Schöppingen
Sa., 27.02.2010
Schmachtlappen-Geschichte(n)
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Schöppingen - Bereits tausend Jahre ist der Brauch alt, in der Fastenzeit von Aschermittwoch bis zum Karsamstag mit einem Hungertuch den Altar zu verhängen. Im Volksmund wurde es auch „Schmachtlappen“ genannt. Deshalb betitelte Franz-Josef Risse aus Freckenhorst seinen Lichtbildervortrag in der St.-Brictius-Kirche: „Vom Schmachtlappen bis zu den Struwen“.
Der Name „Hungerdoek“ ist in Münster 1306 erstmals belegt. Das älteste Hungertuch im Münsterland entstand 1614 in Everswinkel. Neun Jahre später entstand 1623 das Hungertuch in Telgte, das dank mehrerer Restaurationen noch heute erhalten ist und im Heimathaus Münsterland seinen Platz finden soll.
Drei Jahre älter (1628) ist das Hungertuch des adeligen Damenstifts in Freckenhorst. Sechzehn adelige Damen, deren Namen und Wappen auf dem Tuch verewigt sind, haben das Tuch mit dynamisch, bewegt wirkenden Figuren geschaffen.
In seinen Ausführungen zeigte Franz-Josef Risse auf, wie sich die Tradition der Hungertücher im Münsterland bis heute fortgesetzt hat. So ging er auch auf das Schöppiger Hungertuch ein, das vor 25 Jahren von 16 Frauen gestickt wurde, weil man das alte Hungertuch, das um 1900 entstanden war, nicht mehr auffand. „Nach dem Schöppinger Vorbild seien im Münsterland an verschiedenen Orten von Frauen ebenfalls Hungertücher gefertigt worden, die meisten in der alten Technik des Stickens. Die Entwicklung ging aber in letzter Zeit auch zu farbigen Arbeiten hin, über Batik zur Malerei.
Zum Abschluss ging Risse noch auf Bräuche in der Karwoche ein. Das typische Karfreitagsgericht sind die Struwen - ein Fettgebäck.
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