut sich ein Kubb-Anfänger. Doch in der laufenden Begegnung sieht es düster aus. Kein Wunder. Schließlich geht es gegen das Kolping-Kubb-Team aus Ascheberg . In orangenen T-Shirts treten die Ascheberger einheitlich auf. Das Outfit unterstreicht das Können. Wie im vergangenen Jahr sichern sich die Ascheberger auch jetzt wieder die „ Westmünsterland Challenge “ vor dem Überraschungszweiten, den „Wood­snipers Junioren“.

Nach einem Treffer auf einen Kubb ballt ein Kolpingbruder die (Becker-)Faust. Wie knapp es beim Spiel mit den Holzklötzen zugeht, erfährt Familie Korthues, die in ihren blauen T-Shirts als „Kubbjäger“ angetreten ist. Das Wurfscheit tänzelt in einer Begegnung regelmäßig um wenige Zentimeter am Ziel vorbei, als ob es sich bewusst gegen die „Kubbjäger“ verschworen hätte. Dennoch wird das Familien-Team am Ende sehr guter Vierter im 13er-Feld.

Am Grün des Vechtestadions kann es nicht liegen. Das befindet sich in ordentlichem Zustand. „Platzanlage gesperrt“, steht hinter der Torlinie auf einem Schild. Für die Kubber gilt das an diesem Tag nicht. Warum auch. Die Spieler haben weder Stollen an den Schuhen noch grätschen sie Rasenbüschel heraus. Kubb ist vielmehr ein Spiel für die ganze Familie.

Manchmal schauen die Kleinsten auch nur zu. Oder hänseln ihre Väter. Wie der Filius eines der gesetzten Herren. Nachdem der gerade gegen die jungen Damen den entscheidenden Wurf gelandet hat, streichelt der Sprössling ihm über den wohl geformten Bauch. Es ist eher kritisch als lobend gemeint. Der Junge hätte wohl gerne noch eine Weile dem Spiel gegen die flehenden jungen Damen zugeschaut.

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