Kreuzbundgruppe Ascheberg ist offen für Betroffene und Angehörige
Di., 21.02.2012
„An einer Sucht erkrankt zu sein, ist keine Schande“
Ascheberg -
Das Profil der Kreuzbundgruppe hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Die Abende sind nicht nur für Menschen mit Alkoholproblemen offen, sondern auch für alle anderen, die an einer Sucht leiden.
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Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Die tollen Tage des Karnevals mit Feiern, Tanz, Bier und „Kurzen“ sind nur noch Schall und Rauch. Und kaum hat sich der Kater verkrochen, ist Alkohol (vorerst) kein Thema mehr.
Doch so leicht es den allermeisten fällt, nach Karneval und anderen Feiern die Finger von der Flasche zu lassen, so groß ist das Leid derer, die es nicht lassen können. Denn die Sucht nach Alkohol macht krank und lässt Familien zerbrechen.
Doch in Ascheberg gibt es eine unkomplizierte, fachkundige und ganz persönliche Hilfe vor Ort: Die zurzeit zwölfköpfige Kreuzbundgruppe, die sich jeden Freitag um 19.30 Uhr im alten Pfarrbüro im Pfarrheim St. Lambertus trifft.
„Wir gehören dem Kreuzbund-Stadtverband Lüdinghausen an, mit insgesamt acht Gruppen in Lüdinghausen, Senden, Nordkirchen, Olfen und Ascheberg. Dachverband ist die Caritas“, erklärt Geschäftsführer Reinhold Möller. Ursprünglich sei die Kreuzbundgruppe eine reine Selbsthilfegruppe für „alkoholabhängig Erkrankte“ gewesen. „Das hat sich im Laufe der Jahre verändert. Wir sind nicht nur offen für Menschen mit Alkoholsucht und deren Angehörige, sondern auch für alle anderen, die unter einer Sucht leiden, zum Beispiel Tablettensucht oder Spielsucht“, berichtet Reinhold Möller.
Oft können sich Betroffene gegenseitig helfen, einander Halt geben, durch Beispiele der persönlichen selbst Erfahrenen. Die Gruppe ermögliche dem Betroffenen, sich selbst zu helfen. Zudem würden die Abende von Elke Stapper, einer erfahrenen und geschulten Gruppensprecherin moderiert. „Wenn wir nicht helfen können, vermitteln wir weiter zu Fachstellen der Caritas“, nennt Reinhold Möller eine weiteres Angebot.
Was dem Geschäftsführer besonders wichtig ist: „Wenn die Tür nach den Treffen zu gemacht wird, bleibt alles Gesprochene im Raum. Es herrscht so etwas wie ärztliche Schweigepflicht. Niemand muss sich schämen. Es ist doch keine Schande, von einer Sucht betroffen zu sein“, sagt Reinhold Möller. „Aber es ist eine Schande, nichts dagegen zu tun.“
► Wer Kontakt zur Ascheberger Kreuzbundgruppe aufnehmen möchte, kann sich vorab direkt an Elke Stapper, ' 0 25 99 / 74 04 47, oder Reinhold Möller, ' 0 25 93 / 95 77 47, wenden.
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