White Sox bestehen fünf Jahre
Über Erfolg völlig von den Socken

Ascheberg -

Es war einmal ein traditionsreicher MGV Cäcilia, der mit einer frischen Idee dem Mitgliedermangel und der Überalterung ein Schnippchen schlug. Er formierte sich um zum Gesangsensemble „White Sox“, womit sich die Zahl der aktiven Sänger verdoppelte.

Sonntag, 13.09.2015, 16:09 Uhr

Zum Geburtstag erhielt der „White-Sox“-Männerchor von der Sparkasse ein E-Piano gespendet. Die Formation geht mit frischen Ideen, modernem Outfit und Liedern in die Offensive.
Zum Geburtstag erhielt der „White-Sox“-Männerchor von der Sparkasse ein E-Piano gespendet. Die Formation geht mit frischen Ideen, modernem Outfit und Liedern in die Offensive. Foto: tani

Eigentlich war es nur als musikalisches Projekt angelegt, doch heute ist daraus ein erfolgreicher Chor geworden. Einer, der sich einen Namen gemacht hat und in aller Munde ist: White Sox! In diesem Jahr feiern die Herren mit dem Markenzeichen weiße Socken bereits ihr fünfjähriges Bestehen. Die Sparkasse Ascheberg spendierte dazu ein E-Piano. WN-Mitarbeiterin Tina Nitsche sprach mit den Musikern über ihre Anfänge, Kleidung, aber auch Zielsetzungen des Ensembles.

Wie ist die Idee entstanden auf neuen musikalischen Wegen zu wandeln?

Karl Sorges : Angefangen hat alles im Jahr 2009. Im Frühjahr merkten wir, dass wir Null Prozent Erfolg mit Mitgliederwerbung hatten und durch fehlenden Nachwuchs auch die Musikqualität nachgelassen hatte. Nun hatten wir mehrere Möglichkeiten, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Eine davon war die Fusionierung mit anderen Männerchören, aber die waren ja auch alle irgendwie alt. Kurz haben wir auch über einen gemischten Chor nachgedacht, die Idee aber sofort verworfen. Die dritte Überlegung war, in Würde alt zu werden und ein Thekenleben zu fristen (lacht). Und die vierte Möglichkeit, die war es dann. Wir dachten über eine andere Art der Mitgliederwerbung nach. Mit fetzigen Sprüchen, um die Neugierde zu wecken und ganz ohne den Begriff Männergesangverein.

Martin Janning : Auf dem Lambertusmarkt 2009 haben wir dann die Katze aus dem Sack gelassen und dort verkündet, dass wir einen Projektchor gründen, mit dem Ziel 2010 ein Frühjahrskonzert zu geben. Dadurch, dass wir es als Projekt angelegt haben, haben wir sowohl uns als auch den potenziellen Neuen den Druck genommen.

Hat diese Idee funktioniert, stellte sich Erfolg ein?

Christian Lütkenhaus: Ja, wir haben den Nachwuchssorgen mit der Marke „White Sox“ erfolgreich gegengesteuert. Und mehr noch: Aus dem ursprünglichen Projekt ist eine feste Institution geworden. Und wir haben nun immer Bewegung in unseren Reihen, da ständig Interessierte hinzustoßen.

Martin Janning: (stolz) Vor allem haben wir es geschafft, die Anzahl unserer Mitglieder von seinerzeit 19 auf derzeit 38 aktive Mitglieder zu verdoppeln. Im Chorkreis Lünen – Lüdinghausen, dem wir ja angehören, gelten wir damit als Vorzeigechor.

Wie waren die Anfänge?

Ulli Böckmann: Da erinnere ich mich noch genau. Als ich am ersten Abend nach unserem Infostand auf dem Lambertusmarkt, um zwei Minuten vor 20 Uhr oben auf dem Saal war, da war niemand da. Da dachte ich schon, das war es jetzt. Doch fünf Minuten später standen zwölf Interessenten dort oben. Alterstechnisch von 30 Jahren bis Mitte 40, genau die Gruppe die uns fehlte.

Wie sind Sie auf den Namen White Sox gekommen?

Uli Böckmann: (lacht) Schuldig! Na ja, wir wollten weg von den alten Strukturen auch bei der Kleiderordnung. Schnell einigten wir uns auf schwarze Hosen und schwarze Hemden. Na und dann fiel mein Blick auf meine weißen Tennissocken (zieht seine Hose ein Stück hoch). Ich liebe diese weißen Socken. Es machte Klick bei dem Anblick, und der Name war gefunden.

Habt Ihr euer Ziel erreicht? Und wie sehen die Ziele für die Zukunft aus?

Uli Böckmann: Ja, unsere Nachwuchsprobleme haben wir gelöst, indem wir alte Strukturen gekappt haben. Und das in jeder Hinsicht. Neues Outfit, neues Liedgut, wir haben uns einen modernen Anstrich verpasst und mit Ottmar Stangel einen Arrangeur gefunden, der uns die Notensätze umgeschrieben hat. Wir bringen nun moderne Lieder – und das macht den Kick aus. Hätten wir ihn nicht gehabt, ich weiß nicht, ob es so funktioniert hätte.

Was macht die White Sox aus?

Karl Sorges: Man geht jeden Mittwoch mit Freude zum Singen. Wir haben eine tolle Gemeinschaft, ein aktives Vereinsleben, wo Spaß und Freude im Mittelpunkt stehen. Und aus diesem Chor White Sox, der sich da aus dem MGV Cäcilia heraus formiert hat, sind neue Formationen entstanden, wie eine eigene Band. Und das wollen wir alles weiter ausbauen.

Abba , Beach Boys und Die Prinzen im Repertoire

► Beim Repertoire der White Sox lautet es nun Abba, Beach Boys und Die Prinzen statt der althergebrachten Chorliteratur von Silcher, Bogenhardt und Rosenstengel.

► Weitere Mitstreiter sind willkommen: „Wenn Ihr auch Lust bekommt auf Spaß, tolle Musik, lustige Gemeinschaft – und weiße Socken – besucht uns doch einfach mal während einer Probe (jeden Mittwoch, 20.30 Uhr, Gaststätte Goldener Stern, Lambertus-Kirchplatz 4“, animiert die Formation auf ihrer Homepage alle Interessierten zum Mitsingen.

►Kontakt für Feedback, Kritik, Lob oder einfach für Anmerkungen: Erster Teamleader Martin Janning unter Telefon 0 2593/ 7403.

Gerne sind die Sänger auch zu einem konstruktiven Erfahrungsaustausch mit allen Interessierten bereit. „Über Rückmeldungen freuen wir uns immer!“, betonen die Musiker. 

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