Schöppingen

Mo., 01.03.2010

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Der Tanz der Lichter

Seine Einführung hielt Michael Staab inmitten des Kunstwerks und wurde so für die Dauer seiner Ausführungen ein Teil davonFoto: (Frank Zimmermann)
Von Frank Zimmermann

Schöppingen - Lichtreflexe mäandern über die weißen Wände. Kleine Regenbögen tauchen auf, wenn die Projektoren eine Spiegelscherbe genau an der Kante treffen. Und der graue Estrichboden scheint von leuchtenden Farbklecksen übersät. Von oben bis unten erfüllt das „Kaleidoskop“ von Nikola Dicke den hohen Raum in der Galerie F 6.

Durch diese Installation sei der vertraute Raum einer dauerhaften Verwandlung unterworfen, schilderte Michael Staab in seiner Einführung die Wirkung von Dickes Lichtkunst. Der Künstler und Kurator Staab war zur Vernissage extra aus Köln ins Künstlerdorf nach Schöppingen gekommen. Etwas spannenderes als das „Kaleidoskop“ hätte er in der Rheinmetropole am Freitagabend bestimmt nicht zu sehen bekommen, sagte Staab.

Was nach der Quadratur des Kreises klingt, Dicke hat es geschafft: Sie bringt in grafische Arbeiten sowohl eine stete Bewegung als auch Räumlichkeit ein. Dies gelingt ihr, indem sie mit Licht selbst zeichnet: Einerseits hat sie Spiegelscherben auf rotierenden Scheiben arrangiert. Angeleuchtet durch mehrere Projektoren erzeugen sie so bewegte Lichtreflexe und -brechungen. Andererseits hat sie Diagläser mit Ruß geschwärzt und anschließend abstrakte Linien und Muster wieder freigekratzt. Diese Dias projiziert sie wiederum auf den Boden der Galerie. Das Ergebnis hat ihrer Ausstellung auch den Titel gegeben: ein raumfüllendes „Kaleidoskop“. Darin können die Besucher umherwandeln und auf Entdeckungsreise gehen. Wer genau hinschaut, entdeckt die Signatur der Künstlerin - mit Licht auf den Boden geschrieben.

„Die Arbeit ist wunderschön“, lobte Staab, der von Dickes Kunst gleich begeistert gewesen sei, als er sie vor anderthalb Jahren kennenlernte. Dies ist auch in etwa der Zeitraum, seit dem Dicke auf die Realisierung ihres Projekts hingearbeitet hat. Die konkrete Umsetzung vor Ort habe ziemlich genau einen Monat gedauert, erzählte Dicke.

Bei der Ausstellungseröffnung bedankte sie sich bei Dr. Josef Spiegel für die Unterstützung des Künstlerdorfs, durch die ihre Arbeit erst möglich geworden sei.

» „Kaleidoskop“ ist bis zum 26. März in der Galerie F 6 im Künstlerdorf zu sehen. Öffnungszeiten: montags bis donnerstags, 9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, freitags von 16 bis 20 Uhr.


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