Im Bonsai-Zentrum
Meister der Mini-Bäume

ASCHEBERG -

Er schafft lebende Kunstwerke und ist darin ein wahrer Meister: Taiger Urishmata war in Ascheberg zu Gast.

Dienstag, 01.11.2016, 18:11 Uhr

Eine Woche war der bekannte Bonsai-Gestalter Taiger Urishimata nun im Ascheberger Bonsai-Zentrum zu Gast. Begleitet wurde er von Dolmetscherin Sato. Ihm hat es gefallen und er kommt gerne noch einmal wieder.
Eine Woche war der bekannte Bonsai-Gestalter Taiger Urishimata nun im Ascheberger Bonsai-Zentrum zu Gast. Begleitet wurde er von Dolmetscherin Sato. Ihm hat es gefallen und er kommt gerne noch einmal wieder. Foto: tani

Herr Urishimata ist in der Natur unterwegs. Flink und mit einem Lächeln auf den Lippen. Aber nicht auf Schusters Rappen, sondern mit den Händen. Sie formen unermüdlich eine raue Felsenlandschaft in der chinesischer Wacholder der einzige grüne Lichtblick ist. Damit schafft der Japaner eine unglaubliche Naturschönheit im Miniformat.

Taiger Urishmata ist mit Leib und Seele Bonsaiianer. Eine bekannte Größe in der Welt der fernöstlichen Gartenkunst. Einer, der bei dem weltweit bekanntesten Gestalter Kimura gelernt und sich in der Szene mittlerweile einen beachtlichen Namen gemacht hat. Ein Mann, der mit der Bonsaikunst groß geworden ist, denn sein Vater war erfolgreicher Bonsaiianer, der aber selber erst viel später die Leidenschaft für die kunstvolle Gestaltung entdeckte.

„Erst hatte ich damit gar nichts im Sinn“, gibt der 37-jährige zu. Vielmehr war es anfangs nur Pflichtgefühl, als er den Garten seines Vaters übernommen hat. Doch dann lernte er bei Meister Kimura und damit hat sich alles geändert. Der Meister entfachte die Passion. Ästhetischer Sinn und technisches Können faszinierten Taiger Urishimata. „Der Funke sprang über, heute ist es Leidenschaft, eine Berufung“, sagt er. Eine Berufung, die er zum Beruf gemacht hat und die auch in Ascheberg den Funken überspringen ließ. Denn eine Woche ist der Japaner nun bei den Kelmends im Bonsai-Zentrum Münsterland gewesen. Wolfgang und Ingo Klemend haben in ihrem Betriebeine Bonsai-Schule integriert. „Zwei Klassen haben jetzt die sechsjährige Ausbildung zu Bonsai-Gestaltern absolviert und nun die Prüfung abgelegt“, erklärt Wolfgang Klemend.

Taiger Urishimata hat die schwierige Prüfung abgenommen und sich dann nicht nur von den Schülern, sondern am Wochenende auch von vielen Bonsai-Fans über die Schulter schauen lassen, als er ein kleines Naturspektakel im Mini-Format schuf. Ein Werk, was nicht mal eben so entsteht. Denn bis so ein Baum fertig ist, dauert es lang. Eine Aufgabe für geduldige Menschen. „Ich bin eigentlich ungeduldig“, gibt Taiger Urishimata lachend zu. Aber die Leidenschaft überwiegt. „Wenn man etwas liebt und diese Liebe auf Gegenliebe stößt, dann kann man auch Anfänger überzeugen“, verrät er, warum er so viele Menschen in seinen Bann zieht. Eine Leidenschaft die viel Geschick und einen langen Atem erfordert. Aber eine, die für Naturbegeisterte etwas ganz Besonderes ist. Taiger Urishimata teilt seine Passion gerne, indem er anderen seinen Beruf näher bringt. Ein Beruf, der für ihn einen besonderen Reiz ausmacht: „Denn bei Bonsai habe ich die Natur quasi in den Händen“, hält er die raue Felsenlandschaft, die eine Extremsituation im Gebirge täuschend echt nachstellt, und in der nur der chinesische Wacholder den einzigen grünen Lichtblick ausmacht, hoch.

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