Ascheberg

Do., 29.09.2011

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Im grünen Klassenzimmer

Bei den Waldjugendspielen mussten die Kinder einen Holzstoss umstapeln. Sie sahen in der „Rollenden Waldschule“ Wildtiere und hatten knifflige Aufgaben zu lösen. Fotos: (hbm)
Von Theo Heitbaum

Davensberg - Die Sonnenstrahlen lugen durch die herbstlichen Bäume und lassen den Dunst auf der Wiese silbern erscheinen - das „grüne Klassenzimmer“ präsentierte sich gestern Morgen in der Davert von seiner schönsten Seite. Dass auch weniger romantisch veranlagte Kinder den Vormittag im Gedächtnis behalten, verdanken sie den Waldjugendspielen, einem spannenden Programm rund um Mutter Natur. Kinder der Burg- und Grundschule Davensberg sowie zwei Klassen der Rinkeroder Grundschule kamen am in den Genuss eines Rundgangs durch Feld und Wald. 19 Aufgaben hatten sie auf dem Weg zu lösen.

Das Team um Carmen Irmen und Lioba Fricke verteilte zur Überraschung der Begleiter gleich zu Beginn Bonbons an die Kinder. Das war Teil der letzten Aufgabe: Wo ist das Bonbon? Gegessen? Wo ist das Papier? Die Fragen zur Aufgabe 19 zeigen, wie die Waldjugendspiele funktionieren - Kinder mit einfachen Dingen die Natur nahe bringen. Etwa die fünf Waldgebote, die mit dem Hinweis „Abfälle wieder mitbringen“ starten.

Darüber hinaus soll sol die Aktion die Augen der Kinder öffnen. „Wir möchten, dass die Kinder Dinge entdecken, die sie noch nicht kennen“, erklärt Aschebergs Hegeringleiter Claus Zobel. Die erhöhte Aufmerksamkeit der Kinder begeistert Lehrerin Annette Dornhegge: „Es ist toll, was hier für die Kinder geboten wird und wie sie mitmachen.“ Die Kinder selbst sind begeistert dabei und haben überhaupt keine Zeit, etwa gegen die Waldgebote keinen Lärm und kein machen; Bäume, Sträucher nd Kräuter nicht beschädigen und Tiere nicht fangen, füttern und anfassen, zu verstoßen. Die Streicheleinheiten mit den Hunden haben sie gleich zum Start hinter sich gebracht. Und dann warten viele Aufgaben: In der rollenden Waldschule sind zahlreiche ausgestopfte Tiere zu sehen. Sie müssen auf dem Gruppenzettel angekreuzt werden. Schwerer ist es da schon, Bäume an ihrer Rinde zu erkennen. In Tastkästen wartet beispielsweise ein Schneckenhaus. Der Verlauf des Emmerbaches wird genauso thematisiert wie die „Gras-Landschaft“ am Ufer. Auf ihrer Runde erfahren die Kinder, welchen Sinn Hochsitze für Jäger haben. Damit nicht nur der Kopf strapaziert wird, müssen die Gruppen zwischendurch einen Holzstapel umstapeln - einige probieren es mit einer Kette, andere laufen mit dem Holz von Stapel zu Stapel.

Die Eltern sollten nicht überrascht sein, wenn die Kinder plötzlich Holunder, Heckenrose und Hasel benennen. „Das ist ganz schön schwer“, erzählt Lena, aber die Gruppenführer helfen und erklären ein wenig. Insgesamt 24 Helfer sind im grünen Davert-Klassenzimmer im Einsatz. Für die Kinder gibt es nachher noch das Begleitheft „Kauz und Co.“, damit sie den Vormittag nachvollziehen können. Wenn sie zurück im echtern Klassenzimmer Fragen an die Lehrer haben, ist das auch kein Problem, denn auch sie wurden mit Begleitmaterial versorgt.

Die Organisatoren bedauern, dass die Lambertusschule Ascheberg wegen einer Fahrradprüfung die Viertklässler nicht nach Davensberg geschickt hatte. Ihnen ist ein spannender und lehrreicher Vormittag in Mutter Natur entgangen.


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