Mammal Hands
Sehnsuchtsvolle Klänge

Schöppingen -

Es gibt Musik bei guter Laune, für oder gegen Liebeskummer, zum wilden Tanzen oder zum lauten Mitsingen. Mit der englischen Band Mammal Hands haben die Veranstalter des Freundeskreises Schöppingen Konzerte und des Kulturrings einen grandiosen, selten gehörten Sound zum Träumen und Meditieren ins Alte Rathaus geholt. Am Sonntagabend war die Vechtegemeinde ein absoluter Geheimtipp für die Fans der Band und einigen selbst Hunderte Kilometer Anreise wert.

Dienstag, 27.03.2018, 06:03 Uhr

Einen experimentellen Mix verschiedener Musikrichtungen boten (v.l.) Nick Smart, Jordan Smart und Jesse Barrett den Zuhörern.
Einen experimentellen Mix verschiedener Musikrichtungen boten (v.l.) Nick Smart, Jordan Smart und Jesse Barrett den Zuhörern. Foto: Sabine Sitte

Über ein halbes Jahr hat Richard Hölscher vom Kulturring seine Kontakte spielen lassen, um die drei Musiker aus ihrer Konzerttour durch Europa auch für einen Auftritt nach Schöppingen zu holen. „Ich habe sie das erste Mal beim Haldern-Pop-Festival erlebt. Da kamen sie auf die Bühne und schlagartig ging die Lautstärke bei den Zuhörern nach unten“, erklärte er dem Publikum, das dicht gedrängt sitzt und steht, zur Einführung.

Schon mit den ersten Klängen zog der klare, atmosphärisch dichte Sound aus Saxofon (Jordan Smart), Klavier (Nick Smart) und Schlagzeug (Jesse Barrett) die Gäste in ihren Bann. Ihre Musik ist ein experimenteller Mix aus spirituellem Jazz, irischem Folk, Indian Pop und Klassik, verfeinert mit elektronischen Effekten.

Die Band verbindet drei Künstler, die sich gleichermaßen abseits des gängigen Mainstreams bewegen wollen. Ihre Songs sind handgemacht und in einem langen musikalischen Prozess entstanden. Die Titel ihres neuesten, erstmals selbst produzierten Albums „Shadow Work“, sind prägnant knapp gehalten: „Near/Far“, „Black Sails“ oder „Transfixed“ wie die Stücke selbst.

Getaucht in neonfarbenes Licht gaben sich Publikum und Musiker im Alten Rathaus den Klängen hin. Mit geschlossenen Augen, wie selbstvergessen, lauschten die Musiker den Tönen ihrer eigenen Instrumente und schienen mit ihnen zu verschmelzen. Beinahe hypnotisch wirkten die sehnsuchtsvollen Klänge des Saxofons im fein abgestimmten Part mit den zarten Klaviersequenzen und dem mal leise verhaltenen bis forschem Rhythmus des Schlagzeugs.

Das ist Musik für die Nacht: für eine endlose Autofahrt bei geöffneten Scheiben auf leeren Straßen. Für ein sanftes Dahingleiten und sich dabei in losen Gedanken zu verlieren. Mal leise und sphärisch, mal kraftvoll und temporeich wie ein wilder Herzschlag, begeisterte Mammal Hands beinahe eineinhalb Stunden ohne Pause. Für die Zuhörer war der Auftritt ein „grandioser“, „sofort begeisternder“ und „unglaublicher“ Abend, den sich manch einer von ihnen dank der frisch erworbenen CD immer wieder ins Gedächtnis holen kann.     

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5620714?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F103%2F156%2F
Jugendliche schlagen auf Zugbegleiter ein
Festnahme am Bahnhof Münster Zentrum-Nord: Jugendliche schlagen auf Zugbegleiter ein
Nachrichten-Ticker