„White Sox“
Ein Streifzug durch die moderne Musik

Ascheberg -

So sehen echte Fans aus: Schwarze Hose, schwarzes Hemd und die weißen Socken gut sichtbar über die Hosenbeine gezogen. Mit dem Jungen in der ersten Reihe scheinen die „White Sox“ ihren Nachwuchs schon gesichert zu haben.

Montag, 22.04.2013, 21:04 Uhr

Die „White Sox“ mit Chorleiter Uli Böckmann begeisterten zwei Mal in Frenkings Festscheune.
Die „White Sox“ mit Chorleiter Uli Böckmann begeisterten zwei Mal in Frenkings Festscheune. Foto: nico

So sehen echte Fans aus: Schwarze Hose, schwarzes Hemd und die weißen Socken gut sichtbar über die Hosenbeine gezogen. Mit dem Jungen in der ersten Reihe scheinen die „White Sox“ ihren Nachwuchs schon gesichert zu haben. Dass er nicht nur modisch, sondern auch stimmlich begeistern kann, zeigte der Männerchor mit einem Konzert, das er am vergangenen Wochenende aufgrund der großen Nachfrage gleich zweimal in „Frenking´s Festscheune“ bot.

„Das ist der Auftakt zu unserer Zwei-Tages-Tournee durch Ascheberg“, kündigte Tenor Kai Böckmann das Konzert am Samstag an. Chorleiter Uli Böckmann dämpfte indes den aufbrandenden Applaus der 180 Besucher, die den Einzug der Sänger in die Festscheune beklatschten: „Abwarten!“.

Doch dass die Akteure diese Vorschusslorbeeren verdient hatten, zeigte sich schnell. „Und fällt uns irgendwann nichts besseres mehr ein, dann kann´s auch mal das ‚Ännchen von Tharau’ sein“, drohte der Chor in seinem Erkennungslied und stimmte prompt dieses volkstümliche Werk aus dem klassischen Männerchor-Repertoire an. Doch dann wandelte sich das konservative „Ännchen“ unvermittelt zur schwungvollen „Barbara Ann“ der Beach Boys und schon war der Funke übergesprungen: Das Publikum klatschte begeistert mit und blieb auch beim anschließenden „I get around“ bei der Stange.

„Dies ist eines der Lieder, die wie für einen Männerchor gemacht sind“, beschrieb Kai Böckmann „Willenlos“ von Marius Müller-Westernhagen, das der Chor als A capella-Version in einem Arrangement von Otmar Stangl präsentierte. Er hat auch „Weg da!“ von Hermann Van Veen für den Chor gesetzt.

„Wenn Sie sich bei dem nachfolgenden Beitrag ertappt fühlen, sehen Sie bitte von einer Klage gegen die ‚White Sox’ ab“, bat Kai Böckmann das Publikum vor dem Song „Facebook“ der „Wise Guys“: „Bevor ich morgens schnell bei Facebook reinguck, hab ich keine Ahnung, wie´s mir geht“.

Mit Temposteigerung und akkurater Kunstpause präsentierte der mehr als dreißig Sänger zählende Chor den „Mann im Mond“ von den „Prinzen“, intonierte „Only you“ der „Flying Pickets“ und Billy Joels „For the longest time“. Ins Ohr ging auch die von Uli Böckmann arrangierte Chorversion des Titels „The Flood“ von „Take That“. Dass sie keine Probleme haben, auch über sich selber zu lachen, zeigten die weiß besockten Herren bei „Er gehört zu mir“, bei dem sich Sänger mit originellen Kopfbedeckungen und Federboas ausstaffierten. Ob Schlager oder moderne Popsongs: Die „White Sox“ sangen sich mit Pianobegleitung von Stefanie Krebs quer durch die moderne Musikwelt. Das machte sowohl den Sängern als auch dem Publikum offenkundig Spaß. Doch die Herren dieses Männerchores sind nicht nur stimmlich fit. Einige Mitglieder zeigten in einem „Konzert im Konzert“ eindrucksvoll ihr instrumentales Können mit Beiträgen an Klavier, E-Gitarre, Bass, Schlagzeug und Trompete.

Abschließender Titel des Konzerts sollte eigentlich „Küssen verboten“ der „Prinzen“ sein. „Das ist leider jedes Mal ein echter Groupie-Killer,“ bedauerte Böckmann augenzwinkernd. Doch das Publikum in der voll besetzten „Festscheune“, das schon während des Konzerts engagiert mitklatschte, ließ den 2009 gegründeten Projektchor nicht einfach so ziehen. Stehender Applaus und anhaltende „Zugabe“-Rufe forderten gesanglichen Nachschlag von den Akteuren. „Setzt euch, wir haben ja noch einen“, beruhigte „White Sox-Coach“ Uli Böckmann und setzte mit „Thank you for the music“ einen endgültigen und passenden Schlusspunkt.

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