Do., 23.04.2015

„Girls‘ and Boys‘ Day“ der Anne-Frank-Gesamtschule Mädchen schrauben – Jungen basteln

Pure Freude über die vier Jungen im Kindergarten (l. v. hinten): Leon Klose, Paul Kintrup, Benjamin Blankenstein und Manuel Wietholt wurden gefeiert.

Pure Freude über die vier Jungen im Kindergarten (l. v. hinten): Leon Klose, Paul Kintrup, Benjamin Blankenstein und Manuel Wietholt wurden gefeiert. Foto: Maxi Krähling

Havixbeck - 

Die unterschiedlichsten Berufe lernten 150 Mädchen und Jungen der Anne-Frank-Gesamtschule beim „Girls‘ and Boys‘ Day“ kennen.

Von Maxi Krähling

„Was ist euer Hobby, was ist euer Lieblingsland und warum habt ihr alle unterschiedliche Haarfarben“, löchert die vierjährige Tarija ihre vier neuen Spielkameraden. Die sind zwischen 13 und 15 Jahren alt und besuchen die Anne-Frank-Gesamtschule ( AFG ).

Praktikum? Nein, es ist „Boys’ and Girls’ Day “. An diesem Tag schnuppern bundesweit 130 000 Schüler ins Berufsleben hinein. Jungen lernen dabei typische Frauenberufe kennen, Mädchen versuchen sich in typischen Männerberufen. So auch in Havixbeck.

So schnell wie die Fragen aus Tarija hervorsprudeln, können Manuel Wietholt, Leon Klose , Benjamin Blankenstein und Paul Kintrup sie gar nicht beantworten, aber so ist das als Erzieher in einer Kindertagesstätte manchmal.

Die Vier gehören zu insgesamt 150 AFG-Schülern, die sich in unterschiedlichsten Berufen ausprobieren. Berührungsängste gibt es im Havixbecker AWO-Kindergarten nicht. „Das macht voll Spaß mit den Kindern zu spielen, hier ist immer Action“, sagt Leon, der die siebte Klasse besucht. „Ja, das ist kein langweiliger Arbeitsalltag wie in anderen Berufen“, bestätigt der Achtklässler Manuel.

Schüler, Kinder und Kita-Leiterin sind begeistert. „Wir sind seit mehreren Jahren dabei und hatten häufig Jungen, die nach dem Boys’ Day ein richtiges Praktikum hier gemacht haben. Das ist wunderbar, denn der Bedarf an Erziehern ist generell groß“, sagt Leiterin Michaela Dauke.

Während in der AWO-Kita getobt wird, legt die 14-jährige Melda Doldur im Fahrradladen „Radkult“ Hand an ein defektes Kinderrad. Sie lernt beim Girls’ Day den Beruf des Zweiradmechanikers kennen und darf unter Anleitung von Geschäftsführer Jan-Christopher Hensmann ihr erstes Fahrrad flicken. „Ich finde, dass es Sinn macht so ein Handwerk kennenzulernen, aber ich weiß nicht, ob ich in so einem Beruf zurecht kommen würde, in dem hauptsächlich nur Männer arbeiten“, sagt Melda.

Jan-Christopher Hensemann hingegen hätte keine Probleme, eine Auszubildende einzustellen. „Das kann einem Fahrradladen nur gut tun. Frauen achten einfach auf andere Sachen als Männer. Man sollte handwerkliches Geschick mitbringen, Spaß an der Arbeit und im Umgang mit Kunden haben und belastbar sein, vor allem in den Sommermonaten“, erklärt Hensmann.

„Ob sich die Mädchen und Jungen wegen des Girls’ und Boys’ Day eher zu einem für sie untypischen Beruf entscheiden, ist nicht bewiesen. Aber dieser Tag ist der erste Schritt in Richtung beruflicher Erfahrung und es ist wichtig, dass die Schüler sich selbst um eine Stelle kümmern und sich selbst organisieren müssen“, sagt die Sozialpädagogin Bernadette Klaus, die an der AFG den „Girls’ and Boys’ Day“ mit begleitet.

Erfahrungsgemäß würden 80 Prozent der Mädchen und 70 Prozent der Jungen diesen Tag als positiv bewerten. Und wenn es nach der kleinen Tarija gehen würde, können die vier Jungen ruhig für immer in der Kita bleiben.

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