Mi., 22.06.2011

Ascheberg 2500 Unterschriften gesammelt

HERBERN - Geht es nach der Herberner Bürgerinitiative für sauberes Trinkwasser, kurz „BIST“, sollten sich die Bürgerinnen und Bürger wegen des durch die Landesregierung erlassenen Gasbohr-Moratoriums nicht in Sicherheit wiegen. „Das Moratorium heißt nicht, dass in Zukunft in NRW keine Probebohrungen oder sogar Gasförderungen durchgeführt werden. Es bedeutet in erster Hinsicht nur eine Pause der Unternehmungen bis zum Vorliegen der aktuellen Untersuchungen des Landes“, erklärte die BI-Vorsitzende Heike Wentland am vergangenen Dienstag im Rahmen einer öffentlich Mitgliederversammlung der „BIST“.

Ohnehin nehme der Kampf um die Bodenschätze zurzeit erst richtig Fahrt auf, so Wentland: Der Energiekonzern Exxon-Mobil, der sich bereits die Abbaurechte an dem Gasfeld NRW-Nord gesichert hat, will, laut „BIST“, mit eigenen Forschungsergebnissen Einfluss auf die Untersuchungen des Landes nehmen und lädt zurzeit Vertreter von Wasserwerken und verschiedene Lokalpolitiker zu zahlreichen Informationsveranstaltungen ein - mal unter Ausschluss der Öffentlichkeit, mal für alle Interessenten zugänglich.

Heike Wentland wohnte bis jetzt zwei dieser Veranstaltungen bei und ist von der Vorgehensweise des Energiekonzerns empört: „Aus den rund 300 eingesandten Fragen an das Unternehmen, haben die von Exxon Mobil bezahlten Wissenschaftler auf nur drei geantwortet“, schimpft die Herbernerin und setzt nach: „Nur auf das Bestreben von Bürgerinitiativen wie der unsrigen konnte nachgewiesen werden, dass das beim Fracking in Niedersachsen eingeleitete Wasser einen Chemikalienanteil von rund 15 Prozent aufweist. Die Energiekonzerne hatten behauptet der Anteil läge bei nur 0,1 Prozent.“

Tatsächlich werden zum Abbau des Erdgases im Rahmen der unkonventionellen Erdgasförderung, „Fracking“ genannt, mit großen Mengen chemisch belasteten Wassers Bohrlöcher aufgesprengt, um das darin enthaltene Gas aus dem Gestein zu lösen. Um die in den vergangenen Wochen erhaltenen Informationen an die anderen Mitglieder der „BIST“ weiterzugeben, stellten Heike Wentland und ihr Mann Lutz die neu gewonnen Erkenntnisse im Rahmen der Versammlung im Jochen-Klepper-Haus vor.

„Die erste Phase unserer Arbeit, in der wir uns um die Information der Bürgerinnen und Bürger bemüht haben, läuft mit dem Ende der Anti-Fracking-Petition aus. Nun wollen wir mehr Mitglieder für unsere Sache gewinnen“, so Lutz Wentland. Bis jetzt haben die Herberner Akteure rund 2500 Unterschriften in der gesamten Gegend sammeln können. Zu den schon verteilten Buttons sollen nun noch Anti-Gasbohr-Sticker und Fahnen hinzukommen.

„Wer unserer Bürgerinitiative beitritt muss keine besondere Arbeit leisten, sondern bezieht nur eine klare Position gegen die geplante Förderung der lokalen Erdgasvorkommen“, so Heike und Lutz Wentland. Der Jahresbeitrag beläuft sich pro Familie auf zwölf Euro. Bei weiterem Informationsbedarf zum Anliegen der „BIST“ oder einem gewünschten Beitritt können sich Interessierte unter der Homepage www.bist-herbern.de erkundigen

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