Veranstaltung auf dem Hof bei Schirmers
Print bleibt für Unternehmen ein wichtiges Werbemedium: Totgesagte leben länger

Schöppingen -

Werbung, Personalrekrutierung, Kundenansprache – lieber in gedruckter Form, oder digital auf allen Kanälen? Eine Kardinalfrage, die der Bundesverband mittelständischer Wirtschaft (BVMW) – hier der Kreis Borken – am Dienstagnachmittag auf dem Hof der Agentur Schirmers in Schöppingen wahrhaft plakativ in den Raum stellte.

Mittwoch, 16.05.2018, 18:05 Uhr

Plakativ wirbt Heitkamp & Hülscher mit eigenen Mitarbeitern als Models für sein Unternehmen. Zu dem Infonachmittag auf dem Hof der Kommunikationsagentur Schirmers – rechts im Bild Daniela Doernickel und Christian Schirmers (M.) – hatte Bernd Gohlke vom Bundesverband mittelständischer Wirtschaft eingeladen.
Plakativ wirbt Heitkamp & Hülscher mit eigenen Mitarbeitern als Models für sein Unternehmen. Zu dem Infonachmittag auf dem Hof der Kommunikationsagentur Schirmers – rechts im Bild Daniela Doernickel und Christian Schirmers (M.) – hatte Bernd Gohlke vom Bundesverband mittelständischer Wirtschaft eingeladen. Foto: Susanne Menzel

„Print ist tot“, warf Referentin Daniela Doernickel von der gastgebenden Kommunikationsagentur zu Beginn zunächst die provokante These in den Raum. Die Menschen googlen und surfen, verbringen dabei Stunden im Internet. Dort treffen sie auf eine Flut von Informationen, hüpfen von einer Seite auf die nächste, kommen sozusagen von „Höcksken aufs Stöcksken“ – und wissen am Ende oftmals gar nicht mehr, wonach sie ursprünglich gesucht haben. „Das Internet führt ein Stück weit zum Chaos, zur Überforderung“, referierte Daniela Doernickel: „Man steht vor einer Unzahl von Eindrücken, die man gar nicht verarbeiten kann.“ Um sich gezielt informieren zu können, so führte sie aus, „will der Kunde gelenkt werden. Diesen Rahmen, diesen geführten Informationsfluss, den kann das Print-Produkt bieten. Deshalb auch die Erkenntnis: Print ist nicht, wie oft prognostiziert, tot.“

Print – also die gedruckte Form – zeige nicht nur Qualität, sondern auch Nachhaltigkeit: „Ein gut gemachtes Produkt bleibt länger mal beim Kunden liegen und haftet dadurch auch länger im Kopf.“ Auch sei die Authentizität nicht zu verachten: die Haptik, der Geruch, der visuelle Eindruck. Daniela Doernickel: „Nicht zuletzt verschafft ein gedrucktes Erzeugnis auch Vertrauen. Umfragen zufolge ist für die Menschen das Vertrauen in ein Stück Papier höher als das ins Internet.“

Unternehmen müssten allerdings abseits von 08/15-Lösungen schauen, dass sie die breite Spielwiese der Gestaltungsmöglichkeiten ausnutzten. Und letztlich Print und digitale Medien vernetzen. Sprich: Im Internet neben der gedruckten Fassung auch kleine Videofilme, weitere Fotos und Informationen hinterlegen. Doernickel: „Um den Mehrwert komplett nutzen zu können, ist diese Verknüpfung wichtig. Und man spricht dadurch auch die unterschiedlichsten Zielgruppen an.“

Ebenso Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lassen sich auf diesen Weg gewinnen, so Daniela Doenickel in einem zweiten Statement. 1,3 Millionen fehlende Fachkräfte werden bis zum Jahr 2020 vermutet. Und eine Vielzahl von Unternehmen macht sich auf die Suche. Die Internetstellenbösen – genauso wie die Stellenanzeigen in den Tageszeitungen – werden oft als Medium bei dieser Suche genutzt. Doch um hier aus der Masse herauszustechen, bedürfe es gezielter Werbestrategien. Eine davon stellte Doernickel beispielhaft heraus: die für das H-Team aus Stadtlohn. Das Tief- und Straßenbauunternehmen Heitkamp & Hülscher ist mit der Kommunikationsagentur Schirmers in den vergangenen Monaten einen besonders plakativen Werbeweg gegangen: Statt professioneller Models wurden die Mitarbeiter des Betriebes in Szene gesetzt. Großformatig, ansprechend, aussagekräftig. „Wir haben zwar momentan keinen Bedarf an Auszubildenden oder Fachkräften, wollen uns aber für die Zukunft entsprechend ausrichten“, so Geschäftsführer Erwin Hülscher. Sein Unternehmen sei „aktuell noch in der glücklichen Lage, dass sowohl für Ausbildungs- als auch für Fachkräftestellen reichlich Bewerbungen eingehen. Da können wir uns nicht beklagen. Oft sind es auch Familienangehörige von Mitarbeitern, die vorstellig werden. Oder Menschen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis der Mitarbeiter. Da wirkt die Mund-zu-Mund-Propaganda.“

Darüber hinaus wolle man für die Werbekampagne für das „H-Team“ auch die Botschaft aussenden, „dass es Spaß macht, zu diesem ganz besonderen Team zu gehören.“

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