Sebastian Aperdannier spielte beeindruckend „Die Nacht im Ölgarten“:
Berührende Darstellung des menschlichen Jesus

Ascheberg -

In der evangelischen Gnadenkirche erlebten die Gäste den Schauspieler Sebastian Aperdannier in der Rolle eines zutiefst menschlichen Jesus, der in der „Nacht im Ölgarten“ seinem Schicksal entgegensieht.

Montag, 06.04.2015, 14:04 Uhr

Eindrucksvoll stellte der Schauspieler Sebastian Aperdannier in der Gnadenkirche Jesus Christus in der Nacht vor der Kreuzigung dar.
Eindrucksvoll stellte der Schauspieler Sebastian Aperdannier in der Gnadenkirche Jesus Christus in der Nacht vor der Kreuzigung dar. Foto: Nicole Klein-Weiland

Passender hätte der Zeitpunkt kaum gewählt sein können: Am Abend des Gründonnerstag erlebten die Gäste in der evangelischen Gnadenkirche den Schauspieler Sebastian Aperdannier in der Rolle eines zutiefst menschlichen Jesus, der in der „Nacht im Ölgarten “ seinem Schicksal entgegensieht.

Es ist die letzte Nacht in Freiheit. „In ein paar Stunden kommen sie mich holen. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange“, weiß Jesus bereits. Er hat sich zum Beten in den Garten Gethsemane zurückgezogen. Seine Zweifel, seine Ängste und viele unbeantwortete Fragen lässt der Schauspieler Sebastian Aperdannier auf Einladung des Jugendreferats des evangelischen Kirchenkreises und der evangelischen Kirchengemeinde Ascheberg in der Gnadenkirche greifbar werden.

Sebastian Apperdannier braucht dafür keine große Requisite, seine Worte reichen völlig aus. Er erfüllt die Geschichten aus der Bibel mit Leben und Menschlichkeit, entstaubt sie und regt zum Nachdenken an. Dazu bedient der Schauspieler sich zuweilen poetischer Sprache, in der aber auch Sinn für Humor und Zwischenmenschliches aufblitzt.

Der Münsteraner Schauspieler zeigt einen Jesus, der auf sein Leben zurückschaut: auf den immer hinterfragenden Bibelschüler, den mittelmäßigen Zimmermann, einen Mann, der „das Egoistische des Glücks“ entdeckt und es daraufhin lieber mit allen Ungeliebten teilen will.

Der Christus, den Aperdannier im gut besuchten Gotteshaus auf die Bühne bringt, resümiert Kindheit und Taufe, kommentiert Wunder („Der Ärger begann mit den Wundern. Die ersten passierten mir quasi nebenbei.“) und die massiven Zweifel über das Hineinwachsen in seine Bestimmung.

Doch am Ende kehrt er wieder zur Ausgangssituation zurück: dem Warten auf den Tod.

Den Verrat durch seinen Lieblingsjünger Judas stellt er als unausweichlich dar: „Es gab nur zwei Lösungen - mich stellen oder mich verraten zu lassen“. Mit den Worten „Ich werde ihnen entgegengehen“, schließt Sebastian Aperdannier sein Theaterstück, verlässt den Altarraum und lässt die Besucher mit meditativer Musik und ihren Gedanken zurück. Erst nach einem anschließenden Moment der Stille bedanken sich die Gäste bei dem Schauspieler mit anhaltendem Applaus für eine tief berührende Darstellung.

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