Kreis Coesfeld
Di., 03.01.2012
Dezember-Blues fällt diesmal aus
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Kreis.Coesfeld. Neuer Rekord: So wenig Arbeitslose gab es noch nie in einem Dezember im Kreis Coesfeld: 3349 Jobsuchende meldete die Agentur für Arbeit gestern. Das sind zwar 71 oder 2,2 Prozent mehr als im November. Aber "normal" wäre eigentlich ein deutlich stärkerer Anstieg gewesen. Da Schnee und Eis sich bislang bei uns kaum sehen ließen, blieb auch der sonst übliche Winter-Einbruch, der Dezember-Blues auf dem Arbeitsmarkt aus. Wurden früher nicht selten Arbeitnehmer in den "Draußen-Berufen" im Dezember ins Schlechtwettergeld oder sogar zum Stempeln geschickt, konnte bei den bislang moderaten Temperaturen beispielsweise das Baugewerbe noch ohne Probleme durcharbeiten. Und auch der Januar 2012 hat für sie ähnlich vielversprechend begonnen.
Es gibt aber auch noch ein anderes Phänomen, das wesentlich dazu beiträgt, dass die Rekord-Arbeitslosenquote aus dem November von 2,9 Prozent im Kreis Coesfeld noch gehalten werden konnte, während zum Beispiel in den Nachbarbezirken fast durchweg Anstiege von 0,1 Prozentpunkten zu verzeichnen waren: "Arbeitgeber vermeiden mittlerweile die saisonbedingte Entlassung von Fachkräften, denn die Gefahr, sie im Frühjahr nicht wieder zu bekommen, ist hoch", hat Barbara Ossyra, Leiterin der Agentur für Arbeit Coesfeld beobachtet.
Einen positiven Jahresabschluss gab es auch in den kommunalen Jobcentern im Kreis Coesfeld, in denen die Langzeitarbeitslosen (über ein Jahr ohne Job) betreut werden. Dort blieb die Quote von 1,5 Prozent nicht nur stabil, in absoluten Zahlen ausgedrückt ging die Arbeitslosigkeit sogar um 34 Personen zurück. Insgesamt hatten die Job-Center im Kreis Coesfeld im Dezember 1686 Langzeitarbeitslose in der Statistik. In fast allen Altersgruppen waren leichte Rückgänge zu verzeichnen.
"Ich freue mich sehr, dass das Jahr 2011 mit der bisher niedrigsten Arbeitslosenquote im Kreis Coesfeld seit Einführung des SGB II am 1. 1. 2005 abgeschlossen werden konnte", bewertet Landrat Konrad Püning dieses besondere Ergebnis. "Diese Spitzenposition in Nordrhein-Westfalen ist jedoch kein Anlass zum Verweilen, sondern eine besondere Herausforderung für 2012, diese Werte möglichst zu halten oder weiter zu verbessern." Der Kreis Coesfeld, führt er aus, verfolge auch weiterhin zusammen mit den Jobcentern in den Städten und Gemeinden das Ziel, vielen Langzeitarbeitslosen den Einstieg ins Berufsleben zu ermöglichen.
Als politisches Ziel hat das auch der hiesige Bundestagsabgeordnete Karl Schiewerling ausgegeben: "Ziel unserer Politik in 2012 wird es weiterhin sein, dass möglichst viele Menschen noch mehr von der Stärke und Stabilität des Arbeitsmarktes profitieren: Seien es Arbeitssuchende auf ihrem Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt oder seien es Menschen, die gerne bis zum Erreichen der Altersgrenze im Erwerbsleben stehen wollen." Die CDU werde "gerade mit dem Einstieg in die unbestritten notwendige Rente mit 67 und angesichts des Fachkräftemangels" die Anstrengungen dazu noch weiter intensivieren, betont der Nottulner.
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