Havixbeck
Gefallenen ein Gesicht geben

Samstag, 26.03.2011, 11:03 Uhr

Havixbeck - Der Havixbecker Christian Topp hat sich eine besondere Aufgabe vorgenommen. Er möchte den Gefallenen und Vermissten aus Havixbeck und Hohenholte, die im Zweiten Weltkrieg umgekommen sind, ein Gesicht und eine Geschichte geben. Nachhaltig hat ihn der Besuch von Soldatenfriedhöfen in der Normandie (Frankreich) geprägt. Als Musiker des Luftwaffenmusikkorps 3 Münster, nahm er an einem Gedenktreffen, dem sogenannten D-Day teil, und erlebte dort ein großes Interesse von Menschen aus aller Welt, die die letzte Ruhestätte ihrer meist jungen Familienangehörigen besuchten.

„Der Gedanke, die Gefallenen unserer Heimat zu würdigen, ist nach meinem Besuch in der Normandie erst richtig aufgekommen“, erzählt der 40-jährige Vater von zwei Kindern. Gemeinsam mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge recherchiert Christian Topp zurzeit, wie viele Gefallene und Vermisste des Zweiten Weltkriegs es in Havixbeck und Hohenholte tatsächlich gibt. Hierzu hat er verschiedene Quellen benutzt.

Dies sind die Online-Gräbersuche des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die Namenstafeln auf den Kriegerehrenmalen und die aus den 1950-er Jahren stammenden „Gedenktafeln der Gefallenen und Vermissten“, die es sowohl für Havixbeck als auch für Hohenholte gibt. Zumindest eine Person, die auf keiner der genannten Quellen auftauchte, konnte er den „Havixbecker Heimatbriefen“ entnehmen.

Inzwischen hat er zahlreiche Namen zusammengetragen und gesichtet. Für Havixbeck ist der Stand bei 210 Gefallenen angekommen, für Hohenholte sind es inzwischen 70 gefallene Soldaten.

„Das Zusammentragen der Namen ist noch lange nicht abgeschlossen, da ich auf die Mithilfe externer Stellen angewiesen bin und auf deren Antworten noch warte“, erzählt Christian Topp im Gespräch mit unserer Zeitung. In einem nächsten Schritt sollen von möglichst vielen Opfern Geschichten, Briefe, Fotos oder Erinnerungen zusammengetragen werden.

„In der Normandie habe ich das erste Mal auch von Heinrich Lammers gehört, der aus der Familie meiner Frau stammt und der in Havixbeck geboren wurde. Ich konnte sein Grab in La Cambe besuchen“, berichtet Christian Topp von seinen Erlebnissen auf den teilweise sehr großen Gedenkstätten für Soldaten in Frankreich.

Der Havixbecker möchte jetzt mit Angehörigen ins Gespräch kommen, die über die im Zweiten Weltkrieg Gefallenen oder Vermissten aus Havixbeck oder Hohenholte berichten können. Hilfreich sind dabei auch Feldpostbriefe, Fotos, Feldpostkarten, Dokumente, Soldbücher oder Totenzettel der Gefallenen. Auch Ergebnisse von Anfragen beim Suchdienst des DRK, des Volksbunds oder der deutschen Dienststelle, des kirchlichen Suchdienstes, könnten weiterhelfen.

„Ich möchte den Gefallen und Vermissten meiner Heimatgemeinde ein Gesicht und eine Geschichte geben, damit für die Zukunft eine Dokumentation erhalten bleibt“, sagt Christian Topp, der sich damit eine besondere Aufgabe für die Freizeit vorgenommen hat. Christian Topp ist in Havixbeck unter ' 57 06 74 zu erreichen.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/132425?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F162%2F697687%2F697697%2F
Auto-Freaks sorgen auf Ahlener Zechengelände für Ärger
Die Fläche zwischen den Fördertürmen ist beliebter Treffpunkt der jungen Fahrer mit lautstark getunten Autos. Diesen dichtzumachen, könnte Teil der Lösung sein, hoffen die Anlieger.
Nachrichten-Ticker