Mo., 23.01.2017

„Die Ladys“ im Alten Rathaus Charmanter Ausflug in die Swing-Szene

Mit Schwung präsentierten „Die Ladys“ die Hits der Goldenen Swing-Ära.

Mit Schwung präsentierten „Die Ladys“ die Hits der Goldenen Swing-Ära. Foto: Sabine Sitte

 Schöppingen - 

Luftiges Zuckerwattenambiente in Harmonie mit quietschbunter Lollipopsüße: Mit einem charmanten musikalischen Ausflug in die Swing-Szene der 20er- bis 50er-Jahre hat das Berliner Gesangstrio „Die Ladys“ das Publikum am Samstagabend verzückt und zum Staunen gebracht. Der Freundeskreis Schöppingen Konzerte durfte sich wieder einmal über ein ausverkauftes Haus freuen.

Von Sabine Sitte

„Oh, wie schön“, flüstert es in Reihe eins. „Aus den Schwarz-Weiß-Filmen meiner Jugend wird plötzliche farbenfrohe Wirklichkeit.“ Und so wirbeln und tanzen die Musikstars der goldenen Swing-Ära durch das Alte Rathaus : Benny Goodmann, Dean Martin , Frank und Nancy Sinatra , Glenn Miller und die Andrew Sisters als „die erste Girl-Band der Welt“ mit dem „Chatanooga Choo Choo“-Song.

Seit 2013 haben sich die ausgebildeten Jazz- und Musicaldarstellerinnen als „Die Ladys“ dem Swing verschrieben. Die aufwendigen Kostüme mit den charmanten Accessoires, Choreografie und mancher Titel stammen aus eigener Feder. Ob im Petticoat-Kleid mit Spitzenbesatz und Satingürtel oder elegant in schwarz-weißem Kostüm: die Pferdeschwanzfrisur wippt beschwingt mit, wenn die Damen auf der Bühne die Hände in die Hüften stemmen oder unisono Arme und Beine zum Tanzen bringen. Swing ist Jazz und mitreißender Rhythmus. Vom rasanten Texttempo eines „Boogie Woogie Bugle Boy“ bis zum melancholischen „Smile“ eines Charlie-Chaplin-Songs reicht die Musikpalette.

Nicht nur die altbekannten Melodien lassen die Füße des Publikums wippen und die Augen leuchten. Finger schnippen, Hände klatschen, Stimmen summen – „Sing, sing, sing“ – swing, swing, swing. Mit jedem Song erzählt das Trio mimikreich auch die Geschichte dazu: „Mr. Postmann“ bringt die Liebespost, „Mr. Sandmann“ den Schlaf und „Sunnys“ feuerrote kreiselnde Regenschirmchen verdrehen allen die Köpfe. Ob lasziv mit Schmollmund und Hüftschwung oder frech und spritzig: Mit viel Charme und Augenzwinkern wissen „Die Ladys“ ihr Publikum geschickt um die Finger zu wickeln und zu begeistern. Zu Recht.

Doch der Gesang wäre nur halb so betörend ohne die Band. Instrumentalgewaltig untermalen Piano, Bass und Schlagzeug der Leipziger „Swing Delikatessen“ das damenhafte Repertoire, und brillieren auch mal mit einer Soloeinlage: „It don’t mean a thing“.

Dass Rock wandelbar ist und trotzdem ein starkes Stück bleiben kann, beweisen „Die Ladys“ in einer eigenen Version mit Tina Turners „Simply the best“. Modern und mit viel Witz nimmt sich das Trio selbst nicht so ernst und bringt mit dem „Frühstücksmuffel“ auch den letzten Zuhörer zum Schmunzeln.

Die zweite Sequenz des Abends ist eine Hommage an die deutsche Swing-Szene: „Wir machen Musik, bis jeder beschwingt singt . . .“ aus dem Revue-Film mit Ilse Werner, und pfeifend adaptieren die drei Damen auch den Klassiker von Heinz Rühmann und Hans Albers „Jawohl meine Herr’n“. Das Trio weiß: „Bei mir bist du scheen“, marschiert vergnügt mit einem Lied um die Welt und erfreut sich der Zeit „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“.

Zum Abschied ein Klassiker: „Mein kleiner grüner Kaktus“ und drei Handküsse ins Publikum.

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