Schöppingen
Mi., 01.09.2010
Einsatz mit Pflaster und Rasierschaum
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Schöppingen - „So ruhig habe ich den Wachdienst auf Langeoog noch nie erlebt in den vergangenen 17 Jahren“, stellt DLRG- Wachleiter Holger Gramm aus Stade fest. Da klingt nur ein wenig Enttäuschung heraus, denn somit mussten keine Menschen aus lebensbedrohlichen Situationen auf der Sandbank oder am Meeresstrand geholt werden.
Für einen Anfänger in Sachen Wasserrettung an der deutschen Küste ist das ein guter Einstieg, zumal die Voraussetzungen für weitergehende Fertigkeiten in der heimischen Ortsgruppe Schöppingen aufgrund der Geografie und der technischen Ausstattung nicht gegeben sind. Und doch hat sich Schwimmausbilder Ludger Roters, der während des Schuljahres die kleinen und etwas größeren Schwimmanfänger im Schöppinger Vechtebad zum Bronze- und Goldabzeichen führt, für die erste Ferienhälfte für die Wasserrettung an der ostfriesischen Küste beworben.
Als Mindestvoraussetzungen werden von der Bundeszentrale der DLRG in Bad Nenndorf das Rettungsschwimmabzeichen Silber sowie die erfolgreiche Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs gefordert - beide maximal zwei Jahre alt. Für die Wasserrettung an der Küste gilt zusätzlich das Mindestalter 18 Jahre.
Der Wasserrettungsdienst beginnt auf Langeoog im Regelfall um 9 Uhr und endet um 17 Uhr. Während der von der Kurverwaltung festgelegten Badezeit vor dem täglichen Hochwasser gilt eine besondere Badeaufsicht im zugewiesenen Strandbereich. Vor und nach der Badezeit, wenn die DLRG-Flagge die Besetzung der Wachstation anzeigt, muss für die Kurgäste am Strand die sogenannte Kleine Erste Hilfe geleistet werden: Pflaster auf dem großen Zehen, Rasierschaum auf die Verätzungen der „Feuerqualle“, Kühlung von kleinen Prellungen und schließlich die Suche nach Kindern, die sich beim Spielen am Strand zu weit vom Strandkorb der Eltern oder Großeltern entfernt haben.
Typisch für diesen Bereitschaftsdienst ist, dass nach langen und ereignislosen Tagen am Strand der Hilfebedarf auf einmal geballt auftritt und sich die Badegäste vor dem Turm der Wasserrettungsstation drängeln. Doch fast jeden Tag kann die Flagge der DLRG zum Feierabend um 17 Uhr, bei spätem Hochwasser um 18 Uhr, eingeholt werden. Nur ein Mal musste der Strand wegen eines sehr schnell aufziehenden Gewitters geräumt und vorher die Rote Flagge (absolutes Badeverbot) gehisst werden. Hier war der Aufenthalt bereits um 15 Uhr niemandem mehr zuzumuten.
Da die Wachstationen mit mehreren erfahrenen Rettungsschwimmern besetzt sind, besteht genügend Möglichkeit, Neues für die Wasserrettung an der Küste zu erlernen. „Mit Blick auf die Nordsee und die riesige Sandbank vor Langeoog habe ich Knotenbinden geübt und die Vorschriften zum Sprechfunk am Strand auswendig gelernt. Und natürlich sind Informationen zur Nordsee, zu den ostfriesischen Inseln, zu Ebbe und Flut sowie zur Meeresfauna von den Kurgästen am Strand nachgefragt worden. In der Unterkunft haben wir uns abends über die ungewöhnlichsten Fragen ausgetauscht“, berichtet Rettungsschwimmer Ludger Roters.
Nach dem er die Erfahrung selber gemacht hat, rät er: „Wer Interesse hat, im Rahmen der DLRG Wasserrettung an der Nord- und Ostseeküste sowie an Binnenseen mitzumachen, spreche einfach die Trainer der Ortsgruppe Schöppingen während der Trainingszeit am Dienstag, von 17.15 bis 21 Uhr an oder informiere sich auf der Homepage der DLRG Bundeszentrale.“
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