Do., 17.12.2015

Fördern und Fordern an der Profilschule Aus dem Unterricht ins Forschen

Das Ende zu  Beginn: Bevor die Mädchen und Jungen sich an ihre Facharbeit herantasten, wird ihnen gezeigt, wie eine Präsentation aussehen soll.

Das Ende zu  Beginn: Bevor die Mädchen und Jungen sich an ihre Facharbeit herantasten, wird ihnen gezeigt, wie eine Präsentation aussehen soll. Foto: hbm

Ascheberg - 

Sie bekommen Freiheit und eine Pflicht: Starke Schüler können an der Profilschule eine Facharbeit erstellen, deren Thema sie selbst wählen. Sie machen sich mit wissenschaftlichen Methoden vertraut, müssen verpassten Unterrichtsstoff aber nachholen.

Von Theo Heitbaum

Wer durch die Drehtür geht, gehört zu den besten Schülern seiner Klasse: Raus aus dem normalen Unterricht, rein in eine Gruppe von begabten Schülern, die das wissenschaftliche Arbeiten kennenlernen. Betreut wird das „Drehtürmodell“ an der Profilschule Ascheberg von Sabine Fuchs und Maximilian Parwanow. Sie haben sich vorher mit fünf Modulen am Institut für Begabtenförderung der Uni Münster fortbilden lassen.

Ein Baustein des Fordern und Förderns an der Profilschule sind jene zwei Stunden, in denen die Teilnehmer selbst gewählte Themen nach wissenschaftlichen Maßstäben erforschen. Es entstehen Facharbeiten nach einem Leitfaden, der immer wieder zu verwenden ist. Ben Heitmann hat Steve Jobs und Bill Gates im Kopf. Über einen der beiden Männer möchte er seine Arbeit schreiben: „Ich werde mir einen Steckbrief von ihnen anlegen und dann entscheiden, über wen ich schreibe“, sagt der Achtklässler, der sich in der Freizeit oft mit PC, Tablet und Handy befasst und sich für die Erfinder dahinter interessiert.

Mitmachen dürfen er und die anderen Jugendlichen nur, weil sie im normalen Schulalltag zu den Besten gehören, zu denen mit besonders guten Noten. Sie verlassen für zwei Unterrichtsstunden das normale Geschehen. Den Stoff, den sie dort verpassen, müssen sie selbstständig nachholen, im Zweifel zu Hause. „Die Klassen- und Fachlehrer sprechen bei der Auswahl der Schülerinnen und Schüler mit. Bisher hat das Modell sehr gut funktioniert“, sind Sabine Fuchs keine Teilnehmer aufgefallen, die für das Projekt den normalen Alltag schleifen ließen. Die Drehtür-Fachfrau ist vom Gymnasium zur Profilschule gekommen und mit dieser Art der individuellen Förderung vertraut.

Teilnehmen können ein Dutzend Schüler aus den Klassen sechs bis acht. Sorgfältig ausgewählt beschäftigt sich die Gruppe gerade mit den Techniken, die fürs Erstellen einer Facharbeit benötigt werden. So wird mit Open Office ein Dokument für die Facharbeit eingerichtet. Wer es an passender Stelle abspeichert, kann es immer wieder verwenden, nicht nur während der Schulzeit in Ascheberg. Zum Schreiben und Gestalten der Arbeit gesellt sich auch das Erlernen richtigen Zitierens.

Bevor die Arbeit beginnt, werden auch Recherche-Techniken geschult. Wie kommt man an Bücher? Wie sucht man im Internet zielführend? Mit dem nötigen Rüstzeug werden die Mädchen und Jungen dann an die Arbeit geschickt.

Tim Abbenhaus erzählt: „Ich werde über den Beruf des Sozialversicherungsangestellten schreiben. Das hört sich vielleicht komisch an, aber meine Eltern haben den Beruf und ich möchte mehr darüber erfahren.“ Auf jeden Fall mehr als er bisher am Rande erfahren hat. Also wird im Sommer bei einer Präsentation auch ein Beitrag zu einem Berufsbild präsentiert.

„Zuletzt waren es Arbeiten über Solarenergie, Mode und Frauenfußball“, nennt Sabine Fuchs Beispiele aus der Vergangenheit.

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Die Klassen- und Fachlehrer sprechen bei der Auswahl der Schülerinnen und Schüler mit.

Sabine Fuchs

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