Mo., 03.07.2017

Profilschule Ascheberg Bonkhoffs Schlachthaus ist Kulisse der Pathologie

Für das Herausforderungsprojekt „Tatort“ mutierte die Schlachthalle Bonkhoff am Samstag zum Autopsiesaal. In die Rolle der Pathologin schlüpfte Vanessa Schmitt (r.), während Greta Mersmann (l.) die Kommissarin mimte. Lea Heinermann schwitze währenddessen „als Leiche“ unter dem weißen Bettlaken.

Für das Herausforderungsprojekt „Tatort“ mutierte die Schlachthalle Bonkhoff am Samstag zum Autopsiesaal. In die Rolle der Pathologin schlüpfte Vanessa Schmitt (r.), während Greta Mersmann (l.) die Kommissarin mimte. Lea Heinermann schwitze währenddessen „als Leiche“ unter dem weißen Bettlaken. Foto: tani

Ascheberg - 

Seit Montagmorgen fordern die Profilschüler sich heraus - in Ascheberg wird darum ein Tatort gedreht.

Von Tina Nitsche

Der Geruch ist nur schwer zu ertragen. Aber im Film wird davon niemand groß etwas merken. Insbesondere für Profilschülerin Greta Mersmann war der Drehtag in der Schlachthalle Bonkhoff eine echte Herausforderung. Denn Greta ist Vegetarierin. Sie stellte sich am Samstag dieser Herausforderung. Tapfer und mit Improvisationstalent. Schließlich ist ein Drehtag kein Zuckerschlecken und ein solcher stand nachmittags für die Schüler im Rahmen des Herausforderungsprojektes „Tatort“ an.

„Das Drehbuch ist zwar fertig, aber es sind längst nicht alle Szenen im Kasten!“ macht Greta den Zeitdruck deutlich. Sie ist am Samstag in die Rolle der Kriminalkommissarin geschlüpft, die am Tatort Ascheberg ermittelt. In diesem Falle im Obduktionssaal, dem Reich der Pathologin, die von Vanessa Schmitt gespielt wird. Die Räumlichkeiten hat Theo Bonkhoff zur Verfügung gestellt. Die Kinder haben sich selbst darum gekümmert. „Wir sind hierhin gegangen und haben gefragt“, erzählen Greta und Vanessa. Denn für die Szene in der Pathologie waren Räumlichkeiten mit Fliesen und am besten einem Seziertisch nötig. In Bonkhoffs Schlachtraum waren alle Voraussetzungen gegeben.

Auf dem silbernen Tisch schwitzt Lea Heinermann unter einem weißen Tuch. Regungslos. Nur ein Arm von ihr lugt unter dem Tuch hervor. Sie hat eine Rolle ohne Text inne. „Denn sie ist die Leiche“, erklärt Greta. Ulrike Schlottbohm ist derweil in die Rolle der Kamerafrau geschlüpft. Die einstige Profilschullehrerin begleitet das Projekt der Gruppe „Tatort“. Die Arbeit bleibt aber den Kindern vorbehalten. Und die opfern dafür auch ihre Freizeit. Selbst Pauline Schöler stößt mit ein wenig Verspätung zur Gruppe. Sie kommt direkt von einer Veranstaltung. Für Greta wird der Aufenthalt in der „Pathologie“ angesichts des Fleischgeruchs, der in der Luft hängt, zunehmend schwerer. Sie improvisiert. Das Taschentuch vor die Nase gepresst kommt sie in den Raum. Dann verlegt sie den Termin mit Pathologin Vanessa kurzerhand wegen des Geruchs nach draußen. Dort geht der Dreh dann weiter. Problem gelöst, ohne dass es jemanden auffallen wird.

In einer Pause erzählen Vanessa und Greta, dass es noch viel zu tun gibt. Mit dem Büffeln ihrer Rollen verplempern sie jedoch keine Zeit. „Da nehmen wir das Drehbuch nur als Gerüst, den Rest sprechen wir frei.“ Vanessa macht das richtig Spaß. Auch Greta ist mit Feuereifer dabei. Dennoch merken die Mädels, dass ihr Projekt sie auch an ihre Grenzen bringt. „Es funktioniert nicht alles so einfach, wie wir es uns vorgestellt haben“, so Greta. Zeitlich ist nicht alles in der Schule zu schaffen, deshalb muss Freizeit geopfert werden. „Nur da haben viele auch Verpflichtungen und so schaffen es leider nicht immer alle“, sagt Greta. Theorie und Praxis klaffen auseinander. „Aber wir schaffen das“, ist Vanessa optimistisch. Seit Montag ist die Projektwoche angebrochen. Das Tatortteam hat noch einiges zu tun. Längst sind noch nicht alle Szenen im Kasten „und schneiden müssen wir ja auch noch“, so Greta.

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