Diskussion um Kamin und Bibelfliesen
Kein Denkmalstatus

Schöppingen -

Fast schien es so, als wollte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses die Diskussion um die Errichtung eines Mehrfamilienhauses an der Haupt-/Amtsstraße ein weiteres Mal aufflammen. Vorsitzende Ursula Uphoff und Bürgermeister Franz-Josef Franzbach konnten die Redebeiträge dann aber doch noch ins eigentliche Fahrwasser lenken: die Beratung und Beschlussfassung über die eingegangenen Bedenken und Anregungen. Sowohl die Träger öffentlicher Belange als auch das Denkmalamt hatten keine Einwände gegen den Abriss des bestehenden Gebäudekomplexes und die Errichtung eines neuen Mehrfamilienhauses. Lediglich der emeritierte Pastor Wolfgang Böcker verwies in seiner Eingabe noch einmal darauf, dass das Bauvorhaben in so exponierter zentraler Lage einer sorgfältigen Gestaltung auch des Baukörpers bedürfe: „Die ursprüngliche Planung mit vier Stockwerken wurde glücklicherweise schon abgeändert. Aber auch die abgespeckte Version mit drei Geschossen befriedigt nicht.“ Der quer zum Straßenverlauf gestellte Baukörper sei „ein Fremdkörper, ein ohne Fantasie entworfener 08/15 Bau, der überall hinpasst, nur nicht in ein historisch gewachsenes Ortszentrum. Die Front zur Straße und zur gegenüberliegenden Kirche hin ist einfallslos, gestaltlos und nichtssagend.“

Mittwoch, 14.03.2018, 07:03 Uhr

Der Kamin war stets begehrter Sitzplatz in der ehemaligen Gaststätte Enning. Denkmalstatus haben aber weder er noch die aufgebrachten Fliesen, erklärte das Denkmalamt.
Der Kamin war stets begehrter Sitzplatz in der ehemaligen Gaststätte Enning. Denkmalstatus haben aber weder er noch die aufgebrachten Fliesen, erklärte das Denkmalamt. Foto: Susanne Menzel

Außerdem befindet Böcker die am Kamin angebrachten Bibelfliesen als unbedingt erhaltenswert. Dazu Bürgermeister Franz-Josef Franzbach: „Wir haben verwaltungsseitig alle Eingaben abgewogen. Das Denkmalamt hat dort nichts Erhaltenswertes entdeckt. Es ist ein gutes Gebäude für den Innenstadtbereich. Wir können nicht jedes Gebäude, das neu entsteht, auf alt trimmen.“ Er versprach aber, das Gespräch mit dem Investor zu suchen, ob die Fliesen nicht dem Heimatverein übergeben werden und die Außenfassade – ähnlich wie am Steiner-Markt – eventuell ein wenig aufgelockert werden könnte: „Das wäre aber seitens des Investors eine good-will-Aktion.“

Die Fassadenklinker, die verwendet werden sollen, hat der Investor übrigens seitlich des Rotterdam-Gebäudes (zu Rahms hin) in einem Glaskasten ausgestellt. Der Ausschuss stimmte mehrheitlich dem Beschlussentwurf der Verwaltung zu.

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