Mi., 28.06.2017

Abschluss mit Bestnoten Azubis verkürzen ihre Lehrzeit bei Axa

Die Auszubildenden (v.l.) Leon Vörding, Hannah Droste, Marius Funk, Jan Sieverding und Thomas van Goer haben ihre Ausbildung bei Axa verkürzt – und gleichzeitig noch mit Bestnoten abgeschlossen.

Die Auszubildenden (v.l.) Leon Vörding, Hannah Droste, Marius Funk, Jan Sieverding und Thomas van Goer haben ihre Ausbildung bei Axa verkürzt – und gleichzeitig noch mit Bestnoten abgeschlossen. Foto: Susanne Menzel

Schöppingen - 

Das „Team Axa“, wie die Mechatroniker-Auszubildenden des Schöppinger Unternehmens in der Berufsschule genannt wurden, hat nicht nur im Quintett die Ausbildungszeit um ein halbes Jahr verkürzt. Sie haben auch durch die Bank mit Bestnoten abgeschnitten. Möglich ist die Lehrzeit-Verkürzung auf Antrag bei der IHK. 

Von Susanne Menzel

„Fünf auf einen Streich“ – Nein, hier war nicht das tapfere Schneiderlein am Werk, sondern fünf hochmotivierte Mechatroniker-Auszubildende. Das „Team Axa“, wie es in der Berufsschule schmunzelnd genannt wurde, hat nicht nur im Quintett die Ausbildungszeit um ein halbes Jahr verkürzt, sondern auch durch die (Werk-)Bank mit Bestnoten (vier Mal eine Eins, einmal eine Zwei) abgeschnitten. „Meine absolute Hochachtung“, gratulierte dazu jetzt Axa-Chef Matthias Kappelhoff.

Möglich ist die Lehrzeit-Verkürzung auf Antrag bei der IHK. „Und da hat sich schon früh bei der Zwischenprüfung abgezeichnet, dass Hannah Droste, Marius Funk, Jan Sieverding, Thomas van Goer und Leon Vörding dafür in Frage kommen“, bescheinigt ihnen Bruno Lammerskötter, Ausbilder im Bereich Zerspanung und Leiter der Fertigungsabteilung, einen hohen Wissensstand. „Wir haben uns während der gesamten Zeit immer gegenseitig unterstützt“, sagt Hannah Droste rückblickend über ihren Ausbildungsverlauf. „Die Bereitschaft und der Wille, es zu packen, war bei allen gegeben.“

So, wie sich auch im bisherigen Lebenslauf der fünf Mechatroniker viele Parallelen und Gemeinsamkeiten herausstellen. Sie alle hatten zuvor bei Axa, aber auch bei anderen Unternehmen ein Praktikum absolviert. „Ich habe auch von anderen Firmen eine Ausbildungsplatz-Zusage bekommen, gibt Thomas van Goer zu: „Aber mir hat es hier einfach am besten gefallen. Und von der heimischen Küche bis zur Stempeluhr sind es gerade einmal fünf Minuten“, stand seine Entscheidung schnell fest. Von den meisten der fünf Azubis arbeiten Vater oder Onkel ebenfalls im Betrieb. Und: Sie alle wollten etwas Handwerkliches, etwas mit Metall machen und „nicht irgendwo im Büro auf dem Hintern sitzen.“

Hannah Droste hat sogar in den Ferien zusätzliche Praktika eingeschoben, „um ganz genau zu schauen, wo meine Neigungen liegen. Aber schon in der Schule waren Mathe, Physik und Technik immer meine Lieblingsfächer.“ Zunächst hatte sie sich für den Beruf der Technischen Zeichnerin interessiert: „Dann habe ich gefragt, ob ich mich auch mal in der Werkstatt umsehen dürfte. Und da gefiel es mir entschieden besser“, sagt die 19-Jährige und lacht.

Die Frage, ob sie als Frau in diesem Metier denn klar komme, werde ihr oft gestellt, erzählt Hannah Droste. Und sie bleibt darauf keine Antwort schuldig: „Es macht einfach Spaß und ist auch für weibliche Auszubildende gut zu bewältigen.“

Eine Aussage, die Unternehmer Matthias Kappelhoff gerne aufgreift: „Unser Ziel ist es, in jedem Ausbildungsjahrgang immer auch eine junge Frau dabei zu haben. Das gelingt mitunter nur schwer, da muss man häufig dicke Bretter bohren.“ So ist er auch froh darüber, dass Hannah Droste sozusagen als „Ausbildungsbotschafterin“ an Schulen oder Berufsorientierungsmessen nicht nur von ihrem Job als Mechatronikerin erzählt, sondern auch ihren Enthusiasmus für den gewählten Berufszweig authentisch rüber bringen kann.

Matthias Kappelhoff weiß nur zu gut: „Es gibt an Schulen sowie in den Elternhäusern noch große Vorurteile. Selbst bei den Girls- und Boys-Days lassen sich kaum Mädchen davon überzeugen, auch einmal in ein anderes – bisher eher männlich besetztes – Berufsfeld zu blicken.“

Der Chef macht keinen Hehl daraus, dass er alle fünf als Gesellen gerne weiter beschäftigen würde. Einige der fünf überlegen allerdings noch, ob nicht in Zukunft auch ein Studium für sie in Frage kommt. Das, so gibt Kappelhoff unumwunden zu, „sehen wir natürlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“

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