Di., 15.08.2017

Baumberger Orgelsommer Besucher lauschen dem „Ave Maria“

Eine mittelalterliche tragbare Orgel mit 16 Pfeifen spielte Stefan Madrzak während des Konzerts in der Schöppinger Pfarrkirche.

Eine mittelalterliche tragbare Orgel mit 16 Pfeifen spielte Stefan Madrzak während des Konzerts in der Schöppinger Pfarrkirche. Foto: Sabine Sitte

Schöppingen - 

Für die Zuhörer war es eine „wieder einmal wunderbare Stunde“ – die marianische Feierstunde am Sonntagabend in der St.-Brictius-Kirche. Mit berührenden Interpretationen des „Ave Maria“ nach der Ur-Komposition von Johann Sebastian Bach huldigte das Konzert dem morgigen Feiertag Maria Himmelfahrt. Die Veranstaltung war vom Freundeskreis Schöppinger Konzerte im Rahmen des Baumberger Orgelsommers organisiert worden.

Ein leichtes Lächeln umspielt die Lippen von Wolfgang Böcker, dem emeritierten Pfarrer. In den Reihen hinter ihm haben die Zuhörer die Augen geschlossen und lauschen dem Zauber des „Ave Maria“ von Charles Gounod, der mit seiner Melodie das Präludium Bachs unterlegte. Der wohl bekannteste Klassiker am Abend.

Zwischen den verspielten Klängen ertönt ein plötzliches „Mäh, mäh“ – das Blöken eines Schafes, das das Publikum zum Lachen bringt. Ein kleiner Gag zwischendurch, ein neckisches Registerspiel an der Orgel im ernsten Thema. Und doch: „Es ist unser Wappentier und solche netten Effekte sind modern und amüsant“, erklärt Böcker verschmitzt.

Mit sechs Variationen von sechs Komponisten demonstriert Organist Stefan Madrzak die facettenreiche Thematik über die „Mutter der Kirche“, wie Wolfgang Böcker das Dasein Marias den vielen Besuchern erläutert und noch verspricht: „Das Konzert wird den Reichtum der Orgel an möglichen Klangfarben präsentieren, wie es sonst kaum möglich ist.“

Über Beamer und eine Leinwand vor dem Altar haben die Zuschauer die Möglichkeit, dem Musiker beim Spiel auf der Orgel auf der Empore zuzusehen. Das ist bereits bei einem Orgelkonzert im vergangenen Jahr gut angekommen.

Doch bevor Stefan Madrzak (Soest) die Register zieht und die Tastaturen bedient, präsentiert er sein Portativ, eine mittelalterliche tragbare Orgel mit 16 Pfeifen, einem Blasebalg und Knopftasten. Ihr Klang in zwei Oktaven erinnert ein wenig an die Töne einer griechischen Panflöte – tief und warm und hölzern.

Zu sanften Lauten nach einer Melodie von Franz Liszt schreitet Madrzak durch das Kirchenschiff über die Treppe hinauf zur Empore und nimmt an der Orgel Platz.

Das zweite Stück: Das „Magnificat noni toni“ von Samuel Scheid. Ein Räuspern, Konzentration und dann erhebt Stefan Madrzak seine Stimme zum ersten von sechs Versen im klaren Sprechgesang eines Chorals und in Abwechslung mit dem intensiven Orgelspiel.

Als Meister der Improvisation hat Stefan Madrzak auch eigene Kompositionen ins Repertoire eingefügt. Zur Unterstützung an der Orgel begleitet ihn Marco Schomacher, ein Altenberger Organist, während Madrzak das Portativ spielt und Pastor Böcker das Gebet zum Ave Maria spricht: „Gegrüßt seiest du, Maria.“

Eleganz und ein verlockender Vier-Viertel-Takt begleiten Franz Schuberts Interpretation des „Ave Maria“ und sind ein Klanggeschenk für die Sinne. Doch zum Schluss noch einmal das sakrale Spiel der Orgel. Klanggewaltig und vielschichtig mit klaren Tönen erhebt sich die Melodie nach Flor Peeters mit einem beeindruckenden Anfang über einen verhaltenden Mittelteil zur tosenden Brandung im fulminanten Schluss.

Die Zuschauer danken es mit stehenden Ovationen und dem Versprechen: „Wir kommen wieder!“

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