Projekt Deipe Wiese in Davensberg
Mit dem Bagger wird nachjustiert

Ascheberg -

Nachjustieren mit der Baggerschaufel – das hört sich auf den ersten Blick fremd an. Wie soll mit einer großen Baggerschaufel ein kleines Rädchen um Nuancen verstellt werden? In der Deipen Wiese in Davensberg ist das gestern Morgen passiert. Die Gemeinde hat an der Stelle, wo der alte und der neue Emmerbach getrennte Wege gehen, von der Firma Gunnemann nacharbeiten lassen. Das Ziel: Durch beide Bachbette soll auch in trockenen Zeiten Wasser fließen. „Am Sonntag stand das Wasser“, berichtet ein Anlieger über das Geschehen im Altarm.

Mittwoch, 16.05.2018, 19:05 Uhr

Am Trennbauwerk des Emmerbachs wurde gestern gearbeitet. Der Altarm (oben) wurde vorsichtig ausgebaggert (Foto rechts). Vor dem Trennbauwerk wurde an der Böschung gearbeitet, damit mehr Wasser in den Altarm fließt.
Am Trennbauwerk des Emmerbachs wurde gestern gearbeitet. Der Altarm (oben) wurde vorsichtig ausgebaggert (Foto rechts). Vor dem Trennbauwerk wurde an der Böschung gearbeitet, damit mehr Wasser in den Altarm fließt. Foto: hbm

Zwei Drittel Wasser ins neue Bachbett, ein Drittel für den Altarm – diese Aufgabe soll das Trennbauwerk hinter der Bahnhofstraße übernehmen. Damit es im nun alten Emmerbach weiter fließt, war er bei den Arbeiten schmaler geworden. Das war während der Planungsphase eine der größten Anrainer-Sorgen. Wenn das Wasser im Altarm zum Stillstand komme, versumpfe er, würde es direkt hinter den Häusern von Mücken nur zu wimmeln. „Wir stehen zu unserem Wort, dass wir im Altarm fließendes Wasser haben wollen“, sind die gestrigen Unterhaltungsarbeiten für Tiefbauer Christian Scheipers von der Gemeinde Ascheberg der Beweis, dass die Sorgen ernst genommen werden. Es gibt auch einen zweiten Grund, warum es dort weiter fließen soll: „Die Helmazurjungfer lebt noch an ihren alten Orten, und deswegen muss das Wasser fließen“, erklärt Scheipers. Gerade in den ersten Jahren müsse man genau hinschauen, ob die Natur sich so entwickle, wie Planer und Fördergeber es beabsichtigt hätten, denn: „Trotz Laser und GPS bei den Arbeiten geht die Natur immer noch ihre eigenen Wege“. Beim Verteilen des Wassers musste gestern darum nachgearbeitet werden, eine Kleinigkeit bezogen auf das Gesamtprojekt.

Arbeiten am Altarm

Arbeiten am Altarm Foto: hbm

Für Norbert Gunnemann traf das Nachjustieren gestern auch bei den Baggerarbeiten selbst zu. Der Mann, der den Emmerbach seit Jahren für den Wasser- und Bodenverband unterhält, weiß: „Es gibt hier kaum Gefälle.“ Deswegen lässt er die breite Baggerschaufel auch nur vorsichtig über die Sohle greifen. Im ersten Bereich des Altarms wird vorwiegend angeschwemmter Sand ausgebaggert. Darüber hinaus wird die Böschung vor dem Abzweig leicht bearbeitet, damit das Wasser nicht achtlos am Altarm vorbeifließt.

Arbeiten vor dem Abfluss

Arbeiten vor dem Abfluss Foto: hbm

Die Soay-Schafe, die inzwischen acht Lämmer bekommen haben, sind übrigens nur auf der Bahnhofsseite der Deipe Wiese unterwegs. Der Weg über die Brücke zum Nahrungsangebot auf die andere Seite ist durch ein Gitter versperrt. „Das bleibt vorerst auch so“, informiert Scheipers. Bei den regelmäßigen Monitorring-Terminen werde genau geschaut, wie die Fläche sich mit und ohne Einsatz von Schafen entwickelt. Wenn genügend Erkenntnisse gewonnen worden seien, werde die zweite Seite freigegeben.

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