Sommertour des Landrats
Vom Internet-Geschäft zur örtlichen Vogelwelt

Ascheberg -

Interessante Einblicke in Ascheberger Geschäfte, aber auch Radwege-Wünsche und Widrigkeiten bei der Bauleitplanung lernte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr bei seiner Sommertour in Ascheberg kennen.

Mittwoch, 30.08.2017, 19:08 Uhr

Bei Erkmann drehte sich viel um das Zusammenspiel von lokalem und Internetgeschäft. Im Bonsai-Zentrum wurde auch ein 350 Jahre alter Baum präsentiert.
Bei Erkmann drehte sich viel um das Zusammenspiel von lokalem und Internetgeschäft. Im Bonsai-Zentrum wurde auch ein 350 Jahre alter Baum präsentiert. Foto: hbm

Im „Erdbüsken“ lässt sich bei einer nachmittäglichen Radtour gut eine Pause für Kaffee und Kuchen machen. Insofern überrascht die Wahl des Lokals bei der Sommertour von Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr nicht. Die Begleiter aus Ascheberg radelten mit dem Mann aus dem Kreishaus aber nicht nur wegen des Pausengedecks in den Westen. Es wurde deutlich, dass Radfahrer auf der schmalen Kreisstraße mit unguten Gefühlen unterwegs sind. „Es ist wichtig, die Örtlichkeiten zu kennen und nicht nur auf Pläne zu sehen, wo Radwege nötig werden könnten“, beschrieb Schulze Pellengahr ein Ergebnis seiner Tour auf der ihn Verwaltungsmitarbeiter und Ratsmitglieder begleiteten. Bürgermeister Dr. Bert Risthaus brachte an dieser Stelle auch den Radweg an der K 15 in Davensberg und zum Bahnhof Mersch ins Gespräch.

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Zwei Besuchsziele zeigten dem Landrat auch, wie der Handel in Ascheberg die Tür zur digitalen Zukunft weit aufgestoßen hat. Bei Erkmann erläuterten Hubertus und Sebastian Tillkorn, wie aus E-Bay-Verkäufen von Ladenhütern ein bedeutendes Internetgeschäft entstanden ist. „Wir gehören zu den 50 stärksten Portalen auf dem Amazon Marketplace“, berichtete Sebastian Tillkorn. Dort sei man zwar engen Regeln eines weltweiten Konzerns unterworfen, doch könne man die Vorgaben gut nutzen, um sein eigenes Internetgeschäft passend zu organisieren. Von der Produktvielfalt des Shops im weltweiten Netz profitiere auch das Geschäft an der Himmelstraße. Was dort nicht vorhanden sei, könne über ein Terminal angesehen und geordert werden. „Es ist dann in einer Viertelstunde hier“, informierte der Junior.

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Für den Versand in den deutschsprachigen Raum werden jährlich etwa 380 000 Pakete gepackt. Die Mitarbeiterschaft von 90 Leuten wachse fürs Weihnachtsgeschäft auf 120 Personen.

Die Grenzen, die von der deutschen Sprache gegeben sind, hat das Bonsai-Zentrum an der Raiffeisenstraße schon lange hinter sich gelassen. „70 Prozent des Geschäfts läuft über das Internet“, berichtete Wolfgang Klemend der Besuchergruppe. Von den 14 Vollzeitkräften seien zwei Mitarbeiter nur mit Internetdingen betraut, etwa mit dem Einstellen neuer Sachen. Drei Mitarbeiter seien nötig, um die bestellten Waren zu verpacken.

Mitentscheidend für den Erfolg im weltweiten Netz sei der rechtzeitig Kauf der passenden Domains gewesen. So sind die Angebote aus dem Ascheberger Westen nicht nur unter bonsai.de zu finden, sondern auch mit den Endungen für Frankreich, Spanien und Italien. Aktuell sei besonders der französische Markt an Pflanzen und Equipment aus Ascheberg interessiert.

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Als der Betrieb vor gut zehn Jahren nach Ascheberg übersiedelte, sei klar gewesen, dass der Sohn das Geschäft weiterführe. Er befindet sich gerade in Japan auf Einkaufstour.

Neben einer Stippvisite im Flüchtlingsheim schaute die Runde auch das neue Baugebiet Königsallee und das Areal für weitere Baugrundstücke am Breil an. Neben der Sorge, dass Ascheberg über den Regionalplan in einigen Jahren nicht alle Interessen bedienen kann, wurde auch über das „Lerchenfenster“ berichtet. Wie intensiv die untere Landschaftsbehörde aus seinem Haus in die Bauleitplanung eingreift, wurde an diesem Beispieldeutlich. Erst die 14. Fläche, die von der Gemeinde vorgeschlagen wurde, gefiel den Kreisbediensteten.

Wir gehören zu den 50 stärksten Portalen auf dem Amazon Marketplace, der für uns wichtig ist.

Sebastian Tillkorn
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