Mi., 18.06.2014

Anne-Frank-Gesamtschule Havixbeck überreicht Abiturzeugnisse Der Tag zum Loslassen

63 Abiturienten der Anne-Frank-Gesamtschule Havixbeck erhielten am Mittwoch ihre Abiturzeugnisse.

63 Abiturienten der Anne-Frank-Gesamtschule Havixbeck erhielten am Mittwoch ihre Abiturzeugnisse. Foto: Klaus de Carné

Havixbeck - 

Beschwingt und heiter zeigten sich die 63 Abiturienten der Anne-Frank-Gesamtschule, ihre Lehrer und Familienangehörigen, als es am Mittwochmittag zur offiziellen Zeugnisübergabe ins Forum ging.

Von Klaus de Carné

Beschwingt und heiter zeigten sich die 63 Abiturienten der Anne-Frank-Gesamtschule, ihre Lehrer und Familienangehörigen, als es am Mittwochmittag zur offiziellen Zeugnisübergabe ins AFG-Forum ging. Zum Einstieg spielten und sangen Nathalie Schmock , Jürgen Mohn und Oliver Wischerhoff den Song „Budapest“. Schon dabei ließ die Anspannung für alle Beteiligten im vollen AFG-Forum etwas nach.

Als Schulleiter Dr. Torsten Habbel dem Abiturjahrgang gratulierte, nahm er zur Verdeutlichung des besonderen Tages einen Vergleich zur Hilfe. Er setzte einen Stoffaffen auf das Rednerpult und erklärte wie Afrikaner vorgehen, um Affen zu fangen. „Dazu graben sie ein kleines Loch und füllen es mit Nüssen. Der Affe steckt seine Hand in das Loch und umklammert die Nüsse mit der Faust. Er will sie rausholen, aber das Loch ist zu klein“, so Habbel, der die staunenden Zuhörer auf seiner Seite hatte. Wenn der Affe die Hand öffnen würde und damit loslassen müsste, wäre er frei.

Loslassen war das Stichwort. Nach neunjähriger Schulzeit sei es nicht leicht, einfach loszulassen, so Schulleiter Habbel. Nicht alles sei leicht gewesen für Schüler, Lehrer und Eltern. „Ihr seid uns wichtig geworden, seid uns ans Herz gewachsen. Was für uns Lehrer gilt, gilt umso mehr für die Eltern“, gab Habbel den Abiturienten mit auf den Weg. Eltern würden ihre Kinder von der Geburt an begleiten und dürften nun stolz auf das Erreichte sein. Die Abschlussfeier sei der Punkt, endgültig loszulassen von der Schule. „Nur wenn wir euch in euer Leben entlassen, sind wir frei – wir und ihr“, so Habbel.

Bürgermeister Klaus Gromöller nahm Bezug auf das Abi-Motto „Trink aus, wir gehen!“ Auch dies habe etwas mit dem Loslassen zu tun. „Aber ist das wirklich immer so einfach? Kann man wirklich einfach aufstehen und gehen? Oder wirkt das nach, was man erlebt hat?“, fragte Gromöller. Die Abiturienten erlebten an so einem Tag beschwingte, positive Momente der Freude. Dies solle lange anhalten.

Gromöller freute sich über das AFG-Oberstufenzentrum, das sich bereits zu einem Markenzeichen in der Region entwickelt habe. Er betonte, dass viele Zeugnisse eine 1 oder 2 vor dem Komma hätten. Dies sei ein Beweis dafür, dass Schüler und Lehrer leistungsbereit und motiviert seien.

Als Vertreterin der Eltern sprach Sabine Heitmeyer-Löns. Sie zeigte auf, wie ihre und nachfolgende Generationen aufgewachsen waren und wie sich alles verändert habe. Den Dank aller Eltern gab sie weiter an die Lehrer der AFG . „Hier geht es um jeden einzelnen Schüler. Das erfordert sehr viel Kraft und Engagement“, so Sabine Heitmeyer-Löns.

Dass Lehrer im Schulalltag wie bei der Abiturfeier improvisieren müssen, zeigte Beratungslehrer Walter Köster sehr gekonnt. Die vorbereitete Ansprache, die er im Dialog mit Oberstufenleiter Manfred Stalz halten sollten, musste er alleine bewältigen. Dies brachte ihm sehr viel Sympathie und Applaus ein. „Walter, wir schaffen das schon“, sagte das Gesicht im Spiegel zu ihm. Er ließ einige Geschichten Revue passieren, die von den Abiturienten mit großer Freude und Lachen aufgenommen wurden. Er gab den erwachsenen Schülern mit auf den Weg, dass auch ein Scheitern mal ganz produktiv sein könne. Auch dafür fand er im Zuschauerraum viel Zustimmung.

Es sei sehr viel passiert während der letzten neun Jahre, berichteten die beiden Schülervertreterinnen Henrike Fröhlich und Nathalie Schmock. Körpergröße und Volumen der Mitschüler hätten zugenommen. Verschiedene Haarfarben und Bärte zeugten vom Älterwerden, auch wenn ab und zu die Jogginghose noch geblieben sei, bemerkten sie mit einigen Spitzen in Richtung der Mitschüler. Mit Mama und Papa an ihrer Seite sei man an der AFG gestartet und heute säßen wieder alle im Forum und zeigten sich ganz angetan, was sich in den Jahren getan habe. Zunächst seien die Eltern häufiger gekommen, um die Kinder von der AFG abzuholen. Schon länger sei die Zeit da, dass die Schüler nur noch das Auto der Eltern gebraucht hätten. Die „Smartfon-Junkies“, wie sie sich selber bezeichneten, seien froh gewesen über die Geduld der Lehrer. „Es sind alle Register gezogen worden, damit wir hier heute stehen dürfen. Dafür danken wir allen Lehrern“, so die beiden Schülerinnen. Besonderen Dank und großen Applaus bekam Walter Köster von den Schülern. „Lehrer sind auch nur Menschen – aber Sie sind ein besonderer.“

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