Mi., 20.02.2013

Großerichter und Cramer berichten 105 Tage in 150 Minuten serviert

Die Aula war ausgebucht als Thomas Großerichter aus dem Zelt krabbelte, mit Robert Cramer und Moderator Sascha Klaverkamp plauschte, Ottmar Sievers zur mentalen Stärke sprach, sich die Herberner ins Goldene Buch eintrugen und die Ehrengabe der Gemeinde erhielten.

Die Aula war ausgebucht als Thomas Großerichter aus dem Zelt krabbelte, mit Robert Cramer und Moderator Sascha Klaverkamp plauschte, Ottmar Sievers zur mentalen Stärke sprach, sich die Herberner ins Goldene Buch eintrugen und die Ehrengabe der Gemeinde erhielten. Foto: hbm

Ascheberg/Herbern - 

Körperliche Torturen eines Extremsportlers, mentale Stärke eines Weltrekordlers, Abenteuer bei einer Rekordfahrt um die Welt. Thomas Großerichter und Robert Cramer ging der Erzählstoff in Herbern nicht aus.

Von Theo Heitbaum

Zwölf Jahre hat die Gemeinde Ascheberg gewartet, bevor ihre Ehrengabe wieder einen würdigen Adressaten gefunden hat. Thomas Großerichter erhielt sie am Dienstagabend von Bürgermeister Dr. Bert Risthaus für eine Leistung, die vorher weder jemand in Herbern , noch in Deutschland oder in der Welt vollbracht hatte. Gemeinsam mit Robert Cramer trug sich der Weltrekordler in das Goldene Buch der Gemeinde ein. Danach endete der unterhaltsame Abend über eine außergewöhnliche Leistung vor vollem Haus so wie die Theaterstücke im Winter: mit lang anhaltendem, ehrlichem und anerkennendem Beifall für die Hauptakteure.

Die atemberaubende Fahrt um die Welt, in zweieinhalb Stunden von Moderator Sascha Klaverkamp mit schlagfertigem Humor präsentiert, fesselte die Besucher. Warum bei der Bühnendekoration mit den Fahrt-Utensilien auch das Zelt vertreten war, erfuhren die Besucher gleich zu Beginn: Morgens ging es 105 Tage mit dem Wecken los und oft krabbelte der Weltrekordler aus dem Zelt - so wie am Dienstagabend in der Aula. Es folgten Videobotschaften der Familien, der Gemeinde und für die BVB-Fans Großerichter und Cramer von Kapitän Sebastian Kehl . Das Gespräch über die sportlichen, mentalen und abenteuerlichen Aspekte der Weltreise wurde mit Appetithappen aus dem Bilderfundus und ersten Videosequenzen angereichert. Es waren Appetithappen für die nächsten Projekte des Duos: Während Robert Cramer an einem Film über die Fahrt arbeitet, macht Thomas Großerichter sich an das Schreiben eines Buches.

Die Zuhörer lauschten gespannt, um ein bisschen der unbegreiflichen Leistung greifen zu können: Thomas Großerichter benötigte pro Tag etwa 15 000 Kalorien. Obwohl der vorher in den Anden trainiert hatte, meinten Sportwissenschaftler er sei für die Tour nicht ausreichend trainiert. „Deswegen war das Mentale besonders wichtig“, erklärte Großerichter. Hypnotiseur Ottmar Sievers erklärte den Besuchern, was er in zwei Jahren mit dem Weltrekordler erarbeitet hatte. Nach dem Ausschalten innerer Blockaden und Glaubenssätze sei der Erfolg programmiert worden. Das optimale Gefühl (Flow), das Großerichter 2008 bei der Fahrt auf einen Hochgebirgspass in Tibet erlebt habe, sei im hypnotischen Zustand so programmiert worden, dass er ihn bei der Tour immer wieder abrufen konnte: „Wenn er den Zeigefinger der rechten Hand und den kleinen Finger der linken Hand stark an den Lenker drückt, läuft der Flow-Zustand ab.“

Besonders fesselnd waren die Abenteuerpassagen: Das erste Begleitauto verreckte gleich am ersten Tag, Grenzer wurden mit Zigaretten bestochen, die Polizei kassierte besonders in Mexiko ab, dort wollten auch zwei bewaffnete Räuber den Rekorder und seine beiden Begleiter, die einen Anteil von je 33,3 Prozent am Rekord haben, überfallen. „Wir sind einfach durchgefahren“, berichtete Cramer.

Raum gewährte das Trio auch der emotionalen Rückkehr nach Herbern. „Ich war so überwältigt, dass es mir schwer gefallen ist weiterzufahren“, erzählte Großerichter, um dann mit viel Adrenalin im Blut bis in die Hauptstadt durchzufahren. Obwohl: Irgendwo in Sachsen-Anhalt ereilte den radelnden Weltrekordler der Sekundenschlaf – da hätte ide Fahrt kurz vor dem Ziel enden können. Zu Ende ging sie nach dem, so Cramer, irren Gefühl beim Passieren des Berliner Stadtschildes am Brandenburger Tor.

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»Bei zwei Bewaffneten durchzufahren, war o.k.. Bei 20 hätten wir stoppen sollen, meinte die Polizei«

Robert Cramer

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»Ich war nachher einmal in den Borkenbergen. Die wirkten nach den Anden total unwirklich.«

Thomas Großerichter.

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