Sa., 10.03.2012

Thomas Großerichter will ins Guiness-Buch der Rekorde Herberner radelt um die Welt

Thomas Großerichter will ins Guiness-Buch der Rekorde : Herberner radelt um die Welt

Am Brandenburger Tor in Berlin will Thomas Großerichter aus Herbern zu seiner Radtour um die Welt startet. In 191 Tagen geht es los. Foto: dpa

Ascheberg/Herbern - 

Wenn Westfalen sich etwas in den Kopf setzen, dann ziehen sie das durch. Stur wie eine Eiche trotzen sie dem Sturm. Thomas Großerichter blies ein echter Orkan ins Gesicht, der Herberner wankte kurz, selbstbewusst stellt er sich jetzt aber der veränderten Aufgabe: An seinem 27. Geburtstag will der Bauernsohn mit seinem Fahrrad am Brandenburger Tor aufbrechen, um die Welt in weniger als 100 Tagen auf zwei Rädern zu umrunden.

Von Theo Heitbaum

Wenn Westfalen sich etwas in den Kopf setzen, dann ziehen sie das durch. Stur wie eine Eiche trotzen sie dem Sturm. Thomas Großerichter blies ein echter Orkan ins Gesicht, der Herberner wankte kurz, selbstbewusst stellt er sich jetzt aber der veränderten Aufgabe: An seinem 27. Geburtstag will der Bauernsohn mit seinem Fahrrad am Brandenburger Tor aufbrechen, um die Welt in weniger als 100 Tagen auf zwei Rädern zu umrunden.

Als er zum Trainingslager in die Anden aufbrach, schwebten dem Horner noch 150 Tage vor, um in das Guinness-Buch der Rekorde zu kommen. Als er in den Höhen der Anden unterwegs war, blieb ihm fast der Atem weg. Ein Brite hatte eine neue Bestmarke aufgestellt, so dass Großerichter für seiner Runde um die Welt keine 100 Tage mehr bleiben. Geht das?

„Nach dem ersten Schreck haben wir an der Route gearbeitet“, berichtet Thomas Neumann, der das Projekt betreut und sich mit Thomas Großerichter und Robert Cramer – der Videojournalist begleitet Großerichter mit dem Auto – nach Sponsoren für die Runde um die Welt sucht. Mittlerweile hat der Herberner den Schreck überwunden. Seine Kampfansage klingt so: „Ich weiß um meine physischen und mentalen Stärken. Ich habe keine Zweifel in einem großartigen Team die Sache meistern zu können. Es wird sicherlich höchste Zeit, dass ein Deutscher den Weltrekord nach Deutschland holt.“

Neben seinem Willen und dem trainierten Körper kommt es ganz besonders auf die Strecke an, die mit den Guinness-Buch-Machern abgesprochen worden ist. Professor Dr. Ludwig Ellenberg, Geograph von der Humboldt-Universität Berlin, war mit Ratschlägen behilflich. „Es gibt so vieles zu bedenken: Wann muss ich in Peru sein, um die Anden noch ohne Schnee überqueren zu können? Wie komme ich am besten durchs heiße Australien?“, waren Fragen, die der Herberner mit den Wissenschaftlern geklärt hat.

Hoch oben in den Anden hat Thomas Großerichter sich in die neue Aufgabe verbissen. Drei Monate lang ist er von morgens bis abends mit dem Fahrrad unterwegs, am 5. März hat er die Grenze von Argentinien nach Chile überschritten. Die drei Monate in Südamerika sind aber nicht das einzige Indiz dafür, dass der Herberner seine Tour schaffen kann.

Großerichter durchquerte 2008 mit seinem Mountainbike „Charlie“ in gut 300 Tagen 17 Länder von Buenos Aires bis Kanada (etwa 16 000 Kilometer) und sammelte dabei Spenden für die Christoffel Blindenmission. Der Herberner quälte sich 2010 mehr als 1000 Kilometer durch das Himalaya, überfuhr mehr als zehn Hochgebirgspässe von Lhasa (Tibet) nach Kathmandu (Nepal). Dabei kam Großerichter zu der Erkenntnis: „Ich bin in der Lage, auch mit 30 Kilo Gepäck im Schlepptau am Tag 250 Kilometer zu fahren.“ Und folgerte: „Ich will den Weltrekord für eine Erdumrundung mit dem Fahrrad brechen.“

Wer den Herberner finanziell unterstützen will, wendet sich an Frank Neumann ' 02 31/22 24 46 22, frank.neumann@zilla.de. „Wir haben schon positive Signale von einigen Firmen, die Interesse bekundet haben“, berichtet Neumann. Im Budget für die Tour ist für Unterstützer aber noch genügend Luft.

Die Route

Am 17. September 2012 startet Thomas Große-richter am Berliner Tor in Richtung Polen. Über die Ukraine und Rumänien geht es nach Istanbul. Dort steigt der Herberner in den Flieger – die wird während der Flugzeiten gestoppt. In Asien radelt Großerichter von Bangkok in Thailand über Kuala Lumpur (Malaysia) nach Singapur. Von dort aus landet derr Flieger in Perth (Australien). Prot Lincoln, Adelaide, Melbourne bis Brisbane stehen hier an. Nach dem dritten Flug fährt der Herberner in Neuseeland von Dunedin bis Auckland. Das Flugzeug bringt ihn dann nach Vancouver. In Richtung Süden stehen San Francisco, Los Angeles, Santa Ana, Tijuana, Los Mochis, Acapulco bis Ciuda de Guatemala auf dem Fahrplan. Von Nord- nach Südamerika geht es wieder mit dem Flieger. Guayaquil in Ecuador ist der Startpunkt. Piura in Peru folgt. Lima, Santiago de Chile und Buenes Aires sind die Hauptstädte, die der Westfalen ansteuert. Von der argentinischen Hauptstadt fliegen Große-richter und Cramer zurück nach Europa. Lissabon ist das Ziel. Die weitere Liste liest sich so: Madrid, Bourdeaux, Paris, Köln, Herbern, Bielefeld, Hannover, Magdeburg, Berlin – irgendwann im Januar will Großerichter dort sein, mit Flügen soll die Tour um die Welt in rund 120 Tagen absolviert sein.

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