Sa., 28.11.2015

Profilschule Ascheberg, Werkstätten Leben dominiert Werkstätten

Werkstattbesuch: Von der Schulband ging es weiter zum Herstellen einer Salbe aus Ringelblumen, zum Forscherlabor mit Schweinelunge und zu den Papierkünstlern.

Werkstattbesuch: Von der Schulband ging es weiter zum Herstellen einer Salbe aus Ringelblumen, zum Forscherlabor mit Schweinelunge und zu den Papierkünstlern. Foto: hbm

Ascheberg - 

Was haben ein Saxofon, eine Schweinelunge, Ringelblumen, Origami und Schokolade gemeinsam?

Von Theo Heitbaum

Was haben ein Saxofon, eine Schweinelunge, Ringelblumen, Origami und Schokolade gemeinsam? Sie sind in den Werkstätten der Profilschule Ascheberg der Beweis, dass die 17-jährige Schülerin Naina aus Köln die neuen westfälischen Schulangebote nicht kannte, als sie zwitscherte: „Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann eine Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen“. Ihr Twitter-Eintrag löste eine Debatte über das Schulsystem aus. Werden in Schulen nur Fachidioten produziert, die im Leben nicht klar kommen?

Das Saxofon ist im Musikraum zu finden. Martina Borgmann kommt hier jede Woche zwei Stunden mit der Schulband zusammen. Die kleine Gruppe, die auch für Flüchtlingskinder offen ist, schließt ans Musikprofil an und lässt es gerade rocken. Beim Abend mit Profil war die Schulband zu hören, weitere kleine Auftritt sind geplant.

„Schokologie“ ist ein Werkstattangebot, das sich mit dem fairen Handel auseinander setzt. Hier werden die Wirtschaftsfakten zu einem Thema zusammengetragen, zugleich aber mit fairen Gütern Rezepte ausprobiert.

Eine Lunge lässt sich in Büchern anschauen, gibt es im Internet mit 3-D-Ansichten, aber im Forscherlabor der Profilschule ist sie zum Anfassen. Marcel Behn hat Schweinelungen organisiert. Mit verschiedenen Aufgaben nähern die Mädchen und Jungen sich dem Organ, dessen Beweglichkeit auch mit Strohhalmen und Luft getestet wird.

Ursula Jansen leitet die Heilkräuter-Werkstatt. Stück für Stück lernen die Schüler hier die unterschiedlichsten Heilpflanzen kennen. Allerdings wieder nicht nur aus Büchern oder übers Internet. Die Heilpflanzen, die teilweise über die Werkstatt Schulgarten groß gezogen werden, kommen auch zum Einsatz. Sie werden gepresst, gesammelt und beschriftet. Bei der Werkstatt-Runde der „Westfälischen Nachrichten“ in der Profilschule wurde gerade auf Ringelblumen eine Salbe erstellt.

Ihre Kreativität mit Papier leben die Schüler in der Papierwerkstatt mit Dr. Elke Dabrock aus. Einerseits werden stabile Schalen aus Papier erstellt, andererseits auch fragilere Kunstwerke mit Hilfe der Origami-Technik.

Das Werkstatt-Angebot der Profilschule kommt aus den Bereichen Kunst, MINT, Sport, Theater, Musik, Hauswirtschaft, Technik, Wirtschaft, soziales Lernen und beinhaltet eine dritte Fremdsprache (Latein, Spanisch). Integriert sind hier etwa die Lego-Roboter, die für Wettbewerbsteilnahmen konstruiert werden.

Die Werkstätten greifen die Interessen und Neigungen der Schüler auf und bauen darauf, dass die Teilnehmer selbstgestimmt lernen. Das lebensnahe Angebot, so sehen es die Jugendlichen selbst, hilft ihnen, sich auf das Berufsleben vorzubereiten. Durch den halbjährlichen Wechsel der Werkstätten haben die Schüler die Möglichkeit, viele Dinge kennenzulernen, sich mit ihnen zu befassen. Die Werkstatt-Wahl ist frei, einige Bausteine müssen auf dem Weg durch die Schule belegt werden. Was Naina wohl zwitschern würde. . .

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