Am 4. März schließt Josef Schulte die Gaststätte
Sa., 28.01.2012
Haus Klaverkamp wird Geschichte
Josef Schulte ist seit 1970 im Haus Klaverkamp aktiv. Bald hat er mehr Zeit für die Familie. Mit Tochter Simone (li.) und Frau Marianne wird der 72-Jährige das Hotel Eschenberg weiter betreiben.
Ascheberg -
Am 4. März dreht Josef Schulte den Zapfhahn nach oben und schließt das Haus Klaverkamp ein letztes Mal ab. Die Traditionsgaststätte wird zum Fall für die Abrissbirne. Denn Heckmann-Bau aus Hamm möchte auf dem Areal in vier Baukörpern Wohnungen entstehen lassen. Familie Schulte wird das „Hotel Eschenburg“ weiterführen.
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Seine Wunschlösung ist das aktuelle Prozedere nicht. Dafür hängt Josef Schulte zu sehr am Haus Klaverkamp. Was seit dem vergangenen Jahr beschlossen ist, macht allerdings den größten Sinn. Der 72-Jährige hat verschiedene Nachfolgemodelle durchgespielt. „Ich war mit Bernhard Thyen, der mich unterstützt hat, in Lingen und Meppen. Wir sind viel herumgefahren, um einen Pächter zu finden“, berichtet Schulte. Doch die Interessenten schreckten insbesondere wegen der hohen Energiekosten zurück. Etliche Jahre, so Schulte, habe man für den Erhalt der Gaststätte gekämpft. Auch die Familienlösung mit Tochter Simone, die eine Ausbildung im Hotelfach hat, wurde durchgespielt. Dazu wären zwei Dinge wichtig gewesen: Das Haus hätte energetisch ertüchtigt werden müssen, dazu hätten sich Renovierungen etwa der Toilettenanlage gesellt. Neben dem Investitionsbedarf wäre auch ein neuer Koch – Josef Schulte ist Chef und Koch in Personalunion – nötig gewesen. „Man muss nur rundherum schauen, wie viele Betriebe geschlossen haben. Ich könnte ein halbes Dutzend aufzählen“, bringt Josef Schulte auch die allgemeine Lage in der Gastronomie ins Spiel. In schwierigen Zeiten wirtschaftlich viel zu wagen, schied darum ebenfalls aus. Am Ende blieb dann das Interesse des Unternehmens aus Hamm, auf dem Gelände der Gastwirtschaft Wohnungen zu bauen.
Josef Schulte hatte Sorge, wie die Gäste auf diese Nachricht reagieren: „Ich habe gedacht, vielleicht kommt keiner mehr.“ Das Gegenteil ist der Fall: Haus Klaverkamp ist täglich voll. „Unglaublich“, findet Josef Schulte den Zulauf. Und Tochter Simone scherzt, dass ein ganzes Schiff aus Argentinien mit Fleisch unterwegs ist, damit ihr Vater die beliebten Rumpsteaks anbieten kann.
Für Josef und Marianne Schulte sind es bewegende Zeiten. Gerade hat der älteste Ascheberger Sparclub „Grün-Weiß“, der bei Klaverkamp seine Heimat hat, beschlossen sich aufzulösen. Im Februar wird zum letzten Mal Geld ausgezahlt.
Für das Inventar hat Josef Schulte schon einige Interessenten. Wie und wann es verkauft wird, ist aber noch nicht entschieden. Zuerst gilt es die Strecke bis zum 4. März zu meistern. Und es bleibt „Haus Eschenburg“. Weil bisher nur wenige Gäste von dort zum Essen ins Haus Klaverkamp gingen, sind die Schultes zuversichtlich es erfolgreich weiter führen zu können.