Schöppingen
Di., 17.08.2010
Knisternd und in sattem Schwarz
|
|
Schöppingen - Zentimeter um Zentimeter schiebt sich die schwere Maschine namens Fertiger die Landstraße 582 in Richtung Osterwick vor. An der Vorderseite spuckt sie dampfenden Asphalt aus, der gleichmäßig auf die Fahrbahn verteilt wird. Es riecht streng nach Teer. 160 Grad ist die schwarze Masse heiß, wenn sie aufgetragen wird. Da kommt es Bauleiter Wolfgang Michel und den Straßenbauern der Firma Tuitjer aus Mettingen gerade recht, dass die größte Sommerhitze in diesem Jahr schon vorüber zu sein scheint. Mehr noch: „Es hat in den vergangenen Tagen so viel geregnet, dass wir erst heute Morgen entschieden haben, ob wir überhaupt anfangen können“, sagt Michel, während er prüfend beobachtet, wie eine der drei eingesetzten tonnenschweren Walzen der Firma den knisternden Asphalt verdichtet.
Seit gestern sind die Mitarbeiter des Mettinger Unternehmens im Auftrag des Landesbetriebs Straßen.NRW mit der Sanierung der Landstraße zwischen Schöppingen und Osterwick beschäftigt. Den Anfang macht der Teilabschnitt zwischen dem Abzweig mit der Kreisstraße 28 nach Asbeck und dem südlichen Sanierungsende unweit der Einmündung mit der Kreisstraße 37 etwa in Höhe des Hofes Wigger. Bis zum heutigen Mittwoch werden die Arbeiter in diesem Bereich auf die zuvor abgefräste und mit einem Haftvermittler behandelte Fahrbahndecke eine fünf bis zehn Zentimeter dicke Binderschicht aufbringen. Rund 2000 Tonnen Asphalt werden dafür verbaut. Das Material wird fortlaufend mit Sattelschleppern angeliefert und sofort verarbeitet, bevor die Temperatur absinkt. 300 Meter schaffen die Arbeiter in einer Stunde, bei einer Fahrbahnbreite von 5,80 Meter eine stolze Leistung. Am morgigen Donnerstag und am Freitag wird die Deckschicht aufgetragen und die Anschlüsse zu den Wirtschaftswegen werden hergestellt. Anschließend erfolgt die Befestigung der Banketten.
Ab nächsten Dienstag beginnt dann die Sanierung des zweiten Teilabschnittes von Haneberg & Leusing bis zur K 28, Dieser wird dazu - wie schon der jetzt in Arbeit befindliche Abschnitt - voll gesperrt. Spätestens am 27. August (Freitag), also rechtzeitig zum Ferienende und Schuljahresbeginn, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und der Verkehr auf der Landstraße wieder uneingeschränkt rollen. Dann wird eine der unfallträchtigsten Straßen im Gemeindegebiet in ihrer Gefährlichkeit zumindest entschärft sein. Immer wieder hatten sich vor allem Lkw-Unfälle ereignet, bei denen zum Teil erheblicher Sachschaden entstand. Aber auch Personenschäden sind zu verzeichnen; im vergangenen Jahr ereignete sich ein tödlicher Motorradunfall.
Wie dauerhaft die Sanierung sein wird, darüber darf man indes durchaus spekulieren. Denn eine grundlegende Erneuerung mit einem kompletten Neuaufbau des Unterbaus erfährt die vielfach befahrene Straße nicht. „Wir arbeiten im sogenannten Hocheinbauverfahren“, erklärt Wolfgang Michel. Will heißen: Der Unterbau bleibt so erhalten, wie er ist. Es wird lediglich die oberste Schicht abgefräst, vorhandene Risse mit sogenannten Geogittern stabilisiert und dann der neue Asphalt aufgetragen. Wie lange das gerade bei intensiven Lkw-Verkehr halten wird? Michel kann es nicht genau sagen. Nur so viel: „Die Gewährleistung beträgt vier Jahre.“
|
|
Anzeige
InserierenWN-Immo Anzeigen
Wohnungen, Häuser, Grundstücke und gewerbliche Immobilien aus Ihrer Region
