Billerbeck

Di., 24.01.2012

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Zuschauer erleben Akkordeon neu

Das Ensemble "Akkordeon Münster" begeistert die Zuschauer in der voll besetzten Daruper Pfarrkirche.  Foto:weze
Von Von Werner Zempelin

Darup (weze). Ein ganzes Konzert nur mit (sieben) Akkordeons - wie geht das? Ist das nicht "eintönig" oder gar langweilig? Diese Zweifel hatten am Sonntagnachmittag die Besucher in der vollbesetzten Daruper katholischen Pfarrkirche offensichtlich nicht, denn die meisten Zuschauer waren nach dem Konzert dermaßen begeistert, dass sie zum Dank dem Ensemble aus Münster stehenden Applaus spendeten. So war auch eine Zugabe "fällig".

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Das Ensemble "Akkordeon Münster" unter der Leitung von Ralf Kruck bot ein breit gefächertes Programm auf künstlerisch anspruchsvollem Niveau. Der Gütersloher Musiker unterrichtet das Fach Akkordeon im Lehrauftrag am Musikinstitut der WWU Münster. Bei einem Akkordeonorchester handelt es sich meist um einen Klangkörper mit einheitlicher Tonfarbe, so dass ein Vergleich mit den verschiedenen Stimmen eines Streichorchesters gegeben ist. Dass sich aber nicht nur Streicherkompositionen, volkstümliche Musik oder Tangorhythmen für ein Akkordeonorchester eignen, bewiesen die Gäste aus Münster mit einem grandiosen Konzert, das die Zuhörer die ganze Bandbreite und die weitgehend unbekannten Möglichkeiten des Instrumentes erleben ließ. Und das Ensemble konzertierte mit einer Vielfältigkeit, die überraschte. Nach den drei Sätzen der einleitenden "Sinfonia" von Johann Wilhelm Hertel (1727-1789), gab es den ersten Höhepunkt: Die "Passacaglia" in c-Moll (BWV 582) von Johann Sebastian Bach (1685-1750) ist die bekannteste Passacaglia der Barockzeit und für Orgel geschrieben. Die Künstler am Akkordeon versetzten die Zuhörer auch in die Vorstellung, einem Orgelkonzert beizuwohnen - einfach toll! Ein weiteres Highlight war das Solo von Leo Wichmann, Studierender am Musikinstitut der WWU, mit einem Ausschnitt aus der Sonate Nr. 2 des russischen Komponisten Wassili Andrejewitsch Solotarjow (1873-1964). Nach der Ouvertüre zur komischen Oper "Donna Diana" des österreichischen Komponisten Emil Nikolaus von Reznicek (1860-1945) gab es die Musik zum Tanz "Lambada" (1989 von "Kaoma") einmal ganz anders: Bei "Lambada concertante" hat der litauische Komponist Jonas Tamulionis (geb. 1949) das ursprüngliche Tanzthema in einer zeitgenössisch konzertanten Form verarbeitet und dabei die vielfältigen Klänge des Akkordeons hervorgezaubert. Die "erklatschte" Zugabe war ein Tango, wie man ihn beim Akkordeon liebt und der "in die Beine ging". Ein wunderbarer Spätnachmittag dank des Ensembles "Akkordeon Münster".


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