So., 10.01.2016

Polizeistreife verhindert Schlimmeres Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft

Auf diese Asylunterkunft  an der Bultenstraße wurde ein Brandanschlag verübt.

Auf diese Asylunterkunft  an der Bultenstraße wurde ein Brandanschlag verübt. Foto: hbm

Ascheberg - 

Eine Polizeistreife verhinderte Schlimmeres: Bei einem Brandanschlag auf die Flüchtlingsunterkunft an der Bultenstraße wurde niemand verletzt. Die Bürger in Ascheberg reagieren entsetzt und empört. Rat und Verwaltung „verurteilen den schwerwiegenden Kriminellen Akt auf das Schärfste“. Bei der Suche nach den Tätern hofft die Polizei weiter auf Hinweise.

Von Theo Heitbaum

(Update Sonntag, 14 Uhr) Durch einen glücklichen Zufall ist in der Nacht zum Samstag bei einem feigen Brandanschlag auf eine Asylunterkunft an der Ecke Bultenstraße/Biete Schlimmeres verhindert worden. Als die Nachricht am Nachmittag im Dorf die Runde macht, regieren die Ascheberger auf der Straße, bei Veranstaltungen und im sozialen Netzwerk tief betroffen.

Eine Polizeistreife, die um 2.50 Uhr zu einem Einsatz nach Herbern unterwegs ist, entdeckt von der Biete aus einen Feuerschein im rückwärtigen Bereich des Hauses. Die Beamten, so eine gemeinsame Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft, löschten die etwa 1,80 Meter hohen Flammen mit einem mitgeführten Feuerlöscher. Sofort eingeleitete Ermittlungen an der Brandstelle ergaben, dass unbekannte Täter, etwa einen Meter von einer gemauerten Hauswand entfernt hinter Sträuchern, eine PET-Flasche mit brennbarer Flüssigkeit entzündet hatten. Ein Übergreifen der Flammen auf das Gebäude erfolgte nicht. Die hinzu gerufene Feuerwehr musste nicht mehr eingreifen. Sie wurde um 5 Uhr noch einmal zu der Unterkunft gerufen, um Licht für die Spurensuche zu liefern. Der Staatsschutz des Polizeipräsidiums Münster hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Polizei hat am Haus Geismann intensive Ermittlungen aufgenommen.

Die Polizei hat am Haus Geismann intensive Ermittlungen aufgenommen. Foto: hbm

Die Nachbarn und auch die Bewohner der Asylunterkunft bemerkten von dem nächtlichen Vorfall nichts. Roswitha Reckers, die Flüchtlinge ehrenamtlich betreut, hat das Haus am Samstag besucht und berichtet: „Die Anwohner haben von dem Anschlag und der Löschaktion nichts mitbekommen. Als ich Samstagmorgen hinkam, waren sie erst sehr verwundert und sind natürlich sehr geschockt. Ich hoffe wirklich, dass es sich sehr schnell aufklären lässt.“ Die engagierte Flüchtlingshelferin bittet Ascheberger und Flüchtlinge um Besonnenheit. Sie mahnt an, die Augen offen zu halten: „Die Bewohner müssen sehr vorsichtig sein.“

Bürgermeister Dr. Bert Risthaus hat am Nachmittag eine Stellungnahme von Rat und Verwaltung veröffentlicht. Darin betont er: „Der Rat und die Verwaltung der Gemeinde Ascheberg sind in Sorge um die uns anvertrauten Menschen. Wir sind erleichtert, dass bei dem Brandsatz vor der Flüchtlingsunterkunft an der Bultenstraße in Ascheberg kein Mensch verletzt worden ist. Dieser Brandanschlag ist ein schwerwiegender krimineller Akt, den wir auf das Schärfste verurteilen. Wir hoffen, dass der oder die Täter rasch ermittelt und zur Verantwortung gezogen werden können. Trotz dieses kriminellen Aktes der vergangenen Nacht setzen wir uns weiterhin für ein friedliches Miteinander der einheimischen Bevölkerung und der Flüchtlinge ein.“

Rückstände des Löschschaums waren am Samstag an der Brandstelle noch zu sehen.

Rückstände des Löschschaums waren am Samstag an der Brandstelle noch zu sehen. Foto: hbm

Die Gemeinde Ascheberg hat den Gebäudekomplex, in dem früher die Gaststätte Geismann und eine Kornmühle untergebracht waren, vorübergehend für das Unterbringen von Flüchtlingen angemietet. Im Oktober sind die ersten Asylbewerber eingezogen. In diesem Jahr soll das Gebäude abgerissen werden und einem barrierefreien Wohnkomplex Platz machen.

Im sozialen Netzwerk Facebook wird der Anschlag auf Schärfste verurteilt. „Wir haben in Ascheberg ein hohes Maß an ehrenamtlichen Engagement für Flüchtlinge und eine gelebte Willkommenskultur. Dass ausgerechnet hier ein Anschlag passiert, ist ein Schlag ins Gesicht für die vielen Ascheberger, die sich pro Flüchtlinge einsetzen.“

Die Empörung („ich könnte kotzen. Wer macht so was?“) geht einher mit dem Wunsch, dass die oder der Täter schnell ermittelt werden: „Mir fehlen die Worte! Da hätten Menschen bei drauf gehen können. Ich hoffe, die Täter werden gefasst!“, heißt es in einem weiteren Online-Statement.

Noch keine neuen Erkenntnisse: Polizei hofft auf Hinweise aus Bevölkerung

► Die Polizei sucht weiterhin Zeugen, die vor 2.50 Uhr verdächtige Beobachtungen an der Asylunterkunft gemacht haben und Hinweise auf die Täter geben können. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 0 25 1/ 275-0 entgegen. Neue Ermittlungserkenntnisse liegen den Beamten bisher nicht vor, ergab eine Anfrage am Sonntagmittag. Die Polizei hofft, vor allem darauf, so hieß es, dass aus der Bevölkerung Hinweise und Beobachtungen kommen.

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Dieser Brandanschlag ist ein schwerwiegender krimineller Akt, den wir auf das Schärfste verurteilen.

Bürgermeister Dr. Bert Risthaus in einer Stellungnahme von Rat und Verwaltung

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