Mo., 19.06.2017

Helmut Kohl in Ascheberg Wirtin schleuste Autogrammjäger ein

Zwei Seiten des  Goldenen Buches der Gemeinde Ascheberg erinnern an die Klausurtagung des CDU-Bundesvorstandes mit Helmut Kohl im Jagdschlösschen.

Zwei Seiten des  Goldenen Buches der Gemeinde Ascheberg erinnern an die Klausurtagung des CDU-Bundesvorstandes mit Helmut Kohl im Jagdschlösschen.

Ascheberg - 

Viel Zeit hatte er nicht - Helmut Kohl hat sich mit den Kollegen aus dem CDU-Bundesvorstand 1979 am Rande einer Klausurtagung aber ins Goldene Buch der Gemeinde Ascheberg eingetragen.

Von Theo Heitbaum

Viel mehr als ein Händedruck war nicht möglich. Bürgermeister Bernhard Schütte Nütgen und Gemeindedirektor Bernhard Thyen schüttelten Helmut Kohl aber nicht nur die Hand. Die gemeindliche Doppelspitze betätigte sich am 20. Mai 1979 auch als Autogrammjäger. Eine Doppelseite des Goldenen Buchs der Gemeinde Ascheberg erinnert an den Besuch des CDU-Bundesvorstandes mit Helmut Kohl an der Spitze.

Lange war die Stippvisite der Politprominenz in Ascheberg eine geheime Kommandosache, erst am Samstag vor dem Eintreffen sickerte die Nachricht durch. Ascheberg stand Kopf, bekam die Gesichter der Klausurtagung aber nur spärlich zu sehen. Sicherheitsleute und Polizei riegelten das Jagdschlösschen hermetisch ab. Ins Gebäude ging es nur für Teilnehmer und Personal. Ascheberg musste draußen bleiben.

„Eingefädelt hatte unseren Besuch auf der informellen Schiene Burgis Reher, die damals noch sehr rührig-couragierte Chefin vom Jagdschlösschen, die sich trotz der Sicherheitsleute in ihrem „Laden“ frei bewegen konnte“, weiß Thyen heute noch, wem er den Besuch während des Mittagessens verdankte. Der damalige Rathauschef erinnert sich, dass sie sich sputen mussten: „Lange war unser Besuch natürlich nicht, die hatten ein strammes Programm.“ 38 Jahre später gibt Thyen zu: „Ich weiß auch nicht mehr, welches Präsent wir überreicht haben. Konkreter ist mir noch in Erinnerung ein kurzes Gespräch mit Heiner Geißler, was wir sozusagen in der Wartezone mit ihm kurz führen konnten, bevor wir dran waren.“

  Foto: privat

Das Goldene Buch weiß übrigens, dass Thyen dem Liebhaber Pfälzer Saumagens westfälische Spezialitäten überreichte. Zu Mittag gab es ebenfalls ein westfälisches Essen mit Spargel und Schinken.

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Die hatten ein strammes Programm.

Bernhard Thyen

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Diese Zeitung zitierte nach dem Treffen eine Kohl-Verehrerin mit den Worten „Mann, der sieht verdammt gut aus.“ Im Spalier der Neugierigen wurden Autogrammkarten und Aufkleber verteilt. Dadurch gingen neben Helmut Kohl unter anderem Gerd Stoltenberg, Heiner Geißler, Heinrich Köppler, Ernst Albrecht, Walter Leisler-Kiep, Hanna Rente Laurin, Kurt Biedenkopf, Alfred Dregger und Karl Carstens. Der wurde am 23. Mai 1979, also zwei Tage nach der Klausur, zum Bundespräsidenten gewählt.

Für die Christdemokraten waren es bewegte Zeiten, stand doch ein bundesweites Ausbreiten der CSU zur Debatte. Und die vielen Presseleute auf der Himmelstraße erfuhren am Ende nichts Neues in der Fragen des Kanzlerkandidaten der Konservativen. Kohls Kommentar: „Fragen Sie doch Strauß!“

Fotostrecke: Altkanzler Helmut Kohl gestorben

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