Sa., 01.03.2008

Havixbeck Bauer Seesing und Herr Baron

Von Klaus de Carné

Havixbeck . Seit
über 20 Jahren wohnt die Künstlerin Angelika Schlüter auf Haus Stapel . Sie hat im Hauptgebäude eine schmucke Wohnung in dem schönen Wasserschloss am Rande von Havixbeck. Angelika Schlüter ist eine interessierte Frau und unterhält sich gerne mit den Menschen in ihrem Umfeld. So ergaben sich in all den Jahren immer wieder Begegnungen mit Heinz Seesing, der unweit des Schlosses Stapels-Mühle bewohnt und dem Besitzer von Haus Stapel, Hermann-Josef Freiherr Raitz von Frentz. „Dabei kam mir vor zwei Jahren die Idee, beide Personen näher zusammenzubringen, um mehr aus dem Leben der 80-Jährigen zu erfahren“, erzählt Angelika Schlüter im Gespräch mit unserer Zeitung. Aus ersten Tonaufnahmen entstand nun ein Dokumentarfilm, der zu verschiedenen Jahreszeiten aufgenommen, Einzel- und Doppelgespräche der beiden Herren zeigt.

Beide Hauptdarsteller haben eine ausgeprägte Persönlichkeit, ein starkes Charisma, und beide können wunderbar erzählen. Sie berichten im Film vom Leben und Sterben, von Hochzeit und Krieg sowie von Acker und Adel. „Und sie erzählen über das Leben aus ihrer eigenen, persönlichen Perspektive, geprägt durch Erziehung, Bildung und gesellschaftliche Position“, freut sich Angelika Schlüter schon auf die Premiere des Films, wenn zum ersten Mal ein größerer Kreis von Menschen das Filmwerk sieht. Am 7. März (Freitag) um 20 Uhr haben alle Interessierten Gelegenheit den 70 Minuten langen Film im Sandsteinmuseum zu sehen. Dann wird auch Julian Isfort dabei sein, der die Kamera und Tonaufnahmen sowie die Schnittarbeiten übernommen hat.

Baron Raitz von Frentz und Hermann Seesing sind Zeugen einer Zeit, in der die Auswirkungen der Herkunft bedeutungsvoller für das gesamte Leben waren als heute. Beide wohnen nur einen Steinwurf voneinander entfernt und wuchsen in der selben Zeit auf dem selben Fleck Erde auf. Dennoch hatten beide kaum Berührungspunkte und lebten in getrennten Welten.

Diese unterschiedlichen Welten zu dokumentieren und in einem Film festzuhalten, war Angelika Schlüter ein tiefes Bedürfnis. „Wir Menschen sehen das Leben oft nur aus unserer eigenen Perspektive und gestalten uns eine eigenen Wahrheit“. Schlüter hat den Wunsch, dass der Film den Zuschauer sensibilisiert für die Mitmenschen. Er soll darauf hinweisen, dass jeder durch seine eigenen Biografie geprägt sei. Dies könne verständnisvoller und toleranter machen. Angelika Schlüter möchte mit dem Film erreichen, dass die Menschen einen Einblick in gesellschaftliche Strukturen bekommen, die schon bald fremd sein werden, jedoch der Nachwelt ein geschichtliches Zeugnis hinterlassen.

Der Film gibt Einblick in einige Räume von Haus Stapel und ins Wohnhaus Seesing. Vertrauen und Mut hat Angelika Schlüter gebraucht, um ihr erstes Filmwerk zu vollenden. „Nur mit Hilfe von Julian Isfort und der Filmwerkstatt Münster konnte ich den technischen Part umsetzen“, ist sich Angelika Schlüter bewusst, wie viel Arbeit ein Film macht.

In ihrem Alltag als Künstlerin fertigt sie Kleinplastiken, die in gefundenem Eisenschrott einen eigenen Charakter erhalten. Sie war häufig in Spanien und Frankreich eingeladen. Ihre nächsten Projekte verwirklicht sie in Polen und Ungarn.

Die Premiere des Films ist am 7. März (Freitag) um 20 Uhr im Sandsteinmuseum. Eintritt fünf Euro. Reservierung über 3 31 75.

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