Di., 10.01.2017

Neujahrskonzert Ein eindringlicher Notentanz

Ein harmonisches Gesamtbild brachten die Mitglieder des Chors an St. Brictius, die Solosänger sowie die Musiker des Sinfonieorchesters Münster zustande.

Ein harmonisches Gesamtbild brachten die Mitglieder des Chors an St. Brictius, die Solosänger sowie die Musiker des Sinfonieorchesters Münster zustande. Foto: Sabine Sitte

Schöppingen - 

Es ist ein bisschen wie ein Geschenk: Wenn der Zauber der Musik die Zeit scheinbar anzuhalten oder gar zurückzuspulen vermag. Das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns besitzt diese besondere Gabe. Und so fanden die vielen Zuhörer beim Neujahrskonzert am Sonntag auch im Januar noch einmal einen langen Moment Gelegenheit zum Innehalten und Besinnen auf Vergangenes und Künftiges.

Nach jedem Stück erstrahlt Christa Teltenkötters Gesicht, ein feines Lächeln huscht über ihre Lippen, sie nickt und flüstert Musikern und Chor ein lautloses „Sehr gut“ zu. Mit dem Auftritt hat sich die Dirigentin und Leiterin des Chores an St. Brictius einen lang gehegten Wunsch erfüllt: „Wir wollten schon immer mal das Weihnachtsoratorium singen, doch es dauert nur 35 Minuten.“ Zu wenig, um damit ein ganzes Konzert zu füllen, doch perfekt für das traditionelle Neujahrskonzert in der St.-Brictius-Kirche.

Das bestreiten seit Jahren die Trompeter Perter Mönkediek und Peter Roth , unterstützt von Markus Lehnert an der Orgel. Auch in diesem Jahr führt das Trio, begleitet von Streichern des Sinfonieorchesters Münster, mit musikalischem Esprit in die Zeit des Barocks.

Mit lebhaften Klängen – fröhlich beschwingt – im Wandel zwischen gemächlichem Tempo, ruhigen Tönen und raschen Rhythmen, interpretieren die Musiker Werke der Komponisten Tomaso Albioni, Gottfried Heinrich Stölzel und Valentin Rathgeber.

Doch nicht nur die Damen und Herren des zehnköpfigen Streicherensembles und eine Harfe sind zur musikalischen Unterstützung engagiert. Mit renommierten Gesangskünstlern hat der Freundeskreis Schöppinger Konzerte auch imposante Stimmen für den Abend gewinnen können. Evelyn Ziegler (Sopran), Rebecca Blanz (Mezzo), Lisa Wedekind (Alt), Wolfgang Klose (Tenor) und Bariton Michael Nonhoff überzeugen vom Soloauftritt bis zum Quintett mit höchster Gesangsprofessionalität.

Ob „Mariä Wiegenlied“ von Max Reger oder die Sequenz „Drei Könige“ aus dem Weihnachtsliedgut Peter Cornelius’: Die besondere Akustik des Kirchengemäuers trägt die Töne des hohen Sopran oder des schweren Baritons bis zur Empore hinauf.

Überwältigend das Weihnachtsoratorium Saint-Saëns, ausgefüllt mit lateinischen Texten aus dem Alten und Neuen Testament, den Evangelien, Psalmen und der katholischen Weihnachtsliturgie. Verträumt schlägt die Orgel die ersten Töne an, zart ergänzen die Violinen das leise Spiel. Nach und nach erwächst aus den melancholischen Anfängen ein immer eindringlicherer Notentanz .

Vom romantischen Zupfen der Harfesaiten (Sonja Jahn) über dramatische Gesangspassagen der Solisten bis zum stimmgewaltigen Chor begeistert das Bühnenensemble in einem gemeinsamen fulminanten Schlussteil im „Alleluja“ das Publikum. Der Lohn: stehende Ovationen.

Und weil die Nostalgie noch ihren Tribut fordert, darf zum Abschied ein Weihnachtslied nicht fehlen: „Oh, du Fröhliche“, dirigiert Christa Teltenkötter zum Publikum gewandt und ihr Lächeln erstrahlt.

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