Mi., 14.09.2016

Pfarrversammlung St. Brictius Kirche gemeinsam gestalten

Nachdem die Teilnehmer diskutiert und Karten beschrieben hatten, las Marion Große Vestert die Ergebnisse vor.

Nachdem die Teilnehmer diskutiert und Karten beschrieben hatten, las Marion Große Vestert die Ergebnisse vor. Foto: Rupert Joemann

Schöppingen - 

Die Zahlen belegen: Die Pfarrgemeinde St. Brictius steht im Vergleich zu vielen anderen Gemeinden im Bistum Münster gut da. „Aber das ist kein Grund zu sagen, alles ist gut“, sagte Michael Saar von der Steuerungsgruppe am Montagabend bei der Pfarrversammlung.

Von Rupert Joemann

Von rund 5000 Kirchenmitgliedern besuchen 1000 regelmäßig den Gottesdienst in einer der drei Kirchen, eine Quote von rund 20 Prozent. Im Bistum sind es lediglich etwa zehn Prozent. Bei der Austrittsquote haben die Schöppinger eine sehr niedrige Quote. 2014 traten zehn Gemeindemitglieder aus. Das entspricht einer Quote von nur 0,2 Prozent. Deutschlandweit waren es 218 000 Austritte bei 2,4 Millionen Mitgliedern oder 0,9 Prozent.

Doch Michael Saar glaubt nicht, dass es so positiv bleibt, wenn sich die Kirche in Schöppingen nicht ändert. Als negatives Beispiel gab er Duisburg an. „Dem hinken wir fünf bis zehn Jahre hinterher. Das werden wir wohl noch erleben“, sagte Saar.

Dem wollen die Schöppinger rechtzeitig entgegenwirken. Die Gemeinde will sich mehr öffnen.

In einem neuen Pastoralplan will die Gemeinde die Leitlinie ihrer künftigen Arbeit festlegen. Noch vor der Pfarreirat-Wahl 2017 soll der Pastoralplan stehen, so Carola Große Lutermann, Vorsitzende des Pfarreirates.

„Den gesellschaftlichen Veränderungen muss Kirche Rechnung tragen“, sagte Christoph Speicher , der das Projekt für das Bistum begleitet. In dem Pastoralplan sollten Elemente einer Vision zusammengetragen werden. „Jeder trägt ein Bild von Kirche in sich“, sagte Speicher.

Und Bilder lagen auch auf den Tischen aus im voll besetzten Tradelogic-Seminarzentrum an der Diepenheimstraße. Jeder Teilnehmer sollte sich ein Bild aussuchen, das für ihn wichtig ist. Über das Bild sollte sich der Teilnehmer mit seinen Tischnachbarn austauschen. Und Gemeinsamkeiten der Gesprächspartner auf eine Karte schreiben. Die wurden anschließend an eine Wand gehängt und vorgelesen. So standen Wünsche wie „Offenheit“, „nur gemeinsam dreht sich das Rad“, „Vielfalt an Können ausschöpfen“, „gemeinsam sind wir stark“ oder „auch Traditionen sind wichtig“ auf den Karten. Carola Große Lutermann versprach, dass die Mitglieder der Steuerungsgruppe sämtliche Wünsche besprechen werden.

„Wir sind offen für Anregungen. Der Pastoralplan ist nicht in Stein gemeißelt“, sagte Große Lutermann. Ähnlich äußerte sich auch Christoph Speicher: „Wir versuchen, uns pastoral an den gesellschaftlichen Veränderungen auszurichten und mit der Zeit zu gehen.“

Die Kirchengemeinde müsste den „Übergang von Volkskirche zu einer Kirche im und für das Volk“ schaffen, so Michael Saar. Und dazu gehöre auch ein starker und reibungsvoller Austausch. Dabei gehe es darum, Neues auf Altem aufzubauen, so Christoph Speicher.

Mit gutem Beispiel will Pfarrer Thomas Diedershagen vorangehen. Er überlege, eine Sprechstunde einzurichten.

Das Ziel ist, Kirche – soweit es geht – nach eigenen Vorstellungen gemeinsam zu gestalten.

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