Schöppingen

Do., 04.03.2010

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Der Linde geht´s an die Krone


Schöppingen - Sie prägt das Landschaftsbild an der Vechte in der Bauerschaft Haverbeck, und das soll sie auch weiterhin: die mächtige alte Linde an der Brüningmühle bzw. Café Bleifrei.

Seit einigen Jahren ist dieses Naturdenkmal aber durch einen starken, das Holz angreifenden Pilzbefall geschädigt. Große und zum Teil mehrjährige Pilzfruchtkörper des Lacksporlings sind inzwischen im Stamm- und Stämmlingsbereich sichtbar geworden.

Die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Borken wird daher auf Empfehlung eines Gutachters am heutigen Freitag (5. März) - also kurz vor dem Neuaustrieb - die Baumkrone beschneiden lassen, um die Stand- und Bruchsicherheit der Linde weiterhin gewährleisten zu können. Da die Stämmlinge miteinander verankert wurden, sind auch optisch noch gesunde Kronenteile einzukürzen und neue Verankerungen einzubauen, teilt die Behörde in einer Pressemeldung mit.

Für die Arbeiten am Baum muss aus Sicherheitsgründen heute die Landesstraße 570 im Bereich der Gaststätte Brüningmühle/Café Bleifrei ab 8 Uhr für die Dauer der Maßnahme gesperrt werden. Eine Umleitung wird ausgeschildert.

Wie Landschaftsarchitektin Margrit Katemann-Tanai vom Kreis Borken mitteilt, seien die vom Pilzbefall geschädigten Teile des Baums von der Vechtebrücke aus zu erkennen. Diese sichtbaren Schadbilder machten im Mai 2009 eine genaue Untersuchung der mehrere Hundert Jahre alten Linde erforderlich. Ein Baumgutachter überprüfte seinerzeit das Innere des Baumes. Mit Schallimpulsen können verdeckte Faulstellen, unsichtbare Höhlungen, Morschungen und Risse im Baum erkannt und lokalisiert werden.

Aus biologischer Sicht ist laut Margrit Katemann-Tanai der Zeitpunkt kurz vor dem Neuaustrieb der günstigste für den Rückschnitt. Anders als im Sommer muss so der alte Baum keine eingelagerten Reserven für einen zweiten Neuaustrieb aufwenden, und Folgeschäden durch Frost können jetzt weitestgehend ausgeschlossen werden.

Schon seit Anfang der 1980er-Jahre wurden an dem Baum, der wegen seines Alters und seines Erhaltungszustandes als Naturdenkmal eingestuft ist, baumpflegerische Maßnahmen durchgeführt. Insbesondere waren Verankerungen des sich in etwa drei Meter Höhe in mehrere Stämmlinge auftrennenden Stammes notwendig. Früher wurde hierbei mit Gewindestangen und Seilankern gearbeitet. Neuere Verankerungen erfolgen nur noch für den Baum „verletzungsfrei“ mit textilen Kronensicherungen, versichern die Experten.


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